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Aktienrückkaufprogramm geplant · 31. Juli 2017

HSBC: Die Gewinne sprudeln wieder

Logo von HSBC auf einem Gebäude
Quelle: Hatchapong Palurtchaivong/Shutterstock
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Es gibt noch Banken bei den es auch in diesen Tagen richtig rund läuft. Die britische HSBC hat im abgelaufenen Quartal wieder einmal prächtig verdient und plant nun sogar ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Der Gewinn im abgelaufenen Quartal kletterte um satte 57 Prozent auf mittlerweile wieder stolze 3,87 Milliarden US-Dollar. Wie HSBC bekannt gab, verdiente man in den vergangenen drei Monaten vor Steuern sogar 5,3 Milliarden Euro. Immerhin 47 Prozent mehr als im Vorjahresvergleichszeitraum. Vor allem aufgrund des starken jüngsten Quartals, zieht man bei der britischen Bank ein positives Halbzeit-Fazit für das laufende Geschäftsjahr. Unter dem Strich beläuft sich der Halbjahres-Gewinn bei der HSBC auf sieben Milliarden US-Dollar. Auch das sind immerhin gut zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

HSBC hat Kosten im Griff

Es scheint als hätte die HSBC vor allem die Kosten mittlerweile wieder verstärkt im Griff. Denn die Erträge gingen im vergangenen Quartal um gut elf Prozent zurück und lagen zuletzt bei 26,2 Milliarden US-Dollar. Allerdings hat der Umsatzrückgang ein wenig andere Gründe als beispielsweise bei der Deutschen Bank. Auch Deutschlands größte Bank hatte bereits in der Vorwoche einen Ertragsrückgang zu vermelden. Bei der HSBC führt man diesen jedoch vor allem auf Wechselkurseffekte und ausbleibender Einnahmen aus dem verkauften Brasilien-Geschäft zurück. Das bereinigte Ergebnis ohne Sondereffekte liegt, so HSBC, mit gut drei Prozent über dem Vorjahr. Es ist jedoch vor allem eine zunehmend positive Kostenstruktur von der die britische Bank mittlerweile profitiert. So wurden diese im ersten Halbjahr um 12 Prozent auf mittlerweile 16,4 Milliarden US-Dollar reduziert.

Weiterer Aktienrückkauf geplant

Aufgrund der starken Zahlen strebt HSBC nun ein Aktienrückkaufprogramm an. Insgesamt will die Bank Aktien im Gegenwert von zwei Milliarden US-Dollar einsammeln. Das Programm soll im zweiten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres abgeschlossen werden. Der beschlossene Aktienrückkauf kommt allerdings nicht wirklich überraschend. Bereits seit dem vergangenen Jahr kündigte HSBC immer wieder den Rückkauf von eigenen Aktien an. Somit soll überschüssiges Bargeld an die Anteilseigner zurückgeführt werden, was den Aktionären der HSBC durchaus gefallen dürfte. Mit dem jüngst beschlossenen Rückkauf würde die Bank bis zum Jahresende insgesamt gut 5,5 Milliarden US-Dollar zurückführen.

Aktie hat einen Lauf

Von drohenden Brexit-Querelen ist bei der britischen Bank derzeit nicht wirklich etwas zu bemerken. Im Gegenteil: Auf Jahressicht stieg die Aktie der HSBC um mehr als 50 Prozent. Vor allem in den vergangenen drei Monaten erlebte die Aktie noch einmal eine neue Aufwärtsdynamik und konnte (jeweils auf Euro-Basis) um fast 19 Prozent zulegen. Dennoch könnte es in dieser Woche noch einmal ein wenig spannend werden. Bereits vor gut zweieinhalb Wochen mussten die in London angesiedelten Banken bei der Bank of London ihre Brexit-Pläne vorlegen. Dabei ging es konkret um die Frage wie man mit dem bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU umgehen möchte. Gleich mehrere Großbanken haben angekündigt die britische Finanzmetropole zu verlassen und gegebenenfalls in ein anderes EU-Land umzusiedeln. Die Ergebnisse dieser Befragung werden am kommenden Donnerstag veröffentlicht.