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Nettogewinn sinkt um rund 25 Prozent · 09. August 2017

Munich Re verzeichnet Gewinnrückgang

Logo der Münchener Rück
Quelle 360b/Shutterstock
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Auch die Münchener Rück musste im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Dieser fällt zwar deutlich aus, allerdings nicht ganz so schlimm wie von Analysten erwartet.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Das hat sich ein wenig angedeutet. Nachdem bereits Swiss Re einen Gewinnrückgang zu verzeichnen hatte und selbst Berkshire Hathaway unter einem schwachen Versicherungsgeschäft gelitten hat, musste nun auch die Münchener Rück einen Gewinnrückgang für das abgelaufenen Quartal bekannt geben. Alles in allem muss man konstatieren, dass das zweite Quartal 2017 für die Versicherungsbranche insgesamt kein sehr gutes war. Der Nettogewinn sank im Zeitraum von April bis Juni um knapp 25 Prozent auf nun 729 Millionen Euro. Das sind allerdings immerhin noch gut 33 Millionen Euro mehr, als im Vorfeld von Analysten erwartet. Der operative Gewinn ging ebenfalls um 20 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro zurück. Allerdings liegt dieser ebenfalls noch deutlich über den Markterwartungen. Analysten hatten mit lediglich 1,04 Milliarden Euro gerechnet. Das Kapitalanlageergebnis sank im vergangenen Quartal sogar fast um ein Drittel auf 1,9 Milliarden Euro. Doch auch hier sei dem DAX-Konzern zu Gute gehalten, dass das Ergebnis im vergangenen Jahr außergewöhnlich ausgefallen ist.

Niedrigzinsphase belastet

Die Branche insgesamt leidet derzeit ganz besonders unter der anhaltenden Niedrigzinsphase, die vor allem das Lebensversicherungs- und Anlagegeschäft nachhaltig belastet. So schließen immer weniger Kunden eine Kapitallebensversicherung ab, da sich dies angesichts der aktuellen Garantieverzinsung kaum mehr lohnt. Auf der anderen Seite halten vor allem ältere Kunden lukrative Lebensversicherungsverträge, mit einer Garantieverzinsung weit über dem aktuellen Leitzinsniveau. Für Versicherungsgesellschaften ein kleiner Teufelskreis. Zudem unterliegen Versicherer Anlagebeschränkungen. Das heißt, dass nicht in jedes Finanzprodukt auch investiert werden darf. So gibt es für Versicherer eine feste Aktienquote, welche nicht überschritten werden darf. Zudem sollen Versicherer vor allem in Anleihen mit bester Bonität investieren. Das macht die EZB allerdings auch und fegt mit ihrem Anleihekaufprogramm den Rentenmarkt leer. In der Konsequenz bedeutet das, dass Anleihen mit bester Bonität kaum mehr Erträge abwerfen.

Schaden-Kosten-Quote verbessert sich

Ein wenig erfreulicher lief es für die Münchener Rück immerhin in der Schaden-Rückversicherung. Zwar sank auch hier der Gewinn um ein Drittel auf 33,5 Millionen Euro. Doch die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich aufgrund geringerer Schadensbelastungen von 99,8 auf 93,9 Prozent. Je niedriger die Quote, desto profitabler arbeitet eine Versicherung, dementsprechend stieg das versicherungstechnische Ergebnis deutlich.

Ziele für das laufende Jahr bestätigt

Trotz eine eher durchwachsenen Quartals hält man bei der Münchener Rück an den Zielen für das laufende Jahr fest. Für 2017 rechnet der DAX-Konzern mit einem Nettogewinn in Höhe von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro. Allerdings wären dies mindestens 200 Millionen weniger als noch im Vorjahr, als der Versicherer einen Nettogewinn in Höhe von 2,6 Milliarden Euro ausweisen konnte. Von Analysten-Seite kommt derzeit ebenfalls wenig Unterstützung für die Aktie. Von insgesamt 27 Analysten empfehlen ganze 17 die Aktie derzeit lediglich zu „halten“. Nur sieben Experten raten die Aktie zu „kaufen“. Im Konsens sehen die Experten die Aktie derzeit als vergleichsweise fair bewertet. Das durchschnittliche Kursziel der Münchener Rück Aktie liegt bei 180,92 Euro und somit nur ganz knapp unter dem aktuellen Niveau.