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Marktbericht: update von 16:40 Uhr · 01. Mai 2017

Chaos im Weißen Haus - Bilanzen verbreiten trotzdem gute Laune

Grafik des Weißen Hauses
Quelle: Jim Larkin / Shutterstock.com
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Die innenpolitische Entwicklung in den USA bereitet den Börsianern Sorgen. Unterdessen tendierte die US-Währung erneut schwächer, sodass der Euro über die Marke von 1,18 Dollar kletterte. Der DAX legt zu, weil Firmenbilanzen stützen.

MÄRKTE & MACHER 3:14min, 01. August 2017, 10:34 Uhr
- von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion - 01.08.2017 -
Viele Investoren zweifeln zunehmend an der Einigkeit der Republikaner von US-Präsident Donald Trump. Diese wäre aber notwendig, um zum Beispiel die steuerpolitischen Vorstellungen des US-Präsidenten durchzusetzen. Gerade auch der seit Monaten anhaltende Anstieg der Aktienkurse in den USA ist auf die hohe Erwartungshaltung der Börsianer in Bezug auf steuerliche Erleichterungen und ein riesiges Investitionsprogramm für die Infrastruktur in den USA zurückzuführen. Doch diese Vorhaben lassen weiter auf sich warten. Stattdessen wirkt der Führungsstil im Weißen Haus chaotisch. Neueste Episode ist, dass gestern der Kommunikationschef von Donald Trump nach nur zehn Tagen im Amt gefeuert wurde.
Der US-Dollar tendierte erneut schwächer. Somit kletterte der Euro inzwischen über die Marke von 1,18 US-Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren.
Der Dow-Jones-Index erreichte dagegen gestern an der Wall Street ein neues Allzeithoch von 21.929,80 Punkten. Mit 21.891 Zählern ging der Leitindex dann aus dem Handel. Aktuell liegt der Kurs bei 21.973 Punkten mit 0,4 Prozent im Plus. Kurz nach Eröffnung des Handelstages wurde mit 21.988,34 Zählern bereits ein neuerliches Allzeithoch aufgestellt.
Der DAX notiert zur Stunde bei 12.293 Punkten mit 175 Zählern bzw. 1,5 Prozent im Plus. Dabei profitiert das deutsche Börsenbarometer von überwiegend positiv aufgenommenen Firmenbilanzen.

Infineon steigert den Gewinn deutlich

Vor allem die hohe Nachfrage nach Leistungshalbleitern für die Industrie hat dem Chiphersteller Infineon einen kräftigen Gewinnzuwachs beschert.
Das Gesamtergebnis schnellte im dritten Geschäftsquartal auf 338 Millionen Euro nach oben. Das ist ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Außerdem liegt das Ergebnis über den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 1,83 Milliarden Euro. Damit habe das dritte Quartal die erwartete Dynamik gezeigt, sagte Vorstandschef Reinhard Ploss.
Der Aktienkurs kletterte heute um 2,4 Prozent auf 18,83 Euro.

Fresenius erzielt Gewinnsprung

Fresenius profitiert von der Übernahme des spanischen Klinikbetreibers Quironsalud. So legte der Gewinn im zweiten Quartal binnen Jahresfrist um 21 Prozent auf 459 Millionen Euro zu. Damit erlöste der Gesundheitskonzern mehr als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz kletterte im selben Zeitraum um 18 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Die Aktien verteuerten sich bisher um 2,4 Prozent auf 73,18 Euro.
Mit Erleichterung haben Anleger auf den Zwischenbericht der Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) reagiert. Die Papiere notieren aktuell bei 80,74 Euro mit einem Aufschlag von 1,2 Prozent. Dabei waren die Zahlen hier nicht ganz so hoch wie Analysten erwartet hatten. Die "Flüsterschätzungen" lagen aber offenbar deutlich niedriger. So hatten die Titel in den vergangenen vier Wochen um 5,2 Prozent eingebüßt, während der DAX im selben Zeitraum nur 1,7 Prozent verlor.

Wetter und Feiertage drücken Gewinn von HeidelbergCement

NEWS AUS DEM HANDEL 2:53min, 01. August 2017, 16:47 Uhr
Der Baustoffkonzern HeidelbergCement musste im zweiten Quartal einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen. Viel Regen habe die Bauarbeiten in Nordamerika behindert, hieß es aus dem Unternehmen. Zudem war die Zahl der Arbeitstage gegenüber dem Vorjahresquartal wegen des Osterfestes im April und des Ramadan-Endes im Juni geringer.
Der Gewinn verringerte sich ohne Währungs- und Konsolidierungseffekte um ein Prozent auf 964 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt eigentlich mit 985 Millionen Euro gerechnet. Das Unternehmen selbst wollte 998 Millionen Euro anpeilen.
Die Aktie rutschte dann heute auch bis auf 82,14 Euro ab. Mittlerweile liegt der Kurs aber bei 85,36 Euro mit 1,8 Prozent im Plus.