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Gewinne legen weiter zu · 10. August 2017

Henkel: Ordentliche Zahlen, aber...

Waschmittel Persil von Henkel
Quelle: Henkel/Presse
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Die heutigen Quartalszahlen von Henkel lassen sich nur schwer interpretieren. Das organische Wachstum ging zwar unerwartet stark zurück, doch der Gewinn legt weiter zu. Was sollen Anleger damit anfangen?

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Eigentlich lesen sich die Zahlen nicht so schlecht. Beflügelt vom US-Waschmittelhersteller Sun Products wuchs der Umsatz sogar im zweistelligen Bereich. Doch das scheint den Analysten nicht ganz zu reichen, denn das organische Wachstum hat zuletzt deutlich an Fahrt verloren und fällt mit 2,2 Prozent deutlich schwächer aus, als von Analysten im Vorfeld erwartet. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr sogar um elf Prozent zu und liegt somit mittlerweile bei 5,1 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn je Vorzugsaktie stieg ebenfalls um elf Prozent auf nun 1,55 Euro pro Anteilsschein.

Van Bylen dämpft Erwartungen

Wenngleich man sich bei Henkel mit den Zahlen für das abgelaufene Quartal durchaus zufrieden zeigt, dämpft Vorstandschef Hans Van Bylen ein wenig die Erwartungen an die kommenden Monate: „Wir stellen uns weiterhin auf ein volatiles und unsicheres Marktumfeld ein. Die Währungsschwankungen werden anhalten und wir erwarten, dass die Rahmenbedingungen in den Konsumgütermärkten weiter schwierig bleiben. Wir wollen unsere erfolgreiche Entwicklung fortsetzen und unsere strategischen Prioritäten konsequent umsetzen“. Trotz alledem wurde heute der Ausblick für die kommenden Monate bestätigt. So erwartet Henkel im laufenden Geschäftsjahr ein organisches Umsatzwachstum von zwei bis vier Prozent. Die bereinigte EBIT-Marge soll zudem auf mindestens 17 Prozent ansteigen.

Aktuelles Umfeld

Die Henkel-Aktie hat nicht ganz einfache Wochen hinter sich. Auf Sicht der vergangenen Monate steht mittlerweile ein Minus von mehr als vier Prozent zu Buche. Vor allem im Juni hatte die Aktie, aus technischer Sicht, herbe Rückschläge zu verkraften. So durchbrachen die Henkel-Anteilsscheine aus Sicht von technischen Analysten vor einigen Wochen gleich mehrere wichtige Unterstützungszonen. Vor allem das Abrutschen unter den 50-Tagesdurchschnitt erhöhte den Druck auf die Aktie signifikant. Von Analystenseite ist derzeit ebenfalls nur wenig Unterstützung zu erwarten. Wenngleich die durchschnittlichen Kursziele der Experten aktuell mehr als acht Prozent über dem aktuellen Kursniveau liegen, empfehlen nur zehn Analysten die Aktie derzeit zum „Kauf“. 13 Analysten empfehlen die Aktie derzeit zu „halten“ und drei Experten raten zum „Verkauf“. Zu den Skeptikern zählen aktuell Goldman Sachs, die Credit Suisse und auch die UBS. Die Research-Abteilungen aller drei Banken stellen die Aktie derzeit zum „Verkauf“.