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Analystenerwartungen übertroffen · 01. August 2017

Infineon: Gewinne legen kräftig zu

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Quelle: 360b/Shutterstock
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Der Chiphersteller Infineon kann sich im dritten Geschäftsquartal über steigende Umsätze freuen. Und das, obwohl das Umfeld für den DAX-Konzern zuletzt nicht unbedingt einfach war.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Der Konzernumsatz stieg in den vergangenen drei Monaten um vier Prozent zum Vorquartal, das Segmentergebnis sogar um 14 Prozent. Infineon profitiert derzeit von einer anhaltend starken Nachfrage nach Halbleitern für Industrieanwendungen und in der Stromversorgung. Ein Umstand, der sich unmittelbar im Ergebnis für das dritte Quartal widerspiegelt (das Geschäftsjahr bei Infineon wird zum 30. September abgeschlossen). Das Ergebnis aus den Segmenten verbesserte sich zum Vorquartal um 14 Prozent auf nun 338 Millionen Euro. Die Segmentergebnis-Marge betrug damit 18,5 Prozent nach 16,8 Prozent im zweiten Quartal des Geschäftsjahres. Die verbesserte Margenentwicklung zeigt sich bei Infineon recht deutlich in der Gewinnentwicklung. So verdiente Infineon unter dem Strich 253 Millionen Euro nach 199 Millionen Euro im Vorquartal. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies sogar einer Steigerung von rund 36 Prozent. Die Erwartungen der Analysten wurden insbesondere im Hinblick auf die Gewinnentwicklung deutlich übertroffen.

Dollar-Schwäche wird zur Belastung

Wenngleich sich die Zahlen auf den ersten Blick sehr gut lesen, so kämpft Infineon dennoch mit dem ein oder anderen Problemfeld. Vor allem in der bislang besonders stark wachsenden und größten Konzernsparte Automotive verzeichnet Infineon derzeit eine nur stabile Nachfrage. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass insbesondere in diesem Bereich die Latte schon sehr hoch lag. Etwas schwerer wiegt da schon die Währungsseite. Der schwache US-Dollar drückte den Umsatz zuletzt um zwei Prozent und das Ergebnis sogar um acht Prozent.

Infineon sieht sich voll im Soll

Bei Infineon sieht man sich derzeit jedoch voll im Soll: „Unsere Prognose hat sich voll bestätigt. Das dritte Quartal hat die erwartete Dynamik gezeigt“, so Dr. Reinhard Ploss, Vorsitzender des Vorstands von Infineon in einer heutigen Pressemitteilung. „Insbesondere gefragt sind unsere Leistungshalbleiter für unterschiedliche Anwendungen von erneuerbaren Energien bis hin zu Rechenzentren. Auch der Markt für Elektromobilität beschleunigt weiter. Wir haben in diesem Bereich in neun Monaten fast doppelt so viel Neugeschäft für die kommenden fünf bis zehn Jahre gewinnen können wie im gesamten Geschäftsjahr 2016.“

Analysten bleiben optimistisch

Für die Aktie von Infineon lief es in den vergangenen Monaten gar nicht mal so schlecht. Zwar steht auf Monatssicht ein Minus von rund 1,5 Prozent zu Buche, allerdings ist das immer noch ein wenig besser als die Entwicklung am Gesamtmarkt. Auf Sicht von einem Jahr konnte die Aktie allerdings um durchaus beachtlich 24 Prozent zulegen. Und geht es nach der Mehrheit der Analysten, so ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Von insgesamt 23 Analysten empfehlen derzeit 14 die Aktie zu „kaufen“. Nur fünf Analysten raten derzeit die Aktie zu „halten“, während vier die Aktie zum „Verkauf“ stellen. Der jüngste Kommentar kam in dieser Woche von JP Morgan Chase. Vor Zahlen beließ Analyst Sandeep Deshpande die Aktie auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 21,50 Euro.