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Marktbericht: update von 16:20 Uhr · 07. April 2017

Deutsche Produktion überraschend gedrosselt

Junge Frau in der Produktion
Quelle: ESB Professional / Shutterstock.com
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Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Juni überraschend gedrosselt. Gleichzeitig wirken an der Börse die starken Arbeitsmarktdaten aus den USA vom Freitag nach. Der Euro liegt unter 1,18 US-Dollar. Der DAX gibt leicht nach.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:09min, 07. August 2017, 10:21 Uhr
- von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion - 07.08.2017 -
Nach zuvor fünf Anstiegen in Folge haben die deutschen Unternehmen ihre Produktion im Juni erstmals wieder gedrosselt. Industrie, Baubranche und Energieversorger stellten zusammen 1,1 Prozent weniger her als im Vormonat. Ökonomen hatten dagegen mit einem Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet. Im Mai hatte die Fertigung noch um kräftige 1,2 Prozent zugelegt.
Trotz dieses unerwarteten Rückschlags zog die Produktion im gesamten zweiten Quartal um 1,8 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres an. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium war zu hören, dass die Auftragseingänge sowie die Indikatoren für das Geschäftsklima darauf hin deuteten, dass sich die aufwärtsgerichtete Tendenz bei der industriellen Erzeugung weiter anhalte.
Der Aktienmarkt wurde zuletzt durch die leichte Entspannung am Devisenmarkt gestützt. Aktuell liegt der DAX aber bei 12.245 Punkten mit 0,4 Prozent im Minus. Der Euro notiert bei 1,1890 US-Dollar und damit rund einen US-Cent unter dem Zweieinhalb-Jahres-Hoch aus der Vorwoche.
Der Dow-Jones-Index zeigt sich momentan an der Wall Street in New York kaum verändert bei 22.098 Punkten.
Die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten hatten am Freitag eine große Wirkung. Sie schüren Spekulationen darauf, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinsen vor dem Jahresende noch einmal anheben werde und im September Details zum Abbau ihrer billionenschweren Wertpapierbestände bekannt gebe.
Der Autozulieferer ElringKlinger hat seinen operativen Gewinn in ersten Halbjahr um zwölf Prozent auf 76,3 Millionen Euro gesteigert. Die im SDAX gelisteten Aktien gaben trotzdem deutlich nach.
Das Karriere-Netzwerk XING steigerte im ersten Halbjahr seinen Umsatz um 22 Prozent auf 86 Millionen Euro. Im selben Zeitraum wuchs der operative Gewinn um 19 Prozent auf 27,3 Millionen Euro. Die im TecDAX notierten Aktien kletterten um mehr als drei Prozent.

Stahlpreis auf Viereinhalb-Jahres-Hoch

Anleger haben offenbar in Erwartung eines Angebotsengpasses heute verstärkt in Stahl investiert. Der Preis für eine Tonne stieg heute an der Börse Shanghai um bis zu sieben Prozent und lag mit 4.013 Yuan (597 US-Dollar) so hoch, wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr.
Parallel dazu kletterte der Preis für Eisenerz um bis zu 7,3 Prozent auf ein Fünf-Monats-Hoch von 587,50 Yuan (87 US-Dollar) je Tonne.
Die chinesische Regierung hat Stahlhütten in mehreren Regionen angewiesen, die Produktion im Winter zu halbieren. Damit soll die Smog-Belastung während der Heizperiode reduziert werden. Vor diesem Hintergrund rechnen Experten in den kommenden Monaten mit weiteren Preisanstiegen.

FMC nach nach teurer Übernahme unter Druck

Der Kauf des US-Rivalen NxStage Medical hat die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) heute belastet. Der Kurs fiel um mehr als zwei Prozent. Damit ist FMC Schlusslicht im DAX. Die Talfahrt der vergangenen Woche setzt sich also fort.
Händlern zufolge zahle FMC einen Aufschlag von rund dreißig Prozent auf den Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Einigen Anlegern kommt das offenbar sehr hoch vor, zumal die US-Firma seit Jahren rote Zahlen schreibt. Analysten sind hingegen durchaus positiv gestimmt. Der Deal käme zwar überraschend, sei aber aus strategischer Sich mittelfristig sinnvoll, hieß es. Außerdem werde FMC flexibler, da sich NxStage auf die Dialyse bei den Patienten zu Hause spezialisiert habe, auch wenn dies aus technischer Sicht nicht einfach sei.

Analysten treiben Evotec an

Ein positiver Kommentar von Analysten der deutschen Bank treiben heute die Aktien von Evotec um mehr als neun Prozent nach oben. Die Experten stuften ihre Empfehlung von "Halten" auf "Kaufen" nach oben.

SGL Carbon stark gefragt

Die Aktien von SGL Carbon verteuerten sich heute um mehr als fünf Prozent. Das Unternehmen möchte wohl das Joint Venture mit BMW komplett übernehmen, hieß es.