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Marktbericht: update von 17:00 Uhr · 06. April 2017

Industrie spürt sinkende Binnennachfrage

Industrie 4.0 Konzept
Quelle: Zapp2Photo / Shutterstock.com
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Die deutschen Industrieaufträge wachsen nur halb so stark wie erwartet. Der Job-Boom in den USA scheint etwas abzuebben. Das US-Handelsbilanzdefizit schrumpft. Im Fokus steht der G20-Gipfel in Hamburg. Der DAX liegt im Minus.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:23min, 06. Juli 2017, 11:18 Uhr
- von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion -
Die deutsche Industrie hat sich im Mai wegen der sinkenden Binnennachfrage nur teilweise vom Auftragsschwund im Vormonat erholt. Die Unternehmen zogen 1,0 Prozent mehr Bestellungen an Land als im April. Ökonomen hatten jedoch mit einem doppelt so starken Plus gerechnet, nachdem es im Vormonat einen deutlichen Rückgang von 2,2 Prozent gegeben hatte.
Das Bundeswirtschaftsministerium sieht den Aufschwung trotz des unerwartet schwachen Abschneidens nicht bedroht, weil das Auftragsvolumen auf dem Niveau des sehr starken ersten Quartals liege. Die solide Entwicklung der Auftragseingänge spreche ebenso wie das ausgezeichnete Geschäftsklima für eine leicht aufwärtsgerichtete Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe.
Die Inlandsaufträge sanken um 1,9 Prozent und damit bereits den dritten Monat in Folge. Dagegen nahmen die Bestellungen aus dem Ausland um 3,1 Prozent zu. Dabei kletterte die Nachfrage aus der Euro-Zone um 1,7 Prozent und die aus der restlichen Welt um 4,0 Prozent.

DAX rutscht ins Minus

Die bestehende Unsicherheit über die US-Zinspolitik ließ die Anleger zunächst kalt. Aus den Protokollen der Zinssitzung vom Juni dieses Jahres war hervorgegangen, dass sich die Notenbanker über das weitere Vorgehen uneinig sind.
Der DAX notiert aktuell bei 12.381 Punkten mit 0,6 Prozent im Minus.
Der Dow-Jones-Index notiert zur Stunde bei 21.398 Punkten mit 0,4 Prozent im Minus.
Natürlich steht jetzt vor allem der in Hamburg stattfindende G20-Gipfel im Fokus der Marktteilnehmer.

Job-Boom in den USA scheint sich leicht abzuschwächen

NEWS AUS DEM HANDEL 3:10min, 06. Juli 2017, 17:15 Uhr
Die US-Firmen haben im Juni offensichtlich weniger Personal angeheuert. Damit nehmen sie auch ein wenig den Druck von der US-Notenbank, in Kürze eine weitere Zinsanhebung vorzunehmen.
Im vergangenen Monat entstanden im privaten Sektor außerhalb der Landwirtschaft lediglich 158.000 neue Jobs. Dies teilte der Personaldienstleister ADP zu seiner aktuellen Umfrage mit. Ökonomen hatten mit 185.000 neuen Stellen gerechnet. Im Mai waren noch 230.000 Arbeitsplätze hinzugekommen.
Nun warten die Börsianer mit Spannung auf den Arbeitsmarktbericht der US-Regierung, der am Freitag, um 14:30 Uhr veröffentlicht wird. Bei diesem wird neben dem privaten auch der öffentliche Sektor betrachtet. Zudem kommen die offizielle Arbeitslosenquote sowie die Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne heraus.
Mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 4,3 Prozent wurde die angestrebte Vollbeschäftigung faktisch bereits erreicht.

US-Exporte auf Zwei-Jahres-Hoch

Das US-Handelsbilanzdefizit hat sich im Mai dank des höchsten Exportvolumens seit mehr als zwei Jahren verringert.
Die Importe übertrafen die Exporte um 46,5 Milliarden US-Dollar. Das waren 2,3 Prozent weniger als im Vormonat. Ökonomen hatten einen Rückgang vorausgesagt.
Die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen legten um 0,4 Prozent auf 192 Milliarden US-Dollar zu. und erreichten damit das höchste Niveau seit April 2015.
Die Einfuhren schrumpften dagegen um 0,1 Prozent auf 238,5 Milliarden US-Dollar.
Das Defizit im US-Handel mit China weitete sich um 14,4 Prozent auf 31,6 Milliarden US-Dollar aus. Das Minus im Handel mit der Europäischen Union erhöhte sich leicht auf 12,7 Milliarden US-Dollar.
US-Präsident Donald Trump wirft wichtigen Handelspartnern wie China und Deutschland vor, sich mit unfairen Praktiken Vorteile im internationalen Wettbewerb zu erschleichen. Vermutlich wird dieses Thema erneut auch auf dem G20-Treffen in Hamburg eine Rolle spielen.

Commerzbank im Blick eines Großinvestors?

MÄRKTE & MACHER 10:05min, 06. Juli 2017, 14:48 Uhr
Die Aktien der Commerzbank legten um 3,3 Prozent auf 11,20 Euro zu.
Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge wolle der Finanzinvestor Cerberus am Markt Aktien kaufen, um mit einem Minderheitsanteil vom Aufschwung in der Branche profitieren zu können.