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Jetzt auch Daimler? · 14. Juli 2017

Vorwürfe der Abgas-Manipulation beunruhigen auch Politik

Mercedes-Stern vor dunklen Wolken
Quelle: wegosi / Shutterstock
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Dass Volkswagen der einzige Autohersteller ist, der bei den Abgaswerten trickst konnte man sich fast nicht vorstellen. Nun also auch Daimler? Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen Mercedes.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Der Automobilhersteller wird verdächtigt fast ein Jahrzehnt Fahrzeuge mit einem unzulässig hohen Schadstoffausstoß verkauft zu haben. Konkret gehe die Behörde demnach dem Verdacht nach, dass zwei Motorenreihen eine unzulässige Abschalteinrichtung enthielten. Damit sei die Schadstoffreinigung bei den offiziellen Messungen der Behörden auf einem Prüfstand ein- und auf der Straße weitgehend ausgeschaltet worden. Insgesamt sollen mehr als eine Million Fahrzeuge betroffen sein, die zwischen 2008 und 2016 in Europa und den USA verkauft wurden.
Bereits Ende März hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart bekannt gegeben, Ermittlungen gegen Daimler aufgenommen zu haben. Mit einem Großaufgebot von Polizei und Staatsanwaltschaft wurde bei den Durchsuchungen zahlreicher Daimler-Standorte Ende Mai Beweismaterial sichergestellt.

Verkehrsministerium bestellt Daimler-Vertreter ein

In Berlin sorgt man sich angesichts der Vorwürfe um den guten Ruf deutscher Autohersteller. "Wenn sich herausstellen sollte, dass ein weiterer deutscher Weltkonzern seine Kunden und Behörden betrogen hat, dann wäre das ein deutlicher Schaden für den gesamten Industriestandort Deutschland", sagte der Verbraucherschutz-Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Ulrich Kelber, dem "Handelsblatt". Am Donnerstag bestellte das Verkehrsministerium Vertreter des Autobauers ein.

Daimler selbst kommentiert Spekulationen nicht

Kurz nach Bekanntwerden des Abgasbetrugs von VW im September 2015 hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche gesagte. "Wir halten uns grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben und haben keinerlei Manipulationen an unseren Fahrzeugen vorgenommen."
Und was sagt der Autohersteller jetzt? Zum laufenden Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stuttgart gibt es nur die in solchen Fällen übliche Standardantwort einer Unternehmenssprecherin: "Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden. Spekulationen kommentieren wir nicht."

Und die Aktie?

Nach Bekanntwerden der neuen Details hatte die Aktie zur Wochenmitte verloren, da man sich um Geldstrafen oder Rückrufaktion sorgt. Zum Wochenausklang notiert sie analog zum Gesamtmarkt kaum verändert.
Die Experten von GodmodeTrader sehen die Aktie in ihrer aktuellen Analyse vorerst in einer neutralen Zone gefangen. Diese liegt zwischen 66,16 und 63,09 EUR. Erst ein Ausbruch aus dieser Zone per Tagesschlusskurs würde ein neues Signal für eine mehrtägige Trendbewegung mit sich bringen.