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Marktbericht Freitag 14:30 · 21. April 2017

Dax am kleinen Verfallstag deutlich unter Druck

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Zum Wochenausklang lassen es Anleger am kleinen Verfallstag zunächst ruhig angehen. Der Dax öffnet mit einem kleinen Minus von 20 Punkten - rutsch dann aber zur Mittagszeit rasant unter 12.400 Punkte. Der Euro auf 2 Jahres Hoch belastet.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:28min, 21. Juli 2017, 12:32 Uhr
-von Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichten-
Der Euro bleibt nach Einschätzung von Börsianern vorerst das Zünglein an der Waage für die Aktienmärkte. "Die Entwicklung am Devisenmarkt wird in der neuen Woche den Takt an der Börse vorgeben", sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. "Anleger werden sehr genau darauf schauen, in welche Richtung sich der Euro-Dollar-Kurs bewegt." Zudem haben Investoren eine Flut an Firmenzahlen zu verdauen. Die Bilanzsaison geht dies- und jenseits des Atlantiks in die Vollen.
Die deutliche Aufwertung der Gemeinschaftswährung auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 1,1677 Dollar bremste die Aktienmärkte in Europa bereits in der alten Woche aus - der Dax verlor gut zwei Prozent auf rund 12.350 Punkte. Den auf Export fokussierten europäischen Unternehmen bekommt die Euro-Stärke nicht, ihre Waren werden im Welthandel weniger wettbewerbsfähig.
Seit Jahresbeginn wertete der Euro zum Dollar um gut zehn Prozent auf. Hintergrund dafür sind Spekulationen von Anlegern, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bald damit beginnt, die Zügel in der Geldpolitik zu straffen. Insidern zufolge soll im Oktober eine Entscheidung über die Zukunft der umstrittenen billionenschweren Anleihenkäufe getroffen werden. Für Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets steht die Geldpolitik der EZB vor einer Wende. "Diese mag, wenn sie kommt, sehr langsam vonstattengehen, aber ein Richtungswechsel bleibt ein Richtungswechsel, egal ob schnell oder langsam."
STÄRKERER DOLLAR KÖNNTE EURO WIND AUS DEN SEGELN NEHMEN
Für Spannung sorgt daher am Mittwoch die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, die im Gegensatz zur EZB bereits den Fuß vom Gaspedal genommen und die Zinsen zuletzt vier Mal angehoben hat. "Es werden zwar keine weiteren Änderungen am Leitzins erwartet, aber zurückhaltende Aussagen über die US-Geldpolitik könnten den Dollar stärken", sagt Analyst Basse. Dies könne zu Gewinnmitnahmen beim Euro führen, was wiederum die Aktienmärkte stützen könne. Investoren hoffen auch darauf, dass die Fed Hinweise gibt, wann sie mit dem Abbau ihrer durch Anleihenkäufe aufgeblähten Bilanz beginnt. Expertin Birgit Henseler von der DZ Bank geht allerdings davon aus, dass es dazu erst im September Neuigkeiten geben wird.
Ein weiterer wichtiger Termin für die Börsen steht am Freitag an, wenn die USA aktuelle Daten zum Wirtschaftswachstum bekanntgeben. Analysten rechnen mit einem auf das Jahr hoch gerechneten Wachstum von rund 2,5 Prozent. "Der Aufschwung geht damit mit mäßigem Tempo in sein neuntes Jahr", betont Volkswirt Ralf Solveen von der Commerzbank.
Einblicke in die Verfassung der deutschen Wirtschaft geben der Ifo-Geschäftsklimaindex am Dienstag und der Gfk-Konsumklimaindex am Donnerstag. Gleich zu Wochenbeginn stehen Einkaufsmanagerindizes für die Euro-Zone auf der Agenda. "Die Stimmungsindikatoren dürften alles in allem bestätigen, dass die Konjunktur im Euro-Raum derzeit ordentlich läuft", sagt Solveen.

Cloud schiebt Microsoft

Microsoft profitiert kräftig vom boomenden Cloud-Geschäft. Der Quartalsgewinn sprang deswegen um 108 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar in die Höhe, wie das Unternehmen mitteilte.
Der Umsatz stieg demnach um neun Prozent auf 24,7 Milliarden Dollar. Beide Kennziffern übertrafen die Erwartungen der Analysten. Im Cloud-Geschäft legten die Erlöse um elf Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar zu.

Ebay warnt

ebay warnt vor einem mauen Geschäftsverlauf in diesem Quartal. Der bereinigte Gewinn je Aktie dürfte im Zuge von Investitionen ins Marketing und der Umgestaltung der Ebay-Plattform am Ende bei 46 bis 48 Cent liegen. Analysten hatten 48 Cent je Anteilsschein erwartet und schmissen aus Enttäuschung Ebay-Aktien aus ihren Depots.
Hohe Kosten für die Ausweitung des Angebots und eine millionenschwere Steuerrückstellung brockten dem Konzern zudem einen Gewinneinbruch ein.

Visa verdient mehr

Der US-Kreditkartenanbieter Visa hat im dritten Quartal mehr verdient als im gleichen Vorjahreszeitraum.
Der Zahlungsdienstbetreiber profitierte von einem Anstieg der Transaktionen. Der Gewinn stieg auf 2,06 Milliarden Dollar von 412 Millionen Dollar, die Einnahmen legten um 26 Prozent auf 4,57 Milliarden Dollar zu.

Nachfrage nach Luxusuhren treibt Swatch-Gewinn

Der Uhrenhersteller Swatch hat im ersten Halbjahr in den richtigen Takt zurückgefunden. Dank einer anziehenden Nachfrage nach edlen Zeitmessern und Schmuckstücken stieg der Umsatz in der Zeit von Januar bis Juni um 1,2 Prozent auf 3,759 Milliarden Franken.
Der Gewinn kletterte auf 269 (Vorjahr: 251) Millionen Franken.
Damit verfehlte Swatch die Erwartungen der Analysten, die mit einem Gewinn von 285 Millionen Franken und einem Umsatz von 3,735 Milliarden Franken gerechnet hatten.
Swatch äußerte sich zuversichtlich für die zweite Jahreshälfte. Es werde ein sehr positives Wachstum in Lokalwährungen im zweiten Halbjahr erwartet.