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Übernahmelaune hält an · 08. August 2017

FMC stärkt US-Geschäft und übernimmt NxStage Medical

Modern medical technologies concept
Quelle: Sergey Nivens / Shutterstock
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Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care setzt seinen Expansionskurs fort und übernimmt für zwei Milliarden US-Dollar das US-Unternehmen NxStage Medical. Die Übernahme erfolgt für 30 US-Dollar je Aktie in bar.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Der Kauf des amerikanische Medizintechnik- und -dienstleistungsunternehmen NxStage soll voraussichtlich im kommenden Jahr zum Abschluss gebracht werden. Gemäß dem Merger Agreement hat sich Fresenius Medical Care North America verpflichtet, alle ausstehenden Aktien von NxStage Medical gegen eine Barzahlung in Höhe von 30,00 Dollar pro Stammaktie erwerben. Das entspricht einem Aufschlag von rund 30 Prozent auf den Schlusskurs vom vergangenen Freitag.
Das Management von NxStage befürworte die Übernahme, die offizielle Übernahmegenehmigung seitens der Behörde steht noch aus.
NxStage entwickelt, produziert und vermarktet Dialysegeräte und weitere Produkte für den Einsatz in der Heimdialyse und der Intensivmedizin. In den USA erhalten nach Angaben eines Firmensprechers 12 Prozent der betroffenen Patienten ihre Dialyse außerhalb der speziellen Zentren im eigenen zu Hause.
2016 erzielte NxStage mit rund 3400 Mitarbeitern einen Umsatz von 366 Millionen Dollar. Das Unternehmen schreibt wegen hoher Entwicklungskosten und Investitionen in das Wachstum seit Jahren rote Zahlen. Im vergangenen Jahr lag der Nettoverlust bei 4,7 Millionen Dollar.

Fresenius-Töchter in Übernahmelaune

Damit hält die Übernahmelaune bei den Tochterunternehmen von Fresenius weiter an. Nachdem zuletzt Kabi die Übernahme des US-Pharmakonzerns Akorn und der Biosimilars-Sparte der Merck KGaA angekündigt und Helios im September vergangenen Jahres den Kauf von Quirónsalud, der größten Krankenhauskette Spaniens, bekannt gegeben hatte, wird nun auch FMC wieder aktiv.

Aktie unter Druck

Während die Analysten positiv auf die Nachricht reagierten, scheint den Börsianern der Kaufpreis zu hoch zu sein. Die DAX-Aktie geriet nach der Bekanntgabe am Montagnachmittag unter Druck und verlor rund zwei Prozent. Dabei hält beispielsweise Commerzbank-Analyst Oliver Metzger den Vorstoß zur Marktführerschaft im Heimdialyse-Bereich für einen sinnvollen Schachzug. Immerhin sei der Regulierungsgegenwind beim Betrieb von Blutwäsche-Zentren zuletzt immer schärfer geworden. Zunächst werde eine Übernahme das Ergebnis je Aktie zwar mit drei Prozent belasten, ab 2020 aber einen Beitrag von etwa vier Prozent liefern, so Metzger.
Am Dienstag gibt die FMC-Aktie weiter nach und verliert im ruhigen Börsenhandel rund ein halbes Prozent.