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Logistiker überwindet Margenschwäche · 08. August 2017

Deutsche Post feiert Rekordquartal

Pakteabholstation der Deutschen Post DHL
Quelle: defotoberg/Shutterstock
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Die Deutsche Post ist auch im zweiten Quartal profitabel gewachsen. Mehr noch: Mit einem Konzern-EBIT von 841 Millionen Euro verzeichnete die Deutsche Post DHL Group das stärkste zweite Quartal seiner Geschichte.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Bei der Deutschen Post läuft es weiterhin richtig rund. Allein im vergangenen Quartal konnte der Logistiker den Konzernumsatz um 4,4 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro steigern. Das operative Ergebnis konnte sogar um 11,8 Prozent zulegen und erreichte somit einen neuen Quartals-Bestwert – immerhin den bereits siebten hintereinander. Insofern verwundert es kaum, dass sich auch der Vorstandsvorsitzende, Frank Appel, mehr als zufrieden zeigt: „Wir sind mit dem zweiten Quartal wie auch mit dem gesamten ersten Halbjahr sehr zufrieden. Unser Unternehmen wächst in allen Bereichen und steigert seinen Gewinn kontinuierlich". Trotz starker Zahlen sind einige Analysten nur bedingt zufrieden. Vor allem beim Umsatz hatten sie der Deutschen Post etwas mehr zugetraut. Auf der anderen Seite konnte jedoch die deutliche Gewinnsteigerung positiv überraschen. Das EBIT konnte doch etwas deutlicher gesteigert werden, als im Vorfeld erwartet. Mit deutlich zweistelligen Zuwächsen beim operativen Ergebnis waren die Unternehmensbereiche Express (+12,2 Prozent) und Supply Chain (+21,6 Prozent) maßgebliche Treiber für die Profitabilitätsverbesserung des Konzerns.

Deutsche Post hat Margen wieder im Griff

Erfreulich zu bewerten ist insbesondere der Umstand, dass die Deutsche Post offenbar ihre Margen wieder im Griff hat. Im ersten Quartal konnten die Gewinne noch nicht ganz mit dem Umsatzwachstum mithalten. Mittlerweile scheint diese Margenschwäche jedoch schon wieder überwunden. Das Konzernergebnis konnte im vergangenen Quartal deutlich dynamischer zulegen (+11,8 Prozent) als die Umsätze (+4,4 Prozent).

Ausblick

Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr wurde erwartungsgemäß bestätigt. Mit dem bisherigen Jahresverlauf zeigt sich die Deutsche Post vollumfänglich zufrieden und geht entsprechend optimistisch in die kommenden Monate. CEO Appel: „Nach dem erfreulichen Abschneiden im bisherigen Jahresverlauf sind wir auf bestem Wege, unsere EBIT-Ziele für das Gesamtjahr 2017 zu erreichen. Auch für die kommenden Jahre sind wir unverändert optimistisch: Alle unsere Unternehmensbereiche sind dank ihrer Fokussierung auf wachstumsstarke Märkte wie den weltweiten E-Commerce bestens für langfristiges Wachstum aufgestellt". In nackten Zahlen heißt das, dass der Logistiker im laufenden Jahr mit einem Anstieg des Konzern-EBIT auf 3,75 Milliarden Euro rechnet. Der operative Gewinn soll in den Jahren von 2013 bis 2020 um durchschnittlich acht Prozent pro Jahr gesteigert werden.

Commerzbank mit "Kaufempfehlung"

Die Aktie der Deutschen Post hat eine rasante Kursentwicklung hinter sich. Auf Jahressicht konnten die Anteilsscheine des Logistikers um fast 25 Prozent zulegen. Und aus Sicht von Analysten ist dieser Aufwärtstrend noch nicht vorüber. Von insgesamt 22 Analysten empfehlen aktuell 14 die Aktie zu „kaufen“, während nur zwei Analysten die Anteilsscheine derzeit zum „Verkauf“ stellen. Im August gab es bislang drei neue Kommentare. Während die Commerzbank und die Citigroup die Aktie zum „Kauf“ empfehlen, rät Bernstein Research die Aktie lediglich zu „halten“. Bernstein-Analyst Daniel Roeska hält die Aktie des Logistikers auf dem aktuellen Niveau für „gut ausgewogen“. Zwar seien aus seiner Sicht das Briefgeschäft und die Express- und Supply-Chain-Sparten durchaus attraktiv, allerdings geht er nicht davon aus, dass die für 2020 gesteckten Ziele erreicht werden können. Ganz anders bewertet Commerzbank-Analyst Adrian Pehl die aktuelle Situation. Er stufte die Aktie in der vergangenen Woche von „Halten“ auf „Kaufen“ herauf und hob gleichzeitig sein Kursziel von 33 auf 41 Euro an. Aus einer Sicht dürfte die Aktie auf lange Sicht von steigenden Barmittelzuflüssen und sinkenden Investitionsquoten profitieren.