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Skandal kostet Bankhaus 170 Millionen · 13. Juni 2017

Euribor-Skandal: Deutsche Bank muss zahlen

Logo der Deutschen Bank auf einem Gebäude
Quelle: Vytautas Kielaitis/Shutterstock
Über mehrere Jahre hinweg sollen zahlreiche Banken den Euribor manipuliert haben. Darunter auch die Deutsche Bank. Ein entsprechender Rechtsstreit wurde nun beigelegt.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Die Manipulation des Euribors kommt die Deutsche Bank teuer zu stehen. Insgesamt 170 Millionen US-Dollar muss Deutschlands größtes Finanzinstitut zahlen, um den seit Jahren andauernden Rechtsstreit in den USA beizulegen. Eine entsprechende Einigung wurde bereits gestern mit dem US-Bezirksgericht erzielt. Zwar muss die Vereinigung noch von einem Richter genehmigt werden, allerdings gilt diese Zustimmung als reine Formsache.

Kein Schuldanerkenntnis

Mit der nun erzielten Einigung ist allerdings ausdrücklich kein Schuldanerkenntnis durch die Deutsche Bank verbunden. Einigen Banken, darunter auch Barclays und HSBC wurde vorgeworfen in den Jahren zwischen 2005 und 2011 gemeinsam den Euribor manipuliert zu haben, um im Eigenhandel mit entsprechenden Positionen davon zu profitieren. Der Euribor ist einer der wichtigsten Referenzzinssätze und dient als Basis für unzählige Geschäfte im Gegenwert von einigen Billionen Euro.

Deutsche Bank bekommt härteste Strafe

Das Gericht betrachtet die Deutsche Bank jedoch offenbar als wesentlichen Treiber dieser Manipulation. Die Strafzahlung für die Frankfurter fällt deutlich höher aus, als bei Barclays und HSBC. Während die Deutsche Bank 170 Millionen US-Dollar bezahlen muss, kam Barclays mit 94 Millionen US-Dollar davon. Die HSBC wiederum hatte „nur“ gut 45 Millionen US-Dollar zu entrichten.