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Großbritannien-Geschäft bereitet Sorgen · 11. August 2017

Innogy bestätigt Prognose

Windräder auf dem Meer
Quelle: innogy/Presse
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Die heute vorgelegten Zahlen von Innogy sind durchaus ordentlich. So konnte der Gewinn gesteigert werden, obwohl die Umsätze leicht rückläufig sind. Das Geschäft in Großbritannien bleibt jedoch „sehr angespannt“.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Die gute Nachricht vorweg: Operativ hat Innogy im vergangenen halben Jahr vier Prozent mehr verdient und steigerte das EBIT somit auf 1,7 Milliarden Euro. Möglich wurde diese leichte Steigerung vor allem durch besser laufende Geschäfte in der Netzsparte. Das bereinigte Ergebnis in den Bereichen Betz und Infrastruktur stieg zuletzt um 19 Prozent und trägt mit 1,1 Milliarden Euro den Löwenanteil zum Konzerngewinn bei. Innogy profitierte dabei insbesondere von geringeren Kosten für Betrieb und Instandhaltung der Netze.

Geschäfte in Großbritannien laufen schleppend

Weniger gut lief es zuletzt allerdings in den Geschäftsfeldern Vertrieb und Erneuerbare Energien. In diesen Bereichen sank das bereinigte Ergebnis um acht beziehungsweise um 18 Prozent. Dem Geschäftsbereich „erneuerbare Energien“ fehlte es zuletzt an Wind und Niederschlag zur Stromerzeugung. Das größte Problemkind bleibt allerdings weiter der britische Markt. Der btisiche Markt gilt als hart umkämpft und streng reguliert, was zuletzt auch der Konkurrent Eon immer wieder zu spüren bekommen hat. Doch während sich Eon in Großbritannien wieder auf einem zumindest ordentlichen Weg sieht, hat man bei Innogy die Talsohle offenbar noch nicht durchschritten: Nach dem ersten Halbjahr beläuft sich das EBIT in Großbritannien auf ein Minus in Höhe von 12 Millionen Euro und liegt somit gut 100 Millionen niedriger als im Vorjahresvergleichszeitraum. Allerdings kommen die Schwierigkeiten in Großbritannien nicht wirklich überraschend. Bereits bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal sprach man bei Innogy von einer „sehr angespannten“ Wettbewerbssituation in Großbritannien.

Peter Terium: "Wir halten Kurs"

Unter dem Strich konnte die Gewinne gegenüber dem Vorjahr allerdings gesteigert werden. Mit 857 Millionen Euro liegt dieser gut 16 Prozent über dem Vorjahr und somit auch über den Erwartungen von Analysten. Der Umsatz ging allerdings um fünf Prozent zurück und liegt somit bei 21,7 Milliarden Euro. Insgesamt zeigt man sich bei Innogy mit den heute vorgelegten Zahlen zufrieden: "Wir halten Kurs, wie wir es versprochen haben", so Konzernchef Peter Terium. Die Prognose für das laufende Jahr wurde ebenfalls bestätigt und so erwartet Innogy weiterhin ein EBIT von mindestens 2,9 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis soll ebenfalls auf mindestens 1,2 Milliarden Euro wachsen. Der Ausblick dürfte auch bei RWE gut ankommen, da der DAX-Konzern noch mit rund 77 Prozent an Innogy beteiligt ist. Anders als Eon will der Mutterkonzern seine Verbindungen zu der Beteiligung aber nicht kappen, sondern mehrheitlich behalten.