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Softwarekonzern erhöht Umsatzprognose · 20. Juli 2017

SAP lässt Aktionären über Aktienrückkauf bis zu 500 Millionen zukommen

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Der Walldorfer Software-Riese SAP hat sich nach einer starken Umsatzentwicklung im zweiten Quartal etwas optimistischer zum Gesamtjahr 2017 geäußert. Auch die Aktionäre will man an der Wachstumsentwicklung teilhaben lassen.

-Von Andreas Scholz, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Gute „Kopfnoten“ aus der „Walldorf Schule“ . Insbesondere Dank des Flaggschiffproduktes S4/Hana kann SAP mit einer guten Umsatzentwicklung im zweiten Quartal überzeugen. Der Umsatz stieg etwas stärker als vom Markt erwartet und zwar um rund neun Prozent auf 5,78 Milliarden Euro. Treiber hierfür war insbesondere die anhaltend starke Nachfrage nach dem Softwarepaket S4. Nach Aussage von SAP-Chef Bill McDermott baue S4 seine marktführende Position rasch aus und sei dabei, neue Branchen zu erobern. Er sprach von einem wahren „Blockbuster“. Aufgrund dieser Entwicklung traue sich SAP zu, die Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach oben zu korrigieren. Europas größter Softwarehersteller rechnet für 2017 jetzt mit einem Jahresumsatz zwischen 23,3 und 23,7 Milliarden Euro. Das wären 100 Millionen Euro mehr als zuletzt prognostiziert.

Gewinnentwicklung hinkt Umsatz hinterher

Während die Umsatzprognose für 2017 angehoben wurde, blieb die operative Ergebnisprognose unverändert. Hier rechnet SAP für 2017 nach wie vor mit einer Spanne zwischen 6,8 und 7,0 Milliarden Euro. Im abgelaufenen zweiten Quartal verdiente SAP operativ etwas weniger als von Analysten erwartet. Das um Sondereinflüsse und Währungseffekte bereinigte operative Ergebnis stieg zwar um drei Prozent auf 1,57 Milliarden Euro, verfehlte damit aber knapp den Marktkonsens von 1,59 Milliarden Euro. Der Grund für das im Vergleich zum Umsatz etwas langsamere Gewinnwachstum lag vor allem an den gestiegenen Kosten für Vertrieb und Werbung. Auch wurde mehr in Forschung und Entwicklung investiert. Hinzu kommen gestiegene Personalkosten. Die Walldorfer haben im ersten Halbjahr 2017 die Zahl der Mitarbeiter um weitere 3.000 auf jetzt rund 87.000 erhöht.
 

Rückgang unter dem Strich

Das alles drückt auch unter dem Strich auf den Gewinn. So ging das Nettoergebnis im zweiten Quartal um immerhin 18 Prozent auf 666 Millionen Euro zurück. Als weitere Belastung nennt SAP hier ein Abfindungsprogramm für ältere Mitarbeiter. So wird der Bereich Service derzeit stärker auf den veränderten Bedarf der Cloud-Softwarekunden umgestellt. Das sind Kunden, die die SAP-Software über das Internet mieten, anstatt sie sich zu hohen Einmalkosten fest installieren zu lassen. Dieser Umstand verändert auch den gesamten Service-Apparat von SAP. Bislang stieg das Geschäft mit Cloud-Software rasant an, zuletzt ließ das Wachstum in diesem Bereich aber wieder etwas nach, lag im zweiten Quartal aber immer noch bei einem Plus von 27 Prozent. Nach Aussage von McDermott sei die „Cloud-Story“  vollkommen intakt. Im Übrigen lege auch das klassische Lizenzgeschäft weiter zu.
Neben dem Abfindungsprogramm im Service drückten auch die aktienbasierten Vergütungen an die Belegschaft auf den Gewinn. Hier werde der Effekt im zweiten Halbjahr aber nicht mehr ganz so stark ausfallen. Dafür will SAP allen seinen Aktionären noch in diesem Jahr bis zu 500 Millionen Euro über den schon angekündigten Aktienrückkauf zukommen lassen