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Kartellstrafe belastet das Ergebnis · 25. Juli 2017

Alphabet bleibt auf Gewinnspur

Smartphone und Laptop mit der geöffneten Google-Suchmaske
Quelle: tongcom photographer/Shutterstock
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Alphabet hat auch im zweiten Quartal des laufenden Jahres prächtig Geld verdient. Zwar ging der Gewinn, nicht zuletzt aufgrund einer Strafzahlung durch die EU-Kommission, etwas zurück. Unter dem Strich bleibt dennoch ein sattes Plus.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Zuerst die gute Nachricht: Alphabet hat auch im abgelaufenen Quartal einen Gewinn in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar erzielt. Die schlechte Nachricht: Das sind immerhin fast 1,4 Milliarden US-Dollar weniger als zuletzt. Noch etwas drastischer fällt der Gewinneinbruch pro Aktie aus. Lag der Gewinn pro Aktie im Vorjahresvergleichszeitraum noch bei sieben US-Dollar, sank dieser nun auf 5,01 US-Dollar pro Anteilsschein. Und das obwohl die Umsätze in den vergangenen drei Monate deutlich stärker als erwartet angezogen haben. So stiegen diese um ganze 21 Prozent auf rund 26 Milliarden US-Dollar, womit die Analystenerwartungen doch vergleichsweise deutlich geschlagen wurden.

EU-Kommission versalzt die Gewinn-Suppe

Den doch recht deutlichen Gewinneinbruch hat Alphabet vor allem der EU-Kommission zu verdanken. Diese hatte im Juni den Konzern wegen „angeblich regelwidriger Ausnutzung seiner Marktmacht bei Produkt-Anzeigen in Suchergebnissen“ zu einer Rekordstrafe von 2,4 Milliarden Euro verdonnert. Zwar ist dieses Urteil noch nicht rechtskräftig und Alphabet behält sich bis dato vor Berufung einzulegen, doch in der jüngsten Quartalsbilanz wurde die Rekordstrafe dennoch schon einmal berücksichtigt.

Werbe-Margen gehen zurück

Ohne die im Raum stehende Strafe durch die EU-Kommission würden sich die jüngsten Zahlen allerdings schon wieder ganz anders lesen. So hätte Alphabet im vergangenen Quartal 6,3 Milliarden US-Dollar verdient und somit gut 1,4 Milliarden US-Dollar mehr als im Vorquartal. Doch Abseits aller Querelen mit den EU-Wettbewerbshütern, gibt es dennoch einige Details die den Anlegern nicht unbedingt schmecken. Zwar wächst das Geschäft mit Werbung bei Google unvermindert weiter, allerdings waren zuletzt die Margen mit Anzeigen auf Computern und Smartphones rückläufig. Während das Werbe-Geschäft auf Computern bereits seit einiger Zeit zunehmend schleppend verläuft, sind rückläufige Erlöse auf Smartphones ein eher ungewohntes Bild.

Analysten bleiben optimistisch

Die Zahlen wurden heute von den Aktionären nicht besonders gut aufgenommen und die Aktie von Alphabet avanciert nachbörslich zu einem der größten Verlierer am US-Aktienmarkt. Ohnehin kämpft die Aktie von Alphabet seit einigen Wochen etwas um Halt, doch der erste Schreck durch die EU-Kommission scheint mittlerweile verdaut. So ist die Mehrheit der Analysten noch immer äußerst positiv für die Alphabet-Aktie gestimmt, was sich unmittelbar an den Empfehlungen der Finanzexperten ablesen lässt. So empfehlen immer noch 34 Analysten die Aktie zum Kauf, vier Analysten raten sogar dazu die Aktie zu „überweichten“. Nur fünf Analysten raten derzeit dazu die Aktie zu halten und nur ein einziger Analyst stellt die Aktie zum „Verkauf“.