Nachrichten

Aktie kommt trotzdem kaum vom Fleck · 07. Juni 2017

Daimler gibt weiter Gas

Logo von Mercedes-Benz vor einem Autohaus
Quelle: josefkubes/Shutterstock
Beim Stuttgarter Autobauer Daimler läuft es weiter rund. So konnten auch im Mai die Absätze gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden. Vor allem das China-Geschäft läuft prächtig. Und die Aktie? Reagiert mal wieder nur verhalten...

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Bei Daimler laufen die Geschäfte weiterhin richtig gut. Wie das Unternehmen heute mitteilte, setzte man im Mai 205.942 Fahrzeuge weltweit ab und somit gut 12,3 Prozent mehr als im Vorjahresvergleichszeitraum. Vor allem das China-Geschäft boomt. Im Reich der Mitte verkaufte Daimler zuletzt mehr als 50.000 Fahrzeuge, was einer Steigerung von satten 32,2 Prozent entspricht. Doch auch im deutschen Heimatmarkt konnte Daimler zuletzt wieder punkten. So stiegen die Absätze in Deutschland zuletzt um immerhin 17,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem die neue E-Klasse scheint sich zu einem echten Verkaufsschlager zu entwickeln, wie auch Daimler-Vertriebschefin Britta Seeger bestätigte.

Smart mit Absatzrückgang

Vor allem die Stammmarke Mercedes-Benz hat aktuell einen ziemlichen Lauf. Während allerdings die Verkäufe aus der Stammmarke im Mai um 13,5 Prozent zulegen konnten, musste Smart einen Absatzrückgang von 4,8 Prozent vermelden. Insgesamt kommt Mercedes-Benz im laufenden Jahr somit auf ein Absatzplus von 14,3 Prozent. Berücksichtigt man die Absätze von Smart, so bleibt immer noch ein sehr ordentliches Absatzplus von 12,9 Prozent.

Daimler-Aktie: Wo bleibt der Ausbruch?

Die Daimler-Aktie reagiert jedoch – mal wieder – nur verhalten auf die neuesten, positiven Nachrichten. Zwar legt die Daimler-Aktie leicht, um knapp ein Prozent zu, doch auf Jahressicht hinkt diese immer noch deutlich der Marktperformance hinterher. Angesichts der zuletzt starken Zahlen ist das für viele Anleger nicht wirklich nachvollziehbar. Doch ein Ausbruch, sofern er denn kommt, könnte vielleicht noch ein wenig auf sich warten lassen. Denn aktuell befindet sich die Daimler-Aktie aus Sicht von technischen Analysten in einem eher schwierigen Umfeld. So ist die Aktie bereits vor einigen Tagen unter die 200-Tage-Linie zurückgefallen und befindet sich gleichzeitig in einem entscheidenden technischen Unterstützungsbereich. Aus Sicht von Experten ist in dieser Umgebung, nach oben oder unten, mehr oder weniger alles möglich. Aus Sicht von Experten würde erst ein Ausbruch über die Marken von 66,67 beziehungsweise von knapp 67 Euro das technische Bild nachhaltig aufhellen. Doch auch abseits aller Charttechnik, kämpft Daimler aktuell um seinen guten Ruf. Noch immer geht es um die Frage, ob vielleicht auch Daimler bei seinen Dieselfahrzeugen geschummelt haben könnte. Um diese Frage zu klären, durchsuchten vor rund zweieinhalb Wochen rund 230 Polizisten elf Standorte von Daimler, um belastendes Material zu finden. Das Ergebnis der Untersuchung steht noch aus. Doch nicht nur hierzulande beschäftigt sich die Justiz wieder stärker mit dem Stuttgarter Autobauer. Bereits im April hatte das amerikanische Justizministerium Daimler zu einer internen Untersuchung über die Abgaswerte der Autos aufgerufen. Seitdem untersucht die interne Revision zusammen mit einer Anwaltskanzlei den Konzern auf mögliche Ungereimtheiten.

Analysten sind uneinig

Was die weitere Entwicklung der Daimler-Aktie angeht sind sich auch die Analysten ziemlich uneinig. Im vergangenen Monat äußersten sich gleich sieben Analysten zur Daimler-Aktie. Drei Analysten empfahlen die Aktie zum „Kauf“. Vier Analysten empfahlen die Aktie lediglich zu „halten“. Das ambitionierteste Kursziel von 90 Euro kommt dabei von Deutsche Bank Analyst Tim Rokossa. In einer Konkurrenzanalyse unter deutschen Autobauern sieht er Daimler und BMW aktuell am besten positioniert, weshalb er weiterhin optimistisch für Daimler sei. Vor allem aufgrund der jüngsten Werksdurchsuchungen gibt man sich bei Barclays in Bezug auf die Daimler-Aktie deutlich skeptischer und gibt ein Kursziel von 70 Euro aus.