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Gastbeitrag von Ellwanger & Geiger · 10. August 2017

Pazifische Eskalation

Portrait von Donald Trump und Kim Jong-un auf einer Vectorgrafik
Quelle: vector_brothers/Shutterstock
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Die Geopolitik ist zurück auf dem Tableau der Marktteilnehmer. Das Säbelrasseln zwischen Nordkorea und den USA könnte sich als nachhaltige Belastung erweisen. Aus gutem Grund.

-zum Autor: Michael Beck ist Leiter Asset Management bei Ellwanger & Geiger-
 
Die Politik beginnt sich auf die Finanzmärkte auszuwirken. Grund: die konkrete Drohung des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un, den US-Militärstützpunkt auf der Pazifikinsel Guam anzugreifen. Man könnte dies als eine der vielen leeren Drohungen abtun, mit denen man es regelmäßig in Nordkorea zu tun hat. Nun fühlt sich der nordkoreanische Brandstifter aber zunehmend in die Ecke gedrängt, seit unlängst zum ersten Mal ein wirklich schmerzhaftes Sanktionspaket einstimmig mit Russland und China verabschiedet wurde. Dadurch wird er noch unberechenbarer, als er sowieso schon ist. Die Rhetorik des ebenso unberechenbaren US-Präsidenten ist zudem nicht geeignet, zur Deeskalation beizutragen, sodass die Gefahr einer militärischen Eskalation täglich wächst. Die Märkte in Tokio, Hongkong und Europa reagierten bereits mit Abschlägen.

Politik dominiert Konjunkturindikatoren

Die Konjunkturindikatoren scheinen zwar ihren Peak erreicht zu haben, verharren aber auf ihren vielversprechenden hohen Niveaus. Begleitet wird dieses Szenario durch gute Unternehmensergebnisse, die die Aktienmärkte eigentlich stützen müssten. Wäre da nicht der immense Störfaktor „Politik“ bzw. die geopolitischen Krisen, welche die Welt schon seit Jahren beschäftigen.

Nordkorea-Konflikt wird die Märkte weiter beschäftigen

Nun spitzt sich der Konflikt mit Nordkorea zur derzeit gefährlichsten Krise zu, da innerhalb einer militärischen Konfrontation wahrscheinlich auch China und Russland einbezogen würden. Man mag sich die Folgen gar nicht vorstellen. Kein Wunder, dass an den internationalen Aktienmärkten das Augenmerk derzeit nicht auf den neuesten Konjunkturdaten liegt, sondern die weltpolitische Lage mit Argusaugen verfolgt wird. Dies dürfte die Marktteilnehmer in den nächsten Tagen und Wochen weiter beschäftigen. Große Marktavancen sind in einem solchem Umfeld kaum zu erwarten.