Nachrichten

Marktbericht: update von 17:20 Uhr · 08. März 2017

Deutscher Außenhandel überraschend geschrumpft

Collage des Außenhandels
Quelle: Travel Mania / Shutterstock.com
Beitrag teilen
Die deutschen Exporte sind im Juni überraschend deutlich zurückgegangen. Die Importe schrumpften noch stärker. Dafür hat das ifo-Institut eine optimistische Prognose zum deutschen Wirtschaftswachstum veröffentlicht. Der DAX gibt nach.

NEWS AUS DEM HANDEL 1:44min, 08. August 2017, 16:46 Uhr
- von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV Marktredaktion - 08.08.2017 -
Die deutschen Exporte sind im Juni um 2,8 Prozent zum Vormonat gesunken, so deutlich wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Ökonomen hatten im Schnitt einen kalender- und saisonbereinigten Rückgang von 0,3 Prozent erwartet, nachdem es im Mai noch um 1,5 Prozent aufwärts ging.
Die Importe fielen sogar um 4,5 Prozent und damit so kräftig wie seit acht Jahren nicht mehr.
Die enttäuschenden Daten werten Analysten allerdings nur als Ausrutscher, der mit dem Sommerbeginn zu begründen sei und in den kommenden Monaten wettgemacht werden dürfte. Der sich belebende Welthandel werde positiv auf die deutschen Exporte und Importe ausstrahlen. Auftragseingänge und -bestände  signalisierten eine enorm solide Situation für die deutsche Wirtschaft, meint zum Beispiel Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank.
Der DAX zeigte sich heute lange wenig verändert. Im Zuge negativ tendierender US-Futures gab das deutsche Börsenbarometer jedoch in den Mittagssunden nach und lag im Tief bei 12.184 Punkten.
Doch der Dow-Jones-Index notiert mittlerweile bei 22.156 Zählern mit 0,2 Prozent im Plus. Im Zuge dessen erholte sich der DAX bis auf 12.300 Punkte, ein Zugewinn von 0,3 Prozent zum Schlusskurs vom Montag.
Der Euro rutschte auf 1,1740 US-Dollar.

ifo sieht stärkstes deutsches Wachstum seit 2014

Die deutsche Wirtschaft sei nach einer Prognose des ifo-Instituts im zweiten Quartal so kräftig gewachsen wie seit Ende 2014 nicht mehr. Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt um etwa 0,8 Prozent zulegen und damit stärker steigen als zu Jahresbeginn mit 0,6 Prozent.
Das ergebe sich aus dem ununterbrochenen Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindex in den vergangenen Monaten. Dazu käme die sehr gute Entwicklung anderer wichtiger Konjunkturbarometer wie der Auftragseingänge und Einzelhandelsumsätze. Nach dem Leiter der ifo-Konjunkturforschung, Timo Wollmershäuser, deuteten viele Indikatoren auf ein wirklich starkes zweites Quartal. Auch aus der Euro-Zone seien viele Bestellungen für die deutsche Wirtschaft zu registrieren.
Das statistische Bundesamt veröffentlicht am 15. August seine erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal.

Deutsche Post mit guten Geschäften

Nach einem überraschend starken Gewinnanstieg griffen Anleger erneut zu den Aktien der Deutschen Post. Der Kurs hatte aber schon im Vorfeld stark zugelegt, so dass sich die Gewinne heute in Grenzen hielten. Die Papiere notieren aktuell 1,2 Prozent höher bei 34,58 Euro.
Besonders starke Zuwächse konnte der Logistik-Konzern im Paket- und Expressgeschäft verbuchen. Hier wirkt sich vor allem der zunehmende Internet-Versandhandel aus.

Uniper stellt höhere Dividende in Aussicht

Der Kraftwerksbetreiber Uniper, an dem der Energieversorger E.on noch einen Anteil von 47 Prozent hält, möchte seine Dividende um 25 Prozent anheben. Damit würden die Anteilseigner 69 Euro-Cent je Aktie ausgezahlt bekommen.
Der operative Gewinn soll im Gesamtjahr 2017 bei mindestens einer Milliarde Euro liegen.
Uniper legten daraufhin um 3,3 Prozent auf 18,81 Euro zu. Die E.on-Aktien notieren bei 8,89 Euro mit 1,6 Prozent im Plus.

Zahlen aus der zweiten und dritten Reihe

Die Deutsche Beteiligungs AG hat nach sechs Veräußerungen ihr Konzernergebnis in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2016/17 auf 78,6 Millionen Euro verdreifacht. Insbesondere die Verkäufe des Automobil-Dienstleisters Formel D und des Nachhilfe-Anbieters Schülerhilfe waren lukrativ. Das Konzernergebnis im noch bis zum 30. September laufenden Geschäftsjahr soll um bis zu zehn Prozent über den bisher erreichten 78,6 Millionen Euro liegen. Die Aktien verteuerten sich heute um 0,2 Prozent auf 42,53 Euro.