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Covestro übertrifft Erwartungen · 25. Juli 2017

Bayer-Tochter profitiert von Preissteigerungen

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Quelle: 360b / Shutterstock
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Gute Nachrichten aus Leverkusen: Die Bayer-Tochter hat im abgelaufenen Quartal einen deutlichen Sprung bei Umsatz und Gewinn erzielt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Der Kunststoffkonzern Covestro hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet. Das Betriebsergebnis (Ebitda) kletterte um 56 Prozent auf 848 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit 772 Millionen Euro gerechnet. Covestro setzte 3,5 Milliarden Euro um, ein Plus von 17 Prozent binnen Jahresfrist. Das Konzernergebnis wurde auf 484 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Insbesondere Preiserhöhungen haben der Bayer-Kunststofftochter Rückenwind verliehen.

Jahresziele bekräftigt

Die im April erhöhten Jahresziele hat der Konzern am Dienstag bekräftigt. Für 2017 rechnet Covestro mit einem Betriebsgewinn deutlich über dem Vorjahresniveau von gut zwei Milliarden Euro. Das Mengenwachstum im Kerngeschäft soll unverändert im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich liegen. Im laufenden Quartal wird mit einem signifikanten Plus beim Betriebsgewinn gerechnet.
Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hatte sein Kunststoffgeschäft im Herbst 2015 an die Börse gebracht. Aktuell hält Bayer noch rund 41 Prozent an Covestro, möchte aber mittelfristig komplett aussteigen. Covestro fertigt und entwickelt Werkstoffe, wie z. B. Lacke, Kleb- und Dichtstoffsysteme und Polycarbonate.

Aktie nach Zahlenvorlage gesucht

Mit einem Plus von rund zwei Prozent war die Covestro-Aktie am Dienstag in den Handel gestartet. Damit gehörte sie zu den größten Gewinnern in der zweiten Börsenliga. Am Nachmittag sind die Gewinne allerdings weggeschmolzen und die Aktie verliert knapp ein Prozent. In den vergangenen drei Monaten musste die Aktie etwas Federn lassen, auf Sicht auf einem Jahr konnte die Covestro-Aktie hingegen knapp 60 Prozent zulegen und damit die Entwicklung von Eurostoxx 50 und MDAX deutlich übertreffen.
Auf dem Kapitalmarkttag Anfang Juli in London hatte Covestro-Chef Patrik Thomas geäußert, dass sie bis zum Jahr 2022 insgesamt mit fünf Milliarden Euro freie Mittel aus dem operativen Geschäft rechnen. Einen Teil dieser liquiden Mittel will Covestro an die Aktionäre ausschütten und damit eine steigende oder mindestens stabile Dividende zahlen. Auch ein Aktienrückkaufprogramm oder eine Sonderdividende sind möglich. 2016 schüttete der MDAX-Konzern bei einem freien Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft von 1,37 Milliarden Euro insgesamt 273 Millionen Euro aus. Anleger erhielten damit 1,35 Euro je Papier.