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Marktbericht: update von 16:00 Uhr · 26. März 2017

ifo: Stimmung der Chefs steigt weiter

Freude unter Führungskräften
Quelle: Andrey_Popov / Shutterstock.com
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Die Stimmung der deutschen Manager ist so gut wie noch nie. Der ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Juni überraschend auf einen neuen Rekordwert. Dafür muss die US-Industrie einen Auftragsschwund hinnehmen.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:13min, 26. Juni 2017, 11:26 Uhr
- von Holger Scholze und Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion -
Die Stimmung in den deutsche Chefetagen ist weiter gestiegen. Nachdem der ifo-Geschäftsklimaindex bereits im Mai auf 114,6 Punkte und damit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung geklettert war, hatten Ökonomen eigentlich mit einem leichten Rückgang gerechnet. Doch das Barometer zeigt für den Juni 115,1 Zähler an. Das teilte das Münchner ifo-Institut nach seiner Umfrage unter 7.000 Führungskräften mit. Die Manager beurteilten sowohl die Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser.
Zu den größten Gewinnern zählen am deutschen Aktienmarkt heute die Banken. Commerzbank und Deutsche Bank legten um 2,2 bzw. 1,0 Prozent zu. Sie profitierten von der Erleichterung über die Rettung zweier Krisen-Institute durch den italienischen Staat.
Unterdessen sind die Bestellungen für die US-Industrie im Mai fast doppelt so stark geschrumpft wie erwartet. Die Aufträge für langlebige Güter mit mindestens dreijähriger Haltbarkeit (vom Toaster bis zum Flugzeug) fielen um 1,1 Prozent zum Vormonat. Im April hatte es bereits einen Rückgang um 0,9 Prozent gegeben. Experten zufolge bestehe die Gefahr, dass die enttäuschende Entwicklung auf die Investitionen durchschlagen könnte. Das Wachstumsszenario bleibe aber gleichwohl intakt.
Der DAX notiert zur Stunde bei 12.810 Punkten mit 0,6 Prozent im Plus.
Der Dow Jones startete mit einem leichten Gewinn von 0,2 Prozent auf 21.442 Punkte in den Handel.

Wacker Neuson im Höhenflug

Nachdem die Analysten des Bankhauses Lampe die Aktien von Wacker Neuson zum Kauf empfohlen hatten, waren sie heute enorm gefragt. Der Kurs sprang um mehr als elf(!) Prozent auf 21,10 Euro nach oben.

Prognose: Internationaler Automarkt wächst langsamer

Nach dem kräftigen Zuwachs im vergangenen Jahr wird der Welt-Automarkt 2017 wohl nur moderat zulegen.
Nach einer Prognose des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen könnten auf Jahressicht weltweit etwa 85 Millionen Pkw verkauft werden, das wäre ein Plus im Vergleich zu 2016 von 2,3 Prozent und damit der geringste Zuwachs seit 2009. Im Vorjahr hatte die Steigerung noch 6,4 Prozent betragen.
Die Abkühlung wird den Experten zufolge maßgeblich durch das nachlassende Wachstum in China bestimmt: Verzeichnete der größte Automarkt der Welt 2016 noch einen Zuwachs von 18,2 Prozent, werden es der Prognose zufolge in diesem Jahr nur noch 3,8 Prozent sein.

Lufthansa: Derzeit keine Übernahme von Air Berlin

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat der schwer angeschlagenen Fluggesellschaft Air Berlin weitere Unterstützung in Aussicht gestellt, eine Übernahme des Rivalen zieht der Manager momentan aber nicht in Betracht. "Wir unterstützen Air Berlin bereits, indem wir 38 Flugzeuge geleast haben und auf unseren Strecken einsetzen", sagte Spohr der "Bild am Sonntag".

Hannover Rück ist auf Kurs

Die Hannover Rück sieht sich trotz der Zinsflaute und des Drucks auf die Rückversicherungspreise auf Kurs zu den Jahreszielen.
Mittelfristig rechnet die Hannover Rück wieder mit steigenden Preise in der Branche und will stärker als der Markt wachsen.
"In den Märkten steckt noch viel Potential: Wir hatten jetzt fünf Jahre mit wenig Großschäden. Zusätzlich ist durch die niedrigen Zinsen Geld von neuen Wettbewerbern in die Rückversicherung geflossen. Damit ist die Konkurrenz hoch und die Preise stehen unter Druck", sagte Finanzvorstand Roland Vogel dem Anlegermagazin "Euro am Sonntag".