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Aktionäre können sich trotzdem freuen · 07. August 2017

Berkshire Hathaway mit Gewinnrückgang

Warren Buffett auf einem Podium
Quelle: Krista Kennell/Shutterstock
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Es ist bereits der zweite Gewinnrückgang in Folge. Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat auch im abgelaufenen Quartal deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Grund zur Sorge besteht dennoch keine.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Im vergangenen Quartal brachen die Gewinne bei Berkshire Hathaway um satte 15 Prozent ein. Das bedeutet allerdings auch, dass Berkshire Hathaway im vergangenen Quartal immerhin 4,3 Milliarden US-Dollar verdiente. Der operative Gewinn sank ebenfalls um elf Prozent, doch trotz alledem stehen immer noch 4,1 Milliarden US-Dollar zu Buche. Die Gewinne lagen somit unterhalb der Erwartungen von Analysten, allerdings hatte dies – bislang – keine nachhaltigen Auswirkungen auf den Aktienkurs. Die anfänglichen Verluste nach Bekanntgabe der Zahlen wurden weitestgehend bereits wieder nivelliert.

Versicherungsgeschäft läuft schleppend

Zunehmend schleppend verlief zuletzt vor allem das Versicherungsgeschäft, einer gemeinhin wichtigen Stütze in Buffetts Imperium. Allein im Versicherungsgeschäft verzeichnete Berksire Hathaway im abgelaufenen Quartal ein Minus von 22 Millionen US-Dollar. Im Vorjahresvergleichszeitraum wurde immerhin noch ein Gewinn in Höhe von 337 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Ein Umstand der aktuell nur wenig verwundern kann: Das Versicherungsgeschäft ist immer wieder größeren Schwankungen ausgesetzt, was zuletzt auch andere Versicherer zu spüren bekamen. Zudem leidet die Branche insgesamt unter einem zunehmenden Wettbewerbsdruck, der sich ebenfalls negativ bemerkbar machte.

Buffett bleibt Banken treu

Ebenfalls nicht wie gewohnt lief es zuletzt in der Investmentsparte von Berkshire Hathaway. Zwar stieg der Wert des Portfolios um 143 Millionen US-Dollar, allerdings ist das weniger als die Hälfte des Vorjahresergebnisses (394 Millionen US-Dollar). Vor allem Buffetts größte Position, Well Fargo, schnitt, mit einem Minus von gut vier Prozent, in den vergangenen Monaten deutlich schlechter ab, als der Gesamtmarkt. Trotzdem bleibt Buffett den US-Banken weiter treu. Erst vor gut sechs Wochen wandelte er Vorzugsaktien der Bank of America. Mit einem Anteil von rund sieben Prozent ist Buffett somit größter Aktionäre des Bankhauses.

Buchwert nimmt weiter zu

Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten bei Berkshire Hathaway: Der „Buchwert“ von Berkshire Hathaway stieg in den vergangenen sechs Monaten um 6,2 Prozent auf 182 816 US-Dollar je Aktie. Im selben Zeitraum des Vorjahres stieg dieser „book value“ nur um 2,9 Prozent. Zudem erreichten die Aktien von Berkshire Hathaway in der vergangenen Woche ein neues Allzeithoch bei 272.000 US-Dollar. Die B-Aktien von Berkshire Hathaway gingen am vergangenen Freitag bei 179,92 US-Dollar ebenfalls nur knapp unter der runden Marke von 180 US-Dollar aus dem Handel.

Berkshire Hathaway bleibt DER Überflieger

Trotz nachlassender Gewinne bleiben die Anteilsscheine von Berkshire Hathaway die absoluten Überflieger am US-Aktienmarkt. Wie Oliver Baron von GodmodeTrader vorrechnet, konnte der Buchwert der Berkshire-Aktie von 1965 bis Ende 2016 um jährlich 19 Prozent gesteigert werden. „Insgesamt entspricht dies wegen des Zinseszinseffekts einem Anstieg um phänomenale 884 319 Prozent. Der Aktienkurs legte sogar um jährlich 20,8 Prozent und damit insgesamt um mehr als 1,9 Millionen Prozent zu, während der breite US-Aktienmarkt gemessen am S&P 500 (inklusive reinvestierter Dividenden) nur eine Performance von 9,7 Prozent pro Jahr beziehungsweise insgesamt 12 717 Prozent erzielte.“