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Traderfox-Kolumne · 19. Juni 2017

Erleben, was verbindet

Logo der Deutschen Telekom an einer Hauswand
Quelle: lennystan/Shutterstock
Die Aktionäre zeigen sich endlich wieder zufrieden mit der Deutschen Telekom. Auf der zurückliegenden Hauptversammlung erntete der ehemalige Staatskonzern viel Lob und auch die Rendite scheint mittlerweile wieder zu stimmen.

-von Tim Schäfer-
Auf der Hauptversammlung am 31. Mai flossen 60 Cent Dividende. Es waren 5 Cent mehr als im Vorjahr. Analysten erwarten auf der nächsten Aktionärsversammlung eine Anhebung auf 65 Cent. Somit ergibt sich eine saftige Dividendenrendite von 3,75 %. Angesichts des Null-Prozent-Zinsumfelds ist das ordentlich. Der Titel kostet 17,32 Euro. Wer die Aktie im Depot hat, hat einen Vorteil: Der Kurs reagiert kaum, wenn es zu starken Schwankungen im DAX kommt.

Europas Nr. 1

In mehr als 50 Ländern haben die Bonner mit 218.000 Beschäftigten Fuss gefasst. 165 Millionen Mobilfunkkunden, 28 Millionen Festnetzanschlüsse, 18 Millionen Breitbandanschlüsse sind eine Burg, die niemand einnehmen kann. 27 Millionen Haushalten kann die Telekom den Internetzugang theoretisch per Glasfaserkabel anbieten. Davon stellten die Bonner schon 6,8 Millionen Anschlüsse bereit (2,4 Millionen Anschlüsse allein in den vergangenen 12 Monaten). Schnelles Internet wird zum Alltag gehören. Hier besteht enormes Nachrüstpotenzial.
Gleichzeitig wird der Kundenservice ausgebaut. Kundentermine an Samstagen soll es mit Telekom-Technikern häufiger geben. Ab 2018 sollen keine Termine mehr mit Technikern abgesagt werden, verspricht die Führungsspitze. Die Zeitfenster sollen auch nicht mehr so groß sein wie bisher. Niemand soll mehr Urlaubstage opfern wegen des Telefon- oder Internetanschlusses. Gibt es Probleme mit der Leitung, wartet die Telekom nicht mehr, bis es der Kunde merkt, sondern sie informiert den Kunden vorsorglich, um so schnell wie möglich die Probleme zu beheben.

Geschäftskunden ungenutzt

Bei den Geschäftskunden wollen sie aufholen. Hier lässt sich sehr viel Geld verdienen. Mehr investieren wollen sie daher in Glasfaseranschlüsse in Gewerbegebieten. In 3.000 Gewerbegebieten haben 80 % der Unternehmen ihren Sitz. In den ersten 100 Gewerbegebieten plant die Telekom derzeit aggressiv Anschlüsse zu legen.
Beim Ausbau des Breitband-Internets profitiert die Telekom von Zuschüssen des Bundes. Und der nächste Mobilfunkstandard wird revolutionär werden: Die kommende Mobilfunktechnik 5G soll alles Dagewesene in den Schatten stellen. Die Daten werden unter einer Millisekunde übertragen. Eine schnelle Reaktionszeit ist beispielsweise wichtig für das autonome Fahren, es kommt in der Unfallvermeidung auf Bruchteile einer Sekunde an.

Die Cloud

Der Konzern rüstet seine Rechenzentren auf, um für die Cloud gewappnet zu sein. CEO Tim Höttges versichert: „Wir ruhen uns nicht aus. Wir lassen nicht nach, unseren Kunden das Beste zu bieten.“ Er möchte die Digitalisierung beschleunigen. „Deutschland hat erst einen Bruchteil des Cloud-Potenzials realisiert. Jetzt gilt es, die verschiedenen Möglichkeiten voll auszuschöpfen und den Wirtschaftsstandort mit einem digitalen Ruck weiter nach vorne zu bringen.“ Mit Microsoft kooperiert er in der Cloud.
In Deutschland und den Niederlanden führte das Imperium Schmalband-Technologie ein. Es braucht weniger Strom und funktioniert mit günstigen Sensoren. Für die digitale Fabrik ist dies ideal.
Die Rundum-Sorglos-Pakete kommen derweil im Massenmarkt gut an. Die Tarife „MagentaEins“ und „MagentaMobil“ sind seit einem Jahr in Europa erhältlich. 1,5 Millionen Kunden schlossen hierzulande einen solchen Handy-Vertrag ab.
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