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Mit Ordertypen gegen Risiken absichern · 07. Juli 2017

Ab in den Urlaub – mit dem Depot

Depotabsicherung
Quelle: Shutterstock/ Ditty_about_summer
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Wer will sich am Strand oder in den Bergen ständig mit seinem Wertpapierdepot beschäftigen, weil die Märkte gerade anders laufen als gedacht? Zu entspannten Ferien gehört deshalb ein reisefestes Depot.

- von Anja Wetzel, Börse Stuttgart TV Newsredaktion –
Märkte machen keine Ferien. Wer im Urlaub allerdings nicht dauernd ins Depot schauen, sondern lieber ausspannen möchte, sollte sich insbesondere bei kurzfristigen Investments gegen Risiken absichern – der Einsatz von Ordertypen macht’s möglich.

Die Stop-Loss-Order

Einfachen Schutz gegen Kursverluste verspricht die Stop-Loss-Order. Hinter ihr steckt die Idee, dass ein Wertpapier zum nächstmöglichen Preis verkauft wird, sobald der Kurs unter eine bestimmte Marke sinkt. Dazu definiert der Anleger – nennen wir ihn Markus – ein sogenanntes Stop-Loss, das unterhalb des aktuellen Kurses liegt. Wird diese Marke erreicht, wird automatisch eine unlimitierte Order in das Orderbuch eingestellt. Der Verkauf erfolgt zur nächsten Preisfeststellung. Viele Anleger setzen ihre Stop-Loss-Limits auf gerade Marken, so dass es zu einer Ansammlung von Stop-Loss-Orders im Orderbuch kommt. Deshalb lohnt es sich, Stop-Limits nicht bei glatten Zahlen zu setzen.

Stop-Limit-Order

Einen Schritt weiter geht die Stop-Limit-Order. Mit ihr kann Markus automatisch auf steigende oder fallende Kurse reagieren – ganz gleich, ob es um Aktien, Zertifikate, ETFs oder Anleihen geht. Dabei gibt er neben einem Verkaufslimit zusätzlich ein Stop-Loss-Limit an. Wird letzteres erreicht, wird die Order mit dem gewählten Verkaufslimit in das Orderbuch eingestellt. Wird danach ein Preis ermittelt, der größer beziehungsweise gleich dem Verlaufslimit ist, so erfolgt der Verkauf zu diesem Preis. Im Gegensatz zur einfachen Stop-Loss-Order realisiert Markus bei einer Stop-Limit-Order entweder mindestens den gewünschten Verkaufspreis oder bleibt in der Position investiert, sollte der gewünschte Mindestverkaufspreis aufgrund widriger Marktbedingungen zunächst nicht erzielt werden können.

Trailing-Stop-Order

Wer von steigenden Märkten ausgeht, sich aber trotzdem absichern möchte, kann eine Trailing-Stop-Order nutzen. Bei diesem intelligenten Ordertyp versieht Markus eine Position mit einem sich dynamisch anpassenden Absicherungsniveau und lässt so in steigenden Märkten Gewinne kontrolliert laufen. Das Nachziehen des Stop-Limits im gewählten Abstand erfolgt automatisch. Fallen die Kurse, greift das zu dem Zeitpunkt gültige Limit: Wird es erreicht, so wird das Wertpapier zum nächstmöglichen Preis verkauft. Markus sichert auf diese Weise also Gewinne ab und muss nicht ständig selbst den Markt beobachten und die Stop-Limits manuell anpassen. Unser Tipp: Wenn die Bank die Möglichkeit dazu gibt, empfiehlt es sich, immer den prozentualen Abstand zu wählen. Damit sind Kursschwankungen auch bei einer längeren Laufzeit der Order gleichmäßiger abgesichert.

One-Cancels-Other-Order

Mit der One-Cancels-Other-Order schließlich kann sich Markus sowohl für fallende als auch für steigende Kursentwicklungen positionieren. Sie besteht aus zwei parallelen Orders, von denen bei Ausführung der einen die jeweils andere gelöscht wird. Bei Orderaufgabe setzt Markus im Falle eines Verkaufs neben einem Stop-Limit zur Absicherung seiner Position nach unten gleichzeitig ein oberes Verkaufslimit. Diese Kombination begrenzt die Verluste und legt zugleich fest, wann erzielte Gewinne realisiert werden sollen.
Anlageprodukte zur Absicherung des Depots:
Erfahrene Anleger, die sich schon intensiv mit unterschiedlichen Finanzprodukten auseinandergesetzt haben, können über kurze Zeit ihr Depot auch mit Short- und Volatilitäts-Produkten absichern, etwa entsprechenden ETFs. Indem sie eine kleine Short-Position eingehen, die bei fallenden Märkten an Wert gewinnt, lassen sich mögliche Kursverluste abmildern.