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Marktbericht: update Freitag, 16:15 Uhr · 23. März 2017

Dax schwächelt bei dünnen Umsätzen

Junge Pflanze im Sonnenlicht
Quelle: Romolo Tavani / Shutterstock.com
Die deutsche Wirtschaft hat im Juni deutlicher als erwartet an Schwung verloren. Der DAX verliert weiter und pendelt um 12.700 Punkte. Die Ölpreise haben sich stabilisiert. Die Commerzbank kündigt einen Quartalsverlust an.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:14min, 23. Juni 2017, 10:16 Uhr
- Holger Scholze und Andreas Groß, Börse Stuttgart TV News Redaktion -
Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft ist im Juni um 1,3 auf 56,1 Punkte gesunken. Das wurde nach einer Umfrage unter rund 800 Industrieunternehmen und Dienstleistern mitgeteilt. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 57,3 Zähler gerechnet. Das Barometer liegt aber trotzdem noch immer deutlich über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird.
Der DAX verliert nach schwachem Start weiter und liegt am Nachmittag  deutlich im Minus und rutscht mit schwacher Wall Street unter 12.700 Punkte.
Die Ölpreise zogen zunächst wieder leicht an. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet wieder über 45 US-Dollar.
Der Euro notiert bei 1,1170 US-Dollar mit 0,2 Prozent fester.

Commerzbank kündigt Verlust an

Anleger folgten heute zunächst einer Kaufempfehlung für die Aktien der Commerzbank. Die Titel stiegen zeitweise um mehr als zwei Prozent und waren mit Abstand größter DAX-Gewinner. Später bröckelten die Gewinne wieder ab, und die Aktie dreht ins Minus. Auslöser war die Meldung, dass die Commerzbank im zweiten Quartal rote Zahlen schreibt. Diese Meldung wurde zunächst als Gewinnwarnung interpretiert. Allerdings handelt es sich um bereits budgetierte Rückstellungen für den Personalabbau, die jetzt aber ins zweite Quartal komplett vorgezogen wurden. In Summe sind die Kosten sogar niedriger als veranschlagt.
BASF verlieren nach einer Verkaufsempfehlung der Berenberg Bank 1,5 Prozent an Wert und rutschen damit dich ans DAX-Ende. Die Analysten starteten ihre Bewertung von BASF mit der Einstufung "sell". Das Kursziel legten sie mit 78 Euro fest. Am Donnerstag gingen BASF mit 85,56 Euro aus dem Handel.
Ein positiver Analystenkommentar schob zu Beginn des Handelstages auch Beiersdorf an. Die Aktien stiegen zunächst um knapp ein Prozent und waren damit unter den Top-Favoriten im DAX. Allerdings schmolzen die Gewinne hier recht schnell wieder zusammen, sodass sich der Kurs am Nachmittag sogar mit 0,3 Prozent im Minus zeigt. Die Analysten von Mainfirst haben ihre Bewertung von Beiersdorf mit "outperform" gestartet. Sie setzten das Kursziel auf 115 Euro fest.

Elektroautobauer Tesla plant erstes Werk in China

Der US-Elektroautobauer Tesla treibt seine Pläne zum Bau von Fahrzeugen in China voran. Ein Zeitplan wurde nicht genannt. Auch welcher Partner für den Autobau in China infrage kommt, blieb offen. In der Volksrepublik braucht der Elektroautobauer nach den Vorgaben ein Gemeinschaftsunternehmen mit mindestens einem heimischen Partner.
Spekulationen konzentrieren sich auf den Internetkonzern Tencent, nachdem dieser sich Anfang des Jahres für 1,8 Milliarden Dollar mit fünf Prozent an Tesla beteiligt hatte.
Mit einem Werk in China könnte Tesla einen besseren Zugang zum größten Pkw-Markt der Welt erhalten und auch den deutschen Autobauern stärker Konkurrenz machen. Denn China will den Verkauf von E-Autos kräftiger fördern, um die Luftverschmutzung in Großstädten zu bekämpfen. Dazu plant die Regierung in Peking die Einführung einer Quotenregelung für die Autobauer. Die Unsicherheit über den Start der Vorgaben hat in der deutschen Branche Sorgen ausgelöst.

zu wenig Sonderdividende bei RWE

Der Energiekonzern RWE hat eine Sonderdividende angekündigt. Von den 1,7 Milliarden Euro, die als Rückzahlung der Brennelementesteuer erwartet werden, will RWE einen Euro je Aktie als Sonderzahlung ausschütten.
Also nur rund 615 Millionen. Der Rest soll laut RWE im Unternehmen bleiben und die Finanzkraft stärken.
Anleger reagierten enttäuscht und schicken die RWE Aktie mit einem Abschlag von über drei Prozent ans Dax Ende.
Auch Papiere des Wettbewerbers e.on verlieren deutlicher als der Markt.

Accenture warnt

Die Unsicherheit über die Gesundheitspolitik von US-Präsident Trump macht dem IT-Dienstleister Accenture zu schaffen. Das Unternehmen kappte seine Umsatzprognose für dieses Jahr. Demnach werden die Erlöse nur zwischen sechs und sieben Prozent und nicht wie zuvor angepeilt zwischen sechs und acht Prozent steigen.
Roche kommt in USA voran
Die US-Pharmabehörde FDA hat nach Angaben des Konzerns eine neue Variante des Krebsmittels Rituxan für drei häufig auftretende Blutkrebsformen genehmigt. Mit Rituxan Hycela könne die Arznei direkt unter die Haut gespritzt werden. Bisher geschah dies über eine langwierige Infusion in die Vene.