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Marktbericht: update von 17:00 Uhr · 03. Mai 2017

Euro-Zone: Wirtschaftsklima auf 17-Jahres-Hoch

Jubelnde Manager
Quelle: wavebreakmedia / Shutterstock.com
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Das Wirtschaftsklima im Euro-Raum ist so gut, wie seit dem Herbst des Jahres 2000 nicht mehr. Der heutige Börsentag wird allerdings durch eine Flut von Unternehmenszahlen dominiert. Der DAX liegt im Minus.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:13min, 03. August 2017, 11:20 Uhr
- von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion - 03.08.2017 -
Der Geschäftsklimaindex für die Euro-Zone ist für das dritte Quartal um 8,8 auf 35,2 Punkte gestiegen. "Dies ist der höchste Wert seit Herbst 2000", sagte ifo-Präsident Clemens Fuest und fügte hinzu: "Das starke Wachstum dürfte sich damit im zweiten Halbjahr 2017 fortsetzen."
Im Frühjahr war das Bruttoinlandsprodukt in der Währungsunion um 0,6 Prozent gewachsen. Die im vierteljährlichen Rhythmus befragten 340 Experten bewerten insbesondere die Lage besser als zuletzt. Aber auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate wurden optimistischer bewertet.
In den vier größten Volkswirtschaften Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien verbesserten sich sowohl die Lage als auch die Erwartungen. Die gute Konjunktur geht aber vorerst nicht mit einem steigenden Preisdruck einher. Zumindest fielen die Inflationserwartungen der befragten Experten für dieses Jahr von 1,6 auf 1,5 Prozent.
Die US-Dienstleister haben im Juli überraschend deutlich an Schwung verloren. Das Barometer für den Sektor fiel um 3,5 auf 53,9 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit elf Monaten. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 57,0 Zähler gerechnet. Bei mehr als 50 Punkten signalisiert der Index  Wachstum. Die Unternehmen stellten weniger Mitarbeiter ein. Auch die Aufträge wuchsen nicht mehr so stark wie zuletzt.
Die US-Industrie hat im Juni mehr Aufträge an Land gezogen als erwartet. Die Bestellungen legten um 3,0 Prozent zum Vormonat zu. Dies ist der stärkste Zuwachs seit Oktober 2016. Ökonomen hatten im Schnitt lediglich mit einem Plus von 2,9 Prozent gerechnet.
Der Aktienmarkt wird heute allerdings durch zahlreiche Firmenbilanzen dominiert. Der DAX reagierte darauf bisher mit einem Abschlag von 0,2 Prozent auf 12.155 Punkte.
Der Dow-Jones-Index zeigt sich aktuell bei 22.015 Punkten unverändert.

Zahlenflut der DAX-Werte

Adidas (193,15 Euro / +0,7 Prozent) Umsatz und Gewinn steigen schneller als erwartet
BMW (79,38 Euro / +0,7 Prozent) Quartalsgewinn überraschend deutlich gesteigert
Beiersdorf (90,40 Euro / -1,8 Prozent) Trotz Hackerangriff Rekordgewinn erzielt
Continental (188,70 Euro / -0,4 Prozent) Umsatzprognose dank florierender Autozulieferung angehoben
Deutsche Telekom (15,55 Euro / +0,1 Prozent) Starkes US-Geschäft: Prognose angehoben
Merck (92,85 Euro / -0,1 Prozent) Schwächeres Flüssigkristallgeschäft bremst Betriebsgewinn
ProSiebenSat.1 (33,96 Euro / -1,2 Prozent) Umsatz und Gewinn über Erwartungen
Siemens (112,50 Euro / -3,1 Prozent) Zahlen schwächer als von Analysten erwartet

Daten aus dem MDAX

Dürr (97,30 Euro / -7,0 Prozent) Der Autozulieferer hat im zweiten Quartal überraschend weniger verdient.
Rheinmetall (86,40 Euro / +1,3 Prozent) Der Konzern hat nach kräftigen Zuwächsen im ersten Halbjahr die Latte für 2017 höher gelegt.
Stada (65,72 Euro / -0,1 Prozent) Der Arzneimittelhersteller hat dank eines deutlichen Wachstums im Bereich Generika Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal gesteigert.

Bei Nordex droht Stellenabbau

Beim Windturbinenbauer Nordex müssen Mitarbeiter in Deutschland um ihre Arbeitsplätze bangen. Der seit Februar amtierende Firmenchef Jose Luis Blanco wolle nach dem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr die Kosten senken, hieß es. Man sei mit Arbeitnehmervertretern bereits in Verhandlungen. Weltweit beschäftigt Nordex 5.200 Mitarbeiter, rund 3.500 davon in Deutschland.
Der Aktienkurs sprang heute um 6,9 Prozent auf 12,44 Euro nach oben.