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Krise am Golf · 05. Juli 2017

Katar verteidigt seine Position

Katar
Quelle: Shutterstock/ Dutourdumonde Photography
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Katar zeigt sich im Konflikt mit den arabischen Nachbarn unnachgiebig. Das Emirat hat die Forderungen seiner Kontrahenten kurz vor Ablauf des Ultimatums zurückgewiesen. Diese seien unrealistisch und unzulässig.

- von Sina Raich, Börse Stuttgart TV Newsredaktion –
Vor genau einem Monat hatten Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten alle diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Katar gekappt und eine Blockade über das Land verhängt. Sie begründeten den Schritt damit, dass das Emirat extremistische Gruppen unterstütze. In einem weitreichenden Forderungskatalog verlangten die Kontrahenten unter anderem, dass Katar seinen TV-Kanal Al-Dschasira schließen und die Beziehungen zum Iran, dem größten Rivalen Saudi-Arabiens, zurückfahren soll.

Kontrahenten beraten weiteres Vorgehen

Die Frist, die die Blockade-Staaten zur Erfüllung ihrer Forderungen setzten, lies Katar verstreichen. Daraufhin wurde das Ultimatum um 48 Stunden bis Dienstagabend verlängert.
Was Katar auf den Forderungskatalog antwortete, wurde zunächst nicht bekannt. Jedoch sei das Land bereit, über die Vorwürfe zu diskutieren. Dafür müsse es aber einen klaren Rahmen geben, nicht nur Drohungen.
Die Außenminister der vier gegnerischen Länder wollen heute über die Reaktion des Emirats auf ihren Forderungskatalog und ihr weiteres Vorgehen gegen Katar beraten. Sollte ihnen Katars Antwort nicht ausreichen, könnten sie weitere Sanktionen beschließen.

Unterstützung aus Deutschland

Unmittelbar vor Ablauf des Ultimatums gegen Katar hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel die Blockade-Staaten am Golf zum Dialog mit dem Emirat aufgerufen. Gabriel würdigte die zurückhaltende Reaktion des Emirats auf die Blockade. Katar habe sich von Beginn an um den Dialog bemüht, anstatt die anderen Golfstaaten zu attackieren. Er hoffe, dass die Reaktion der vier Gegner nun genauso angemessen ausfalle.

Katar will Erdgasproduktion steigern

Die Ratingagentur Moody's hat den wirtschaftlichen Ausblick für das ölreiche Emirat angesichts der Spannungen mit den arabischen Nachbarn von „stabil“ auf „negativ“ gestuft. Es sei eine längere Phase der Unsicherheit zu erwarten, die in das kommende Jahr hineinreiche.
Katar ist eine Erdöl-Monarchie, aber auch Erdgas ist im Emirat reichlich vorhanden. Vor allem im Bereich des Flüssigerdgas stellt das Land ein Drittel des weltweiten Bedarfs zur Verfügung. Der bedrängte Golfstaat hat nun eine kräftige Steigerung seiner Produktion angekündigt. Bis 2024 soll diese um 30 Prozent gesteigert werden.