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Siemens im Blick · 05. Juli 2017

Üppige Dividende dank digitaler Fabrik

Siemens mit üppiger Dividende
Quelle: AR Pictures / Shutterstock
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Das Konglomerat ist eine Dividendenmaschine. Seit 1995 zahlt Siemens entweder eine stabile oder steigende Dividende. Welches Erfolgsgeheimnis steckt dahinter?

- von Tim Schäfer, Traderfox -
Das Konglomerat ist eine Dividendenmaschine. Seit 1995 zahlt Siemens entweder eine stabile oder steigende Dividende. Im vergangenen Geschäftsjahr kehrte Vorstandschef Joe Kaeser 3,60 Euro aus nach vormals 3,50 Euro. Im laufenden Turnus sind womöglich 3,90 Euro drin. Gemessen am Kurs von 126 Euro ergäbe sich eine Rendite von 3,1 %. Das ist nicht von schlechten Eltern. Die Langzeitbetrachtung zeigt, dass es sich um eine Perle handelt.
Das Konglomerat besteht aus den Bereichen Power & Gas, Wind Power & Renewables, Energy Management, Building Technologies, Mobilty, Digital Factory, Process Industries, Healthcare und Finanzdienstleistungen.

Es begann in einem Berliner Hinterhof

Alles begann 1847 in einem Berliner Hinterhof. Werner von Siemens setzte hier zunächst auf die Telegraphentechnik. Ihm zur Seite stand Georg Halske. Sie nannten das Unternehmen „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“. Mit der Zeit kamen neue Innovationen hinzu. Im November feierte der DAX-Konzern den 200. Geburtstag seines Gründers Werner von Siemens. Mit Erfindungen wie dem elektrischen Zeigertelegrafen, dem elektrischen Generator oder der weltweit ersten elektrischen Straßenbahn machte sich der Tüftler einen Namen.
Bis heute hat sich am Tüftelei-Prinzip wenig geändert. Der Elektrokonzern investiert wie seit den ersten Tagen massiv in die Zukunft. Vor allem hat der Industrietitan neuerdings Software für sich entdeckt. Hier lassen sich hohe Margen verdienen. Software lässt sich gut skalieren. Keine Lagerhaltung ist nötig. Keine Rohstoffe. Das macht das Geschäft so lukrativ für Siemens, zumal es Verzahnungen mit dem bisherigen Geschäft gibt.

Milliardenkauf von Softwarehaus Mentor Graphics

Für 4,5 Mrd. USD schluckten die Deutschen das US-Softwarehaus Mentor Graphics. Im März gaben sie den Deal bekannt. Die Programme helfen beim Design, Test und der Simulation von Halbleitern. In den vergangenen Jahren kauften die Münchener mehrere Industriesoftware-Anbieter. Nicht nur das. Auch beim Personal rüsten sie auf. So warben sie den Digital-Chef vom IT-Riesen Cisco, Cedrik Neike, ab. Der 43-jährige aus dem Silicon Valley wurde bei Siemens als neuer Vorstand für das Digitale eingestellt.
Heute beschäftigt die Gruppe 351.000 Mitarbeiter in 200 Ländern. Was der DAX-Riese in den vergangenen Jahren lernte, war wichtig: Mit dem Bau von Maschinen kommt man heute nicht mehr weit. Die Kunden wollen mehr. Sie möchten Daten analysieren können, um ihre Maschinen zu optimieren. Die Lebensdauer soll sich verlängern, die Effizienz steigen. Mittlerweile sind überall schnelle Internetverbindungen. Mit Hilfe von cleveren Algorithmen und Sensoren lässt sich vieles steuern. In der Datenwolke Cloud lassen sich Datenberge speichern, die sich im Handumdrehen durchforsten lassen.

Fabriken lassen sich per Internet steuern

Siemens steuert ganze Fabriken per Software: Vom Design über die Fertigung bis hin zur Fehlerbehebung. Die Ingenieure überwachen den gesamten Lebenszyklus eines Produkts digital. Die Welt lässt sich mit Daten wie in einem Spiegel erfassen. Jede Gasturbine, jede Verpackungsmaschine kann zunächst als virtuelles Modell vorab unter realistischen Bedingungen laufen – bevor sie hergestellt wird. So lassen sich Fehler vermeiden. Der Kunde kann enorme Kosten auf Sicht von Dekaden sparen. Sind Kunden nicht zufrieden, wechseln sie zur Konkurrenz.
Andere große IT- und Softwarefirmen wie SAP, IBM oder Google drängen schon in den Industriebereich, weil hier so viel Geld zu verdienen ist. Microsoft und Oracle preschen ebenfalls vor. Der Trend im Industriebereich wird als „Internet der Dinge“ beschrieben. Im Endeffekt lässt sich alles als Applikation auf dem Smartphone ablesen: Von der Windturbine über der Fabrik bis hin zu Kraftwerk. Hauptanliegen ist es, Maschinen besser zu managen.
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