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Marktbericht: update von 14:40 Uhr · 07. April 2017

Sorgenvolle Minen: DAX verharrt

Junge Frau in Sorge vor einem Bildschirm
Quelle: Antonio Guillem / Shutterstock.com
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Geopolitische Spannungen, schwächer tendierende Ölpreise, Spekulationen um eine Straffung der Geldpolitik im Euro-Raum und der G20-Gipfel in Hamburg sorgen für Zurückhaltung am Aktienmarkt. Der US-Arbeitsmarktbericht ist durchwachsen.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:29min, 07. Juli 2017, 10:30 Uhr
- von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion -
Sorgen vor einer Verschärfung der geopolitischen Spannungen sowie Spekulationen auf eine geldpolitische Straffung in der Euro-Zone erhöhen die Nervosität am Aktienmarkt.
Zudem halten sich die Anleger offensichtlich zurück, weil sie zunächst die Ergebnisse des G20-Gipfels in Hamburg abwarten wollen.
Dazu kommt die Tatsache, dass die Ölpreise erneut schwächer tendieren.
Der DAX liegt zur Stunde kaum verändert bei 12.377 Punkten.
Der mit Spannung erwartete Arbeitsmarktbericht der US-Regierung zeigte ein durchwachsenes Bild. Die Anzahl der neugeschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft liegt zwar mit 222.000 deutlich über den Erwartungen vieler Ökonomen (Prognose: +179.000), allerdings stieg die in einer separaten Statistik ermittelte Arbeitslosenquote im Juni von 4,3 auf 4,4 Prozent. Die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich um 0,2 Prozent. Hier hatten Ökonomen mit einer Steigerung um 0,3 Prozent gerechnet.
Unterdessen kam es in der vergangenen Nacht zum zweiten Mal innerhalb von zwölf Tagen zu einem plötzlichen, vorübergehenden Kurssturz bei Edelmetallen. Der Silberpreis sackte kurz nach Mitternacht innerhalb weniger Sekunden um sieben Prozent auf ein 15-Monats-Tief von 14,86 US-Dollar ab, erholte sich aber rasch wieder. Am Nachmittag kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) Silber mit 15,82 US-Dollar noch rund ein Prozent weniger. Experten führten den zwischenzeitlichen Kurseinbruch auf eine falsch eingegebene Bestellung zurück.
Am Montag der vergangenen Woche war schon der Goldpreis in wenigen Minuten um 14 US-Dollar auf 1.241 US-Dollar eingestürzt. Auslöser dieses "Flash Crashs" soll ein sogenannter "Fat Finger"-Fehler gewesen sein. Beim Eingeben einer Verkaufsorder habe der betreffende Händler das Volumen mit der Anzahl verwechselt, hieß es in entsprechenden Meldungen.

Versorger nach Analystenkommentaren gefragt

Positive Analystenkommentare treiben heute die Kurse der Versorgertitel an.
So führen RWE die Gewinnerliste im DAX an. Die Aktien verteuerten sich bisher um 3,1 Prozent auf 17,67 Euro. E.on kletterten um 2,7 Prozent auf 8,30 Euro.
Im MDAX gewannen Innogy 2,5 Prozent und stiegen auf 35,17 Euro.
Die Werte werden durch die Analysten von Goldman Sachs zum Kauf empfohlen. Zudem haben die Experten der UBS die Aktien von E.on und RWE hochgestuft.

ProSiebenSat.1 rutschen weiter ab

Eine weitere Herabstufung durch die Analysten von Exane BNP von "outperform" auf "neutral" sorgt dafür, dass die Aktien von ProSiebenSat.1 um 2,7 Prozent abrutschen und damit die rote Laterne im DAX tragen.
Am Donnerstag hatten die Titel bereits wegen eines negativen Analystenkommentars 3,5 Prozent an Wert verloren.

Einstieg von Hedgefonds Elliott schiebt Stada an

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg über den Einstieg des Hedgefonds Elliott Management bei Stada kletterte der Aktienkurs des umworbenen Arzneimittelherstellers heute um 2,1 Prozent auf 64,20 Euro.
Demnach habe Elliott in der vergangenen Woche damit begonnen, Stada-Aktien zu erwerben. Der aktivistische Hedgefonds des umtriebigen Investors Paul Singer arbeite derzeit an einer Struktur, die eine Andienung von Anteilsscheinen an ein Bieterkonsortium vorsehe, das Stada übernehmen wolle. Die neuartige Struktur erlaube dem Bieter, die Annahmeschwelle auf 50 Prozent abzusenken.
Elliott sei mit dem Vorschlag an die Finanzinvestoren Advent International und Permira herangetreten, die vor kurzem den Bieterkampf gegen ihre Konkurrenten Bain Capital und Cinven verloren hatten. Diese wiederum waren dann mit ihrem Angebot von 66,00 Euro je Aktie gescheitert, weil die notwendige Zustimmung der Aktionäre ganz knapp nicht erreicht wurde.

Deutz-Aktien brechen nach Anteilsverkauf von Volvo ein

Die Aktien des Motorenbauers Deutz brachen heute um 13,5 Prozent auf 6,39 Euro ein, nachdem der schwedische Lkw-Hersteller Volvo über Nacht seinen kompletten 25-Prozent-Anteil für 62,73 Schwedische Kronen (6,50 Euro) je Aktie auf den Markt geworfen hatte.