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Förderanstieg in Libyen und Nigeria · 21. Juni 2017

Ölpreis auf 9-Monats-Tief

Ölpreise unter Druck
Quelle: Perekotypole / Shutterstock
Die Sorgen um eine Ölschwemme haben die Ölpreise zuletzt weiter gedrückt. Nach dem gestrigen deutlichen Rückgang notiert das schwarze Gold nahe Neunmonatstief.

-von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Sorgen um eine Ausweitung des Ölangebots sorgten zuletzt für Abgabedruck am Rohstoffmarkt. Beobachter äußerten Zweifel, ob die Förderdrosselung, auf die sich die großen Ölförderländer im Mai geeinigt hatten, auch eingehalten wird. So werden die Bemühungen des Erdölkartells Opec, die Ölpreise durch geringere Fördermengen zu stabilisieren oder gar nach oben zu treiben unterlaufen. Offenbar fahren die Opec-Mitglieder Libyen und Nigeria, die ohnehin von der Förderbegrenzung ausgenommen wurden, ihre Produktion hoch. Auch in den USA, die nicht Mitglied der Opec sind, steigt die Fördermenge schon seit geraumer Zeit wieder.
Am Mittwochvormittag verbilligte sich die Nordsee-Sorte Brent Crude Oil auf knapp 46 US-Dollar, ein Fass der US-Sorte WTI kostete rund 43 US-Dollar. So billig war das schwarze Gold zuletzt im November vergangenen Jahres. Am Nachmittag entspannte sich die Situation etwas und die Preise konnten leicht zulegen.

Libyen, Nigeria und USA vergrößern Angebot

Die Produktion in Libyen ist zuletzt auf 900.000 Barrel gestiegen, so viel wie seit vier Jahren nicht mehr. Bis Ende Juli sollen es nach Plänen von NOC-Chef Mustafa Sanalla schon eine Million Barrel sein. Nachdem Shell Anfang des Monats seine Einschränkungen im Verladehafen Forcados aufhob, fließt auch aus Nigeria fließt wieder mehr Öl. In den USA, die nicht Mitglied des Opec-Kartells sind, nimmt die Ölförderung seit einigen Monaten auch stetig zu. Allein seit Jahresbeginn stieg die tägliche Förderung um 560.000 auf 9,77 Millionen Barrel.
Ende Mai hatte sich die Opec gemeinsam mit zehn Nicht-Opec-Ländern darauf geeinigt, ihre Förderkürzungen um neun Monate bis Ende März 2018 zu verlängern um das Überangebot auf dem Weltmarkt schmälern und damit die Preise stützen. Erklärtes Ziel ist es, die Ölvorräte von einem aktuellen Rekordhoch von drei Milliarden Fässern auf 2,7 Milliarden Fässer zu senken - dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Kostete ein Fass der Nordsee-Sorte Brent Crude Oil Mitte 2014 noch rund 110 US-Dollar, so haben sich die Preise mittlerweile mehr als halbiert.

US-Daten: Ölvorräte mit Spannung erwartet

Am Nachmittag werden die offiziellen Daten zu den US-Ölvorräten veröffentlicht. Dies könnte auf großes Interesse stoßen. Experten rechnen mit einem leichten Rückgang der Lagerbestände an Rohöl.