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Traderfox – Kolumne · 08. August 2017

Swisscom - Schweizer Dividendenperle

Swisscom-Telefonzelle in der Schweiz
Quelle: Martin Good/Shutterstock
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Vom Telekomkonzern aus Ittigen nahe Bern können Anleger gewiss keine großen Sprünge erwarten. Aber dafür steht der Marktführer für eine hohe Kontinuität und Profitabilität.

-zum Autor: Tim Schäfer ist Finanzjournalist-
 
Zwar stagnierte voriges Jahr der Umsatz bei 11,6 Mrd. CHF. Doch stieg der Überschuss von 1,36 auf 1,60 Mrd. CHF. Sprudelnde Dividenden sind ein Argument für die Aktie, an der die Schweizer Regierung zu 51 % beteiligt ist.
Seit dem Börsengang 1998 fließen stetig Ausschüttungen – Tendenz steigend. Anfang April gab es 22 CHF brutto beziehungsweise 14,30 CHF netto je Aktie. Rund 70 % des Gewinns schütten die Eidgenossen aus. Die Dividendenrendite beläuft sich auf saftige 4,7 %. Das KGV beträgt 16,8. Im Frühjahr 2015 erklomm der Kurs ein Hoch bei 554 EUR. Inzwischen korrigierte der Titel auf 427 EUR, was eine Chance ist.

In der Schweiz und Italien vernetzt

Die 21.000 Beschäftigten fokussieren sich auf Geschäfts- und Privatkunden sowie Großhandel und IT. In der Schweiz haben sie rund zwei Millionen Breitband-Kunden. Hinzu kommen 6,6 Millionen Handy-Verträge und 1,4 Millionen TV-Anschlüsse. In Italien ist die Breitband-Tochter Fastweb eine Perle. Fastweb betreut 2,4 Millionen Breitband-Anschlüsse. Hier wächst das Geschäft flott. Die Eidgenossen setzen in Italien im Prinzip ihre Erfahrungen vom Heimatmarkt um – mit erstaunlichem Erfolg. Das Netz von Fastweb erreicht 100 Städte in Italien, was einer Abdeckung von 30 % beziehungsweise 7,5 Mio. Haushalten entspricht. Fastweb hatten die Eidgenossen im Mai 2007 für 3 Mrd. EUR mehrheitlich übernommen. Anschließend kauften sie die restlichen Aktien auf und setzten ein Delisting in Milan durch.

Aktie eignet sich zur Langfristanlage

Warum eignet sich Swisscom zum „Buy and Hold“, also zum Kaufen und Liegenlassen? Überschaubar ist der Wettbewerb. Der Aufbau eines umfangreichen Netzes ist kaum für neue Wettbewerber möglich. Es wäre zu teuer und aufwändig. Zumal der Markt stark reguliert wird und Zulassungen nötig sind. Diente früher das Netz überwiegend für die Sprachkommunikation, ist es heute für Datenaustausch unverzichtbar.
Das Netz ist die Voraussetzung für den technologischen Fortschritt. Es kommt ihm folglich eine wichtige Rolle zu. Die Schweizer haben eines der besten Netze weltweit. „Wir setzen alles daran, dass es auch in Zukunft so bleibt“, verspricht der Konzern. Eine neue Studie belegt, dass die Abdeckung mit Breitband-Internet exzellent ist. Insbesondere in ländlichen Gebieten.
Bis Ende 2021 soll in der Heimat zu 90 % Ultrabreitband verfügbar sein. In Italien soll eine ultraschnelle Abdeckung in Höhe von 50 % ein Jahr früher erreicht werden.
Analysten glauben, Swisscom kann weiterhin mit Kontinuität glänzen. Das heißt, konstante Umsätze und hohe Profitmargen von circa 13 % wie bisher. Bis Silvester möchte die Führungsetage auf alle Fälle den Umsatz stabil bei 11,6 Mrd. CHF belassen. Das EBITDA soll wie im Vorjahr bei 4,2 Mrd. CHF landen.

1. Quartal durchwachsen, CEO aber zuversichtlich

Im 1. Quartal gab es keine negativen Überraschungen. Der Umsatz schrumpfte minimal. Vorstandschef Urs Schaeppi gibt unumwunden einige Herausforderungen zu: „Wir haben im 1. Quartal ein solides Ergebnis erarbeitet und dies bei weiterhin hohem Druck und in einem schwierigen Umfeld. Die Tendenzen von 2016 setzten sich, wie erwartet, auch im 1. Quartal 2017 fort. Das Kerngeschäft, insbesondere die Festnetztelefonie, ging deutlich zurück. Der intensive und stark promotionsgetriebene Wettbewerb und die hohe Marktsättigung fordern uns bezüglich Umsatz und Profitabilität.“
Gleichzeitig macht CEO Schaeppi Hoffnung: „Erfreulich sind das anhaltende Wachstum bei TV und den Kombiangeboten und die großen Fortschritte im Ausbau unserer Ultrabreitbandnetze. Ebenso freut mich der Markterfolg von Fastweb im Mobilfunk- und Breitbandbereich. Für den weiteren Jahresverlauf rechne ich mit anhaltend hohem Preisdruck. Ich verspreche mir aber auch einen Absatzschub dank inOne, unserem neuen Bündelangebot. Unsere finanzielle Prognose für 2017 bleibt unverändert; wir sind auf Kurs.“
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