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Marktbericht am Dienstag von 16:30 · 18. April 2017

Dax rutscht unter 12.400 Punkte - Trump und Euro belasten

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Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt bleibt nervös. Der Dax testet er mehrmals die Unterstützung bei der runden Marke von 12.500 Punkten, ehe er krachend darunter - und dann sogar unter 12.400 Punkte fällt.

NEWS AUS DEM HANDEL 2:36min, 18. Juli 2017, 16:29 Uhr
Bremsklotz ist der Euro, der auf annähernd 1,1550 Dollar zulegt. Damit ist er so teuer wie zuletzt im Frühjahr 2016. Der Dollar schwächte sich deutlich ab, weil die US-Republikaner erneut mit ihrem Versuch gescheitert sind, die Gesundheitsreform von Ex-Präsident Barack Obama einzudampfen. Die Stimmung in der Deutschen Wirtschaft trübt sich leicht ein - Der ZEW-Index fällt schwächer aus als erwartet.
Der Dow-Jones eröffnete 0,3 Prozent im Minus bei 21.560 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,25 Prozent auf 2453 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,3 Prozent nach auf 6297 Stellen.
Vor allem Banken waren im Fokus der Investoren. Goldman Sachs konnte sie nicht überzeugen. Der Gewinn der Investmentbank stagnierte wegen eines schwachen Handelsgeschäfts. Die Aktien lagen 0,7 Prozent im Minus. Die Papiere von Bank of America verloren 0,6 Prozent, obwohl die höheren Zinsen das Geschäft des Instituts ankurbelten.
Die Anteilsscheine von Harley Davidson rauschten zehn Prozent in den Keller. Die Kunden des US-Motorradherstellers werden älter und halten sich mit dem Kauf einer neuen Maschine zurück.
Zur Beunruhigung am Markt trug aber auch der Rückschlag für Trump bei. Die Republikaner scheiterten erneut mit ihrem Versuch, die Gesundheitsreform von Ex-Präsident Barack Obama einzudampfen. "Dieses Fiasko bedeutet, dass die Steuerreform und die Investitionen in die Infrastruktur auf der Kippe stehen", sagte ein Analyst.

Lufthansa ist zuversichtlich

Bei den Einzelwerten stehen Lufthansa  im Fokus. Die Fluggesellschaft hat angesichts einer hohen Nachfrage nach Sommer-Flugtickets und eines Gewinnsprungs in den ersten sechs Monaten ihre Jahresprognose für das Betriebsergebnis erhöht.
Trotzdem fallen die Aktien am Vormittag zunächst deutlich um über vier Prozent.
Allerdings fängt sich der Kurs wieder und er pendelt sich bei einem marktkonformen Minus von leicht über einem Prozent ein.

Goldman Sachs stagniert – Anleihenhandel bricht ein

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat im zweiten Quartal unter einem schwachen Handelsgeschäft gelitten. Der Gewinn stagnierte bei 1,63 Milliarden Dollar.
Bankchef Lloyd Blankfein sprach von einem durchwachsenen Quartal.
Die Einnahmen im besonders wichtigen Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen brachen um 40 Prozent auf 1,16 Milliarden Dollar ein, da sich die Kunden angesichts relativ stabiler Börsen zurückhielten.
Im Vorjahreszeitraum hatten die Turbulenzen rund um das Brexit-Votum noch für rege Handelsaktivitäten gesorgt.

Zalando wächst langsamer

Europas größter Online-Modehändler Zalando hat seinen Umsatz im Frühjahrsquartal nicht so stark wie erwartet gesteigert. Der Erlös zwischen 19 und 21 Prozent auf 1,09 bis 1,11 Milliarden Euro. Analysten hatten hier gut 22 Prozent erwartet. Für das Gesamtjahr strebt Zalando weiter ein Plus zwischen 20 und 25 Prozent an. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag zwischen 80 und 86 Millionen Euro. Zu Handelsbeginn geben die die Aktien knapp zehn Prozent nach.
Zalando leidet möglicherweise schon jetzt unter den Plänen von Amazon: Amazon stellte im Juni sein Modeangebot "Prime Wardrobe" vor. Dabei bekommen Kunden Bekleidung zum Anprobieren zugeschickt. Sie bezahlen nur diejenigen Stücke, die sie behalten wollen.

Analystenlob

Die Prognoseanhebung der Lufthansa und eine Hochstufung durch Analysten geben den Aktien von Fraport Rückenwind. Sie steigen vorbörslich um jeweils 2,5 Prozent und sind unter den größten Gewinnern im MDax. Analysten von JP Morgan stuften die Titel auf "neutral" von "underweight" nach oben und erhöhten ihr Kursziel auf 85 Euro von 58 Euro.
Anleger folgen einer Kaufempfehlung für Alstria Office. Die Titel um 2,7 Prozent und sind mit Abstand der gefragteste Werte im MDax. Analysten von Goldman Sachs starteten ihre Bewertung für die Aktien mit "buy" und nannten ein Kursziel von 14,50 Euro. Am Montag gingen Alstria Office mit einem Kurs von 11,78 Euro aus dem Handel.