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Gastbeitrag Commerzbank Research · 11.08.2017 15: 02 Uhr

Gold ist als sicherer Hafen weiter gefragt

Silber- und Goldbarren
Quelle: Inozemtsev Konstantin/Shutterstock
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Gold ist als sicherer Hafen weiter gefragt und bleibt im Aufwind. Es steigt zeitweise auf 1.290 USD bzw. fast 1.100 EUR je Feinunze und nähert sich damit in USD gerechnet dem Anfang Juni verzeichneten 2017-Hoch.

-zum Autor: Eugen Weinberg ist Leiter Rohstoffanalyse bei der Commerzbank AG-
US-Präsident Trump hat die Rhetorik Richtung Nordkorea weiter verschärft. Gestern legte Gold aber auch im Zuge schwacher Produzentenpreise in den USA im Juli zu, die zu einem wieder abwertenden US-Dollar führten. Der im Jahresvergleich geringere Anstieg der Erzeugerpreise könnte ein Vorbote für die Verbraucherpreise in den USA sein, die heute Nachmittag veröffentlicht werden. Sollten auch die Konsumentenpreise im Juli nicht so stark gestiegen sein wie erwartet, dürfte sich dies positiv auf Gold auswirken, da die Fed dann noch zögerlicher mit der nächsten Zinserhöhung werden dürfte.

Silber: Dynamisch nach oben

Silber ist gestern zwischenzeitlich fast dreimal so stark wie Gold gestiegen und hat damit gegenüber Gold weiter Boden gut gemacht. Es hat gestern sowohl die charttechnisch wichtige 100- als auch 200-Tage-Linie überwunden, was zu technisch bedingten Anschlusskäufen geführt und den Preisanstieg verstärkt hat.

Palladium: Lässt die Dynamik nach?

In China wurden Daten des Verbands der chinesischen Automobilproduzenten zufolge im Juli 1,68 Mio. Autos verkauft, 4,3% mehr als im Vorjahr. Auf den ersten Blick scheint es, als wäre der Effekt der Steuererhöhung vom Jahresbeginn mittlerweile ausgelaufen. Der zweite Blick zeigt aber, dass die besseren Autoabsätze mit hohen Rabatten erkauft wurden. Da im letzten Jahr ab September Autokäufe vorgezogen wurden, dürfte die jetzige Dynamik schnell wieder nachlassen. Dies sollte sich auch auf die Nachfrage nach Palladium auswirken.