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Bankhaus Ellwanger&Geiger · 07. Juli 2017

Das ist der Gipfel

Gipfel
Quelle: Shuttersock/ iamnong
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Am 7. und 8. Juli findet der G20-Gipfel in Hamburg statt. Die Finanzmärkte trifft dieser Gipfel in einer sensiblen Phase. Die Unsicherheiten um die Interpretation der künftigen EZB-Geldpolitik sind groß.

-von Michael Beck, Leiter Asset Management bei Ellwanger & Geiger-
Was für ein Kaleidoskop an Autokraten – ein türkischer Präsident Erdogan, der wieder einmal beleidigt ist, weil er kein großes Stadion zur Selbstdarstellung bekommt, ein russischer Präsident, der nach wie vor wenig Interesse zeigt, die Krisenherde der Welt zu befrieden, und ein offensichtlich von allen guten Geistern verlassener US-Präsident, der in seinem surrealen Kampf gegen die Medien sein Amt endgültig beschädigt und nicht nur einen Wrestling-Funktionär, sondern auch das Ansehen der Vereinigten Staaten von Amerika in den Schmutz zieht.

Draghi sorgt für Unsicherheit

Alle diese Herren und noch ein paar mehr darf unsere immer um Ausgleich bemühte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Zusammenarbeit mit dem neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Hamburg zum G20-Gipfel empfangen. Die Finanzmärkte trifft dieser Gipfel in einer sensiblen Phase. Nach den ersten zarten Ankündigungen des EZB-Präsidenten Mario Draghi, angesichts der starken Konjunktur in Europa die überaus expansive Geldpolitik „graduell“ zur Normalität zurückzuführen, hat sich etwas Unsicherheit breitgemacht. Viele Marktteilnehmer sehen einen wichtigen Unterstützungsfaktor für die langjährige Aktienhausse, die expansive Geldpolitik der internationalen Zentralbanken, in Gefahr.

Kurswechsel?

Dabei ist es zum einen klar, dass die geldpolitischen Zügel irgendwann wieder einmal angezogen werden müssen, um zu normalen Zuständen zu gelangen, und zum anderen sollten sich die Marktakteure über die überaus positiven Konjunkturdaten freuen, die diese mögliche geldpolitische Trendumkehr ermöglicht. Darüber hinaus bewegen sich die Zentralbanken auf historisch niedrigen Zinsniveaus. Selbst wenn einige Zinsmaßnahmen stattfinden sollten, dürften diese noch nicht genügen, um ein Zinsniveau zu erreichen, das den Aktienmärkten gefährlich werden könnte.

Hoffnung auf positive Nachrichten

Dennoch wäre es wünschenswert, dass an diesem G20-Wochenende positive Nachrichten produziert werden, die wieder zu etwas mehr Stabilität auf der Weltbühne führen würden. Zum Beispiel ein kleines Bekenntnis zum internationalen Freihandel bzw. zur Intensivierung von Friedensbemühungen in den Hotspots Syrien und Ukraine. Oder auch einfach nur zum Willen, die Menschenrechte zu beachten. Das Umfeld für die Finanzmärkte könnte so schön sein ... warten wir das Wochenende ab.