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Idee stammt aus der Finanzkrise 2008 · 06. Juli 2017

G20-Gipfel in Hamburg: Gemeinsame Lösungen für globale Probleme

Hamburg mit Elbphilharmonie
Quelle: foto-select / Shutterstock.com
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Das Motto des G20-Treffens in Hamburg an diesem Wochenende lautet "Eine vernetzte Welt gestalten". Idee und Ansatz des Summit stammen aus der Zeit der letzten großen Finanzkrise.

- von Andreas Scholz, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion -
Im November 2008 brodelte es bekanntermaßen gewaltig an den globalen Finanzmärkten. An den Börsen herrschte Aufruhr. Die Finanzkrise hatte längst keine lokal begrenzten Züge, sondern ein wahrhaft globales Ausmaß angenommen. Die vernetzte Finanzwelt hatte sich gegenseitig angesteckt. Nun musste nach einer global abgestimmten und konzertierten Aktion und Reaktion gesucht werden. Idee und Ansatz der "Weltregierung" G20 waren geboren.
Im November 2008 fand dann auch der erste G20-Summit statt, damals in Washington. Es ging bei diesem informellen Treffen darum, gemeinsame Lösungen für globale Probleme zu finden. Seit dieser Zeit trifft sich diese informelle Weltregierung einmal pro Jahr in einem der 20 Mitgliedsländer.
In der Anfangszeit der G20, also zu Beginn der globalen Finanzkrise, deren Auswirkungen und Folgen noch heute die Märkte begleiten und beeinflussen, ging es in erster Linie um abgestimmte Konjunkturprogramme. Man wollte der angeschlagenen Weltkonjunktur gemeinsam unter die Arme greifen, eine jahrelange globale Rezession verhindern. In den Folgejahren ging es dann u. a. um die Schaffung und Einhaltung gemeinsamer Regeln für die Aufsicht über Finanzmärkte und Banken.
Mindestens ein Grundkonsens wurde in den Folgejahren noch immer gefunden. In den kommenden Tagen geht es in Hamburg - genau im Jahr zehn der Finanzkrise - wohl gerade noch um einen Minimalkonsens. Die beiden Kernthemen Freihandel und Klimaschutz und die Haltung der neuen US-Regierung lassen den Summit zu einer wahren Mammutaufgabe werden.
Die Grundprinzipien einer offenen Welthandelsordnung und die Vermeidung jeglichen Protektionismus stehen auf dem Spiel. Dabei ist es gerade ja der globale Handel gewesen, der mit Ausbruch der Finanzkrise vor zehn Jahren einen scharfen Knick bekam. Zuvor war er stets der Wachstumsmotor Nummer eins für die Entwicklung der Weltwirtschaft gewesen. Auch in diesem Jahr wird die Rate wohl wieder bescheiden ausfallen. Nach Berechnungen der Welthandelsorganisation WTO wird der internationale Austausch von Gütern und Dienstleistungen nur mit rund zweieinhalb Prozent wachsen.
Umso wichtiger ist es, hier keine weiteren Barrieren in den Weg zu legen und Alleingänge innerhalb der Weltgemeinschaft zu vermeiden. Die G20 muss zurück zu einer konzertierten Stärke, denn die Lage ist insgesamt betrachtet weiterhin viel zu labil und damit anfällig für erneute Krisen an den globalen Finanzmärkten. Letztere brauchen ein gesundes und nachhaltiges Wachstum der globalen Wirtschaft. Nur im Geiste dieser Tradition kann und wird die G20 auch weiterhin erfolgreich "regieren" können.