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Pizza oder Pasta? · 27. Juni 2017

Vapiano mit durchwachsenem Börsendebüt

Vapiano startet an der Börse
Quelle: serato / Shutterstock
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Seit heute Vormittag sind die Aktien der Restaurantkette an der Börse handelbar. Lag der erste Börsenkurs noch über dem Ausgabepreis, so notiert der Börsenneuling nun bereits darunter.

- von Anja Wetzel, Börse Stuttgart TV Newsredaktion –
Es ist der bisher größte IPO einer bekannten deutschen Marke in diesem Jahr: Vapiano ist heute zunächst mit Gewinnen in den Handel gestartet. Der erste Kurs lag bei 23,95 Euro. Damit lag der Marktwert der Pizza- und Pasta-Kette zunächst bei 553 Millionen Euro. Im Laufe des Vormittags ließ die Aktie bereits Federn und pendelt mittlerweile rund um den Ausgabepreis.
Das Management kann damit nicht zufrieden sein: Es hatte die Aktien zu 23 Euro je Titel – und damit eher am unteren Ende der Preisspanne zwischen 21 und 27 Euro – ausgegeben. Das Emissionsvolumen liegt damit bei 184 Millionen Euro. Die Investmentbanken Barclays, Berenberg und Jefferies begleiten den Börsengang.

Fast Food – nur in schick und gesund

Mit seinem Konzept revolutionierte Vapiano 2002 die System-Gastronomie. Die Idee: Unter den wachsamen Augen der Kunden werden Spaghetti und Salat live zubereitet, Pizza gibt’s per Vibrationsalarm. Gegessen wird an trendigen Designmöbeln in rotem Leder und hellem Holz. Die Kunden finden’s gut, das Unternehmen wuchs rasend schnell. Mittlerweile gibt es 76 Restaurants in jeder größeren Stadt in Deutschland. Vapiano gehört damit zu den Top 10 der Systemgastronomen.
Mit diesem Konzept drängt Vapiano nun weiter in die Welt. In 30 Ländern hat die Kette bereits 186 Filialen. Um die internationale Expansion weiter zu finanzieren, erhält die Italo-Kette rund 85 Millionen Euro aus der Emission der neuen Aktien. Dafür wurden knapp 3,7 Milliarden Anteile platziert.
Der Rest des Emissionserlöses geht an Altaktionäre, die bis zu 4,3 Millionen Aktien verkaufen möchten – zu ihnen zählen Firmengründer Gregor Gerlach, der bisher 30 Prozent hält, und die Wella-Erben Hans-Joachim und Gisa Sander (25 Prozent).