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Marktbericht: update von 17:00 Uhr · 27. März 2017

Autozulieferer unter Druck - DAX im Minus

Autoproduktion
Quelle: xieyuliang / Shutterstock.com
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Schaeffler hat seine Gewinnprognose gesenkt. Dadurch geraten auch andere Autozulieferer unter Druck. Stada rutschen nach der geplatzten Übernahme ebenfalls ab. Die Fusionsgespräche von T-Mobile US und Sprint liegen auf Eis. Vapiano ist da.

NEWS AUS DEM HANDEL 2:26min, 27. Juni 2017, 17:16 Uhr
- von Holger Scholze und Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion -
Der Preisdruck der Autobauer bereitet dem Zulieferer Schaeffler Probleme. Die Gewinnprognose für das laufende Jahr sei nicht mehr zu halten. Statt der bisher angepeilten Umsatzrendite von 12 bis 13 Prozent vor Steuern, Zinsen und Sondereffekten (Ebit-Marge) werde man nur noch 11 bis 12 Prozent schaffen können. Das zweite Quartal sei bereits deutlich schwächer gelaufen als ein Jahr zuvor. Als Gründe werden der erhöhte Preisdruck im Automotive-Erstausrüstungsgeschäft bei gleichzeitig zunehmenden Kosten für Neuanläufe genannt. Dazu kämen höhere Entwicklungsaufwendungen und Vorleistungen aufgrund zusätzlicher Projekte im Bereich der E-Mobilität und temporäre Lieferengpässe im Automotive-Aftermarket-Geschäft.
Nun befürchten die Börsianer bei anderen Unternehmen der Branche ähnliche Probleme. Die Aktien von Schaeffler krachten um mehr als zehn Prozent in den Keller. Continental, ElringKlinger, Hella und Leoni verloren jeweils mehr als drei Prozent an Wert. Unterdessen hat die Restaurantkette Vapiano sein Börsendebüt gefeiert. Der erste Kurs wurde mit 23,95 Euro festgestellt. Das Bonner Unternehmen hatte die Aktien zu 23 Euro ausgegeben und damit 184 Millionen Euro eingesammelt. Die Pizza- und Pasta-Kette ist damit 553 Millionen Euro wert. 32 Prozent an Vapiano sind künftig im Streubesitz. Zum Ausgabepreis sei die Emission mehr als viermal überzeichnet gewesen, hieß es.
Die EU-Kommission hat Google eine Strafe von 2,42 Milliarden Euro aufgebrummt, weil der US-Internetkonzern die marktbeherrschende Stellung mit seinem Preisvergleichsdienst missbraucht habe. Das ist die mit Abstand höchste Geldbuße gegen ein einzelnes Unternehmen wegen Missbrauchs seiner Marktmacht. Der Aktienkurs der Muttergesellschaft Alphabet rutschte um rund ein Prozent ab.
Der DAX notiert zur Stunde bei 12.682 Punkten mit 0,7 Prozent im Minus.
Der Dow-Jones-Index zeigt sich bei 21.421 Punkten kaum verändert.

EZB-Präsident Draghi zeigt mehr Konjunktur-Optimismus

Der Konjunkturaufschwung im Währungsraum gewinnt aus Sicht von Mario Draghi immer mehr an Kraft. Auf dem Notenbank-Forum im portugiesischen Sintra sagte der EZB-Präsident: "Alle Zeichen deuten nun auf eine Festigung und Verbreiterung der Erholung in der Euro-Zone hin."
Auch bei der Inflation sieht er eine positive Entwicklung. Denn die den Preisauftrieb wieder anschiebenden Kräfte hätten inzwischen die deflationären Faktoren ersetzt. Eine Deflation und damit eine gefährliche Abwärtsspirale aus fallenden Preisen, sinkenden Löhnen und Investitionen zu verhindern, war eine der zentralen Gründe für die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.
Die Äußerungen des obersten Währungshüters der Euro-Zone sorgten an den Finanzmärkten für Bewegung. Der Euro baute seine Gewinne aus und legte zeitweise auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 1,1286 US-Dollar zu.

Übernahme von Stada geplatzt

Nach der gescheiterten Übernahme durch Bain und Cinven stehen die Aktien von Stada am Dienstag im Fokus. Die Finanzinvestoren verfehlten die für den Deal erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent knapp um rund 2 Prozentpunkte. Die Papiere des Generikaherstellers sacken bis zum Nachmittag um 3,3 Prozent auf 59,77 Euro ab. "Die Frage ist, ob nun die vorherigen Interessenten Advent und Permira noch einmal auf den Plan treten", sagte ein Börsianer.
Die "gescheiterten" Akteure Bain und Cinven könnten aus rechtlichen Gründen erst 2018 ein weiteres Angebot vorlegen, das gilt aber als wenig wahrscheinlich.
Stada selbst versuchte, die Aktionäre mit der Bestätigung seiner mittelfristigen Gewinn- und Umsatzziele zu beruhigen. Erste Analysten rudern mit ihren Kurszielen aber bereits zurück: Kepler Cheuvreux senkte es auf 58 Euro. Warburg indes sehen 60 Euro als gerechtfertigt an.

Fusionsbemühungen von T-Mobile US liegen auf Eis

Die Telekom-Tochter T-Mobile US wird bei ihren Fusionsbemühungen in den USA offenbar ausgebremst.
Wie Insider der Agentur Reuters berichteten, sei der US-Mobilfunkanbieter Sprint in exklusive Verhandlungen mit den Kabelbetreibern Charter Communications und Comcast eingetreten. Diese seien auf zwei Monate angelegt, hieß es. Es gehe um eine intensivere Zusammenarbeit der Firmen im Mobilfunkbereich.
Die Fusionsgespräche von Sprint mit T-Mobile US lägen daher zunächst auf Eis.
Von den beteiligten Unternehmen wurden die Meldungen allerdings bisher nicht kommentiert.
Die Aktien von T-Mobile US brachen zunächst um 13 Prozent ein. Die Titel von Sprint stiegen dagegen um fünf Prozent. Charter Communications und Comcast verloren bisher 6,8 bzw. 1,5 Prozent an Wert.

GM erwartet schwachen Autoabsatz

General Motors erwartet dieses Jahr nur noch einen branchenweiten Absatz von etwas mehr als 17 Millionen Autos.
Bisher hatte der Autokonzern die Branchenverkäufe noch in etwa auf dem Vorjahreswert von 17,55 Millionen Autos gesehen.
Zusätzlich sei das Marktumfeld insgesamt härter geworden. Das Preisumfeld "ist mittlerweile sehr, sehr wettbewerbsintensiv", sagte Finanzchef Chuck Stevens.