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Aktienmärkte haussieren · 09. Juni 2017

Die Wahl in Großbritannien an den Finanzmärkten

Pfund-Münzen
Quelle: Jevanto Productions/Shutterstock
Der Wahlausgang in Großbritannien ist eine faustdicke Überraschung. Doch an den Finanzmärkten wird das Ergebnis mit erstaunlicher Gelassenheit aufgenommen – mit zwei Ausnahmen.

Der DAX startet mit Gewinnen in den Handelstag

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Der Wahlausgang in Großbritannien lässt die Anleger am deutschen Aktienmarkt bislang kalt. Im Gegenteil: Der DAX kann im frühen Handel moderat zulegen und kämpft bereits wieder mit der Marke von 12.800 Punkten. Selbst das Allzeithoch im Bereich von 12.872 Punkten rückt wieder in scheinbar greifbare Nähe. Bereits seit gut einem Monat tendiert der DAX vor allem seitwärts, weshalb auf Vier-Wochen-Sicht gerade einmal ein moderates Plus von rund 0,2 Prozent zu Buche steht. Zumindest kurzfristig, scheinen also die zunehmenden politischen Unsicherheiten in Großbritannien und im Rahmen der anstehenden Brexit-Verhandlungen, keinen größeren Einfluss auf den deutschen Leitindex auszuüben.

FTSE 100 notiert deutlich im Plus

Der britische Leitindex FTSE 100 legt im frühen Handel sogar um mehr als ein Prozent zu. Beobachter führen den starken Anstieg des FTSE 100 auf die aktuelle Pfundschwäche zurück. Die Schwäche der britischen Leitwährung, so die Hoffnung der Marktteilnehmer, könnte den zuletzt eher schwächelnden Export ankurbeln. Aufgrund der Tatsache, dass die im FTSE 100 enthaltenen Unternehmen gut zwei Drittel ihrer Umsätze im Ausland erzielen, scheinen die politischen Turbulenzen in London für viele Anleger zudem eine eher untergeordnete Rolle zu spielen.

Goldpreis unter Druck

Normalerweise ist der Goldpreis einer der großen Profiteure von zunehmender Unsicherheit am Finanzmarkt. Heute allerdings nicht. Nach drei Gewinntragen in Folge gibt der Goldpreis im frühen Handel um mehr als 0,5 Prozent nach und notiert aktuell rund um die Marke von 1.270 US-Dollar die Feinunze. Das entspricht gleichzeitig einem neuen Wochentief. Bereits nach der gestrigen EZB-Sitzung hat sich ein wenig Druck auf das Edelmetall aufgebaut, doch dieser scheint sich erst heute vermehrt zu entladen. Dennoch stellt sich ein wenig die Frage, weshalb der Goldpreis nicht von der zunehmenden politischen Unsicherheit profitieren kann. Es scheint durchaus vorstellbar, dass die heutige Schwäche nicht von allzu langer Dauer ist.

Britisches Pfund bricht ein

Die britische Leitwährung verlor bereits im frühen Handel gut zwei Prozent gegenüber dem Euro. Somit ist das Pfund bislang auch der größte Verlierer des Wahlausgangs. Die Talfahrt der britischen Leitwährung hält allerdings bereits seit Wochen an. Heute wird diese Bewegung lediglich noch ein wenig katalysiert. Angesichts der unklaren politischen Verhältnisse in London, könnte der Druck auf das Pfund auch noch ein wenig bestehen bleiben. Es sei denn, die britische Notenbank sieht sich zu einer Intervention gezwungen.