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Versicherer mit Gewinnrückgang · 04. August 2017

Swiss Re vor stürmischen Zeiten?

Logo der Swiss Re
Quelle: 360b/Shutterstock
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Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re muss im abgelaufenen Quartal einen empfindlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Druck auf die Aktie dürfte angesichts der eher schwachen Zahlen weiter zunehmen.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Die Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re hat in den vergangenen sechs Monaten einen Rückgang beim Gewinn und den gebuchten Bruttoprämien verbucht. Der Nettogewinn fiel um gut ein Drittel auf nun 1,2 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahresvergleichszeitraum verdiente der Schweizer Rückversicherer immerhin noch rund 1,86 Milliarden US-Dollar. Nicht ganz so drastisch, aber immer noch empfindlich fielen die gebuchten Bruttoprämien. Diese gingen im ersten Halbjahr um 8,3 Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar zurück.

"Debbie" belastet

Der Rückversicherer begründet den Gewinnrückgang einerseits mit Sondergewinnen aus dem Vorjahr. Diese wurden 2016 vor allem durch das Anlageportefeuille von Life Capital erzielt. Andererseits hätte man Schadenszahlungen in Höhe von 320 Millionen US-Dollar durch den Wirbelsturm „Debbie“ in Australien in Australien zu verkraften gehabt.  Schlussendlich dürfte auch der zunehmend harte Wettbewerb innerhalb der Branche den Schweizern zugesetzt haben. Insgesamt bewegen sich die Zahlen jedoch deutlich unterhalb der Erwartungen von Analysten. Diese rechneten zwar mit einem Gewinnrückgang, allerdings nicht in dieser Höhe.

Euphorie sieht anders aus

Zumindest in den Sparten Lebens- und Krankenversicherung laufen die Geschäfte noch halbwegs stabil, ohne jedoch wirklich für Euphorie zu sorgen. So konstatiert Finanzvorstand David Cole: "Während unsere Geschäftssegmente Property & Casualty weiterhin dem anhaltenden Preisdruck ausgesetzt waren - wie die gesamte Branche und der Markt generell - lieferten die Lebens- und Krankenversicherungs-Segmente stabile oder sogar verbesserte Ergebnisse." Das Wort „stabil“ ist nicht gerade beliebt bei Analysten.

Analysten bleiben optimistisch

Trotzdem sind es gerade die Analysten die wieder etwas Hoffnung schöpfen und dem Rückversicherer wieder mehr zutrauen. So gab es im Juli insgesamt fünf neue Analystenkommentare für die Swiss Re. Und alle fünf sprechen eine klare Kaufempfehlung für die Aktie aus. Das ambitionierteste Kursziel mit 111,00 Schweizer Franken kommt dabei von JP Morgan Chase. Analyst Edward Morris schreibt, dass er die Zahlen für das erste Halbjahr in seinem Bewertungsmodell berücksichtig habe, diese jedoch nichts an seiner grundsätzlich positiven Einschätzung für den Rückversicherer ändern.