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Marktberich Mittwoch update 16:30 · 19. April 2017

Dax: Zurückhaltung vor dem EZB Zinsentscheid

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Das niedrigere Kursniveau hatte Morgen einige Anleger an den deutschen Aktienmarkt gelockt. Doch dann folgte ein zähes Ringen mit dem Vortages Schlusskurs. Erst am Nachmittag besserte sich die Stimmung, als der Euro nochmals leicht nachgab.

MÄRKTE & MACHER 2:51min, 19. Juli 2017, 15:30 Uhr
-von Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion-
Offensichtlich hielten sich Anleger vor der EZB Sitzung (Donnerstag) über weite Strecken zurück. Aber mit guten US Wirtschaftsdaten kam der Euro leicht unter Druck, was wiederum dem Dax auf die Sprünge half. Auch der Ölpreis klettert nach US Lagerdaten.
Im Tagesverlauf standen einige Bilanzen auf den Terminkalendern:
Der schwedische Autobauer Volvo enttäuschte mit seiner Zwischenbilanz und kam unter die Räder.
Und auch der holländische Navigationsgeräte-Hersteller TomTom hat Schwierigkeiten mit der "Smartphone Konkurrenz".
In den USA ließen sich unter anderem Morgan Stanley American Express und die Telekom-Tochter T-Mobile US in die Bücher schauen.
Zudem endet bei dem an die Börse strebenden hessischen Lkw-Zulieferer Jost-Werke die Zeichnungsfrist - die Aktien kommen wohl zu 27 Euro - so ein Insider.
Auf der Konjunkturseite standen die US-Wohnbaubeginne für Juni an - hier zeichnet sich eine Belebung des Immobilienmarktes ab.
In New York starteten die Börsen etwas fester in den Tag.

Finanzinvestoren unternehmen erneuten Anlauf bei Stada

Die Finanzinvestoren Bain und Cinven starten ihren zweiten Anlauf für die Übernahme des hessischen Arzneimittelherstellers Stada. Die Aktionäre können nun bis zum 16. August ihre Anteile anbieten.
Vorstand und Aufsichtsrat gingen aus heutiger Sicht davon aus, den Anteilseignern die erneute Offerte zur Annahme empfehlen zu können.
Die Stada-Aktionäre sollen nun 66,25 Euro je Aktie erhalten, 25 Cent mehr als zuvor. Vor allem aber senkten die Beteiligungsfirmen die Mindestannahmeschwelle für die 5,3 Milliarden Euro schwere Offerte auf 63 von 67,5 Prozent. Zu Beginn des ersten Vorstoßes hatte sie noch bei 75 Prozent gelegen, war aber wegen Anlaufschwierigkeiten gesenkt worden.
Bain und Cinven waren bei ihrem ersten Anlauf gescheitert, weil nicht genügend Aktionäre die Offerte angenommen hatten.
Stada Aktien lagen heute bei 65,40 knapp ein halbes Prozent im Plus.

Dieselskandal: Daimler ruft Fahrzeuge zurück

Daimler kündigt unter dem Druck der Diskussion über Fahrverbote für Dieselautos und Abgas-Betrugsermittlungen eine massive Rückrufaktion an. Insgesamt drei Millionen Mercedes-Benz Pkw mit Dieselmotoren in Europa sollen durch eine Nachrüstung weniger schädliches Stickoxid ausstoßen, teilte der Autobauer mit.
Die "freiwillige Servicemaßnahme", wie Daimler den Rückruf nennt, werde rund 220 Millionen Euro kosten. Die Kunden sollen nichts bezahlen.
Daimler Aktien fallen nach positivem Start auf den Schlusskurs vom Dienstag zurück.

IBM mit Problemen

IBM kommt bei seinem Strategieschwenk aus dem Tritt. Im zweiten Quartal sank nicht nur der Umsatz in der schon länger schwächelnden Hardware-Sparte.
Nun verlangsamte sich auch das Wachstum im zukunftsträchtigen Geschäft mit Cloud-Computing, Cybersicherheit, Datenanalyse und künstlicher Intelligenz.
Insgesamt fiel der Umsatz überraschend kräftig um fünf Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar und damit das 21. Quartal in Folge. Der Nettogewinn sank um sieben Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar.

Zahlen von Volvo und TomTom

Volvo geraten nach Zahlen unter die Räder
Mit seinem Zwischenbericht hat Volvo am Mittwoch die Anleger nicht von weiteren Käufen überzeugen können. Die Aktien des schwedischen Lkw- und Baumaschinenherstellers fielen in Stockholm um 4,7 Prozent auf 138,60 Kronen. Zwar war der Betriebsgewinn stärker als erwartet gestiegen, und Volvo rechnet mit einer Belebung des Lkw-Marktes in Nordamerika.
Aber der Daimler- und VW-Rivale sorgte laut Analysten mit der Gewinnmarge im Lkw-Geschäft für eine Enttäuschung. Morgan Stanley fürchtet zudem, Volvo könnte im zweiten Halbjahr unter anderem wechselkursbedingt Gegenwind bekommen. Die Aktien haben seit Jahresbeginn über 30 Prozent gewonnen, während Daimler rund neun Prozent einbüßten und VW lediglich um rund sieben Prozent stiegen.
Smartphone-Konkurrenz macht Navi-Hersteller TomTom zu schaffen
Der Navi-System-Erfinder TomTom leidet darunter, dass viele Autofahrer ihr Smartphone nutzen, um den Weg zu finden, und kein eigenes tragbares Navigationssystem mehr kaufen. Die Niederländer setzen deswegen verstärkt auf Karten und Auto-Software, Flottenmanagement-Systeme und Technologie für selbstfahrende Autos. Der Umsatz ging nach Angaben vom Mittwoch im abgelaufenen Quartal um vier Prozent auf 253 Millionen Euro zurück, der Gewinn sank um zehn Prozent auf 21 Millionen Euro. Die Holländer rechnen zudem nicht mit einer schnellen Trendwende. Für das Gesamtjahr erwarten sie nunmehr einen Umsatz am unteren Ende der zuletzt genannten Spanne von 925 bis 950 Millionen Euro.