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Mindestannahmequote verfehlt · 27. Juni 2017

Stada Übernahme geplatzt - Aktie taumelt

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Solis Images / Shutterstock.com
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Die Übernahme von Stada durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven ist geplatzt. Die Aktionäre sagen “Nein” - die Zukunft des Pharmakonzerns ist wieder offen. Die Aktie stürzt ab.

Es war eine Überraschung mit Ansage - Um knappe zwei Prozentpunkte wurde die Mindestannahmeschwelle von 67,5 Prozent verpasst. Das haben Stada und die Finanzinvestoren Bain und Cinven bestätigt. Die Übernahme ist vom Tisch - zumindest vorerst. Denn erst im nächsten Jahr dürften die Interessenten neu bieten - sofern sie dann noch wollen. Allerdings gilt das als wenig wahrscheinlich.

Anleger setzen auf neue Angebote

Interessant ist nun, ob die früheren Bieter Permira und Advent wieder ins Geschehen einsteigen und eine zweite Offerte abgeben.
Sie hatten nach langem Tauziehen zunächst das Nachsehen gehabt, gegen die 66 Euro, die Bain und Cinven geboten hatten. Insgesamt wurde Stada inklusive Schulden damit mit 5,3 Milliarden Euro bewertet.
Die Hoffnung auf neue Angebote ist laut Händlern dafür verantwortlich, dass die Stada Aktie nicht deutlicher verliert.

Übernahme nicht einfach

Dass sich Anleger zieren, ihre Aktien bei Übernahmeangeboten dem designierten neuen Eigentümer anzubieten ist nicht ungewöhnlich. Viele warten oft bis zum letzten Moment. Allerdings zeigte die Reaktion von Bain und Cinven, dass es in diesem Fall besonders eng ist: Einen Tag vor Ablauf der ersten Annahmefrist wurde die Annahmequote von 75 Prozent auf 67,5 Prozent heruntergesetzt und die Frist um Zwei Wochen verlängert.
Doch es half nichts - am Ende fehlten zwei Prozentpunkte - eine deutliche Klatsche
Offensichtlich hatten sich auch Hedgefonds positioniert, die auf einen Bieterkampf mit  Shanghai Pharmaceuticals aus China gewettet hatten. Shanghai Pharmaceuticals mehr als 20 Prozent der Stada-Aktien erworben.

Stada versucht mit Ausblick zu versöhnen

Stada will sich nun wieder eigenständig auf seine Wachstumsstrategie konzentrieren und bestätigt die kurz- und mittelfristigen Wachstumsziele bis 2019.
“Wir respektieren das knappe Votum unserer Aktionärinnen und Aktionäre und verstehen es als Auftrag, unsere erfolgreiche Wachstumsstrategie weiter voranzutreiben“, sagte der Vorstandsvorsitzende Matthias Wiedenfels.
In 2019 will Stada weiterhin einen bereinigten Konzernumsatz zwischen 2,65 und 2,7 Milliarden Euro erreichen und einen bereinigten Konzerngewinn zwischen 250 und 270 Millionen Euro.

Aktie taumelt

Die Stada Aktie verliert deutliche sieben Prozent. Anleger in Stuttgart hatten bereits am Montag Abend auf die Nachricht reagiert und die Handelszeit bis 22 Uhr genutzt, die Stada Aktie aus dem Depot zu werfen.