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Geschäfte in Asien laufen gut · 03. August 2017

BMW überrascht mit Gewinnsprung

BMW-Logo auf einem Kühlergrill
Quelle: Karl Ahnee/Shutterstock
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Das sind doch endlich mal wieder gute Nachrichten aus der deutschen Autoindustrie. BMW überrascht mit den Zahlen für das zweite Quartal und feiert einen überraschenden Gewinnsprung. Bei den Anlegern kommt das Zahlenwerk gut an.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
BMW konnte im abgelaufenen Quartal sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis deutlicher steigern, als im Vorfeld von Analysten erwartet. Der Umsatz stieg zuletzt um drei Prozent auf 25,8 Milliarden Euro. Das EBIT konnte sogar um acht Prozent auf mittlerweile 2,93 Milliarden Euro gesteigert werden und liegt somit leicht über den Erwartungen von Analysten. Diese hatten im Vorfeld mit einem EBIT von 2,87 Milliarden Euro gerechnet. Das Ergebnis vor Steuern liegt mit 3,1 Milliarden Euro ebenfalls leicht oberhalb der Erwartungen. Besonders erfreulich bewerten Beobachter die Marge im Kerngeschäft. Diese liegt mit 9,7 Prozent mittlerweile doch recht komfortabel im Zielkorridor von acht bis zehn Prozent.

Absätze in Asien wachsen dyanmisch

Die Bayern profitieren zuletzt insbesondere von guten bis sehr guten Absätzen in Asien. So wurden in den vergangenen sechs Monaten allein in Asien 415.888 Fahrzeuge abgesetzt. Das entspricht einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum. Das größte Wachstum erzielte einmal mehr der chinesische Markt. Mit 293.572 Fahrzeugen wurden 18,5 Prozent mehr Fahrzeuge an den Mann gebracht, als noch im Vorjahr. Weniger gut läuft es für BMW derzeit in den USA. Im ersten Halbjahr gingen die Umsätze um 2,5 Prozent auf mittlerweile 217.530 Fahrzeuge zurück. Selbst in Europa konnte BMW im vergangenen Quartal weiter zulegen und die Absätze um 2,2 Prozent auf 555.206 Einheiten steigern. Die jüngsten Turbulenzen haben demnach keine wesentlichen Spuren in der jüngsten Quartalsbilanz hinterlassen. Das könnte sich jedoch im dritten Quartal ändern.

Kosten für Modelloffensive gut weggesteckt

Der Gewinnsprung im zurückliegenden Quartal ist durchaus eine kleine Überraschung, da BMW aktuell eine groß angelegte Modelloffensive ausrollt. In diesem und im kommenden Jahr will BMW rund 40 neue und überarbeitete Modelle seiner drei Premiummarken BMW, MINI und Rolls-Royce auf die Straße bringen. Die laufende Modelloffensive ist die bislang größte und umfangreichste in der Konzerngeschichte. Den Auftakt machte bereits vor einigen Monaten die neue BMW 5er Reihe, die laut Angaben von BMW, bereits sehr gut angenommen wurde. BMW-Vorstandschef Krüger: „Der neue 5er begeistert unsere Kunden und hat seinen sehr erfolgreichen Marktstart im zweiten Quartal fortgesetzt. Wir gehen davon aus, dass die BMW Group mit ihren drei Premiummarken 2017 einen neuen Absatzrekord erzielen und der führende Anbieter von Premiummobilität bleiben wird“. Doch der Angriff auf die Konkurrenz um Daimler und Co. ist nicht unbedingt billig und erfordert Investitionen in Milliardenhöhe. Doch diese scheint BMW bislang ganz gut wegzustecken.

Ausblick bestätigt

Für die kommenden Monate gibt man sich bei BMW ebenfalls optimistisch. Konzernchef Krüger: „Wir streben 2017 bei den Auslieferungen im Segment Automobile und dem Konzernergebnis vor Steuern leichte Zuwächse auf jeweils neue Bestmarken an […] Nach dem ersten Halbjahr blicken wir mit Zuversicht auf diese Ziele und starten vorsichtig optimistisch in das zweite Halbjahr. Jedoch gehen wir angesichts zentraler Technologie- und Strategieprojekte sowie der Umsetzung der größten Modelloffensive in der Geschichte der BMW Group im weiteren Jahresverlauf unverändert von höheren Aufwendungen aus. Hinzu kommen ein politisch volatiles Umfeld sowie hohe Vorleistungen für die Elektromobilität und das autonome Fahren.“ Abgesehen von den politischen Unwägbarkeiten denen sich BMW aktuell ausgesetzt sieht, rechnet der Konzern im laufenden Jahr unverändert mit einer EBIT-Marge im Bereich von acht bis zehn Prozent. Beim Umsatz geht BMW von einer „soliden“ Steigerung aus, was gemeinhin bedeutet, dass man mit Zuwächsen von etwas weniger als zehn Prozent rechnet.