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Marktbericht Dienstag · 15.05.2017 17:00 Uhr

Bundesverfassungsgericht hat Zweifel an den billionenschweren Staatsanleihen-Käufen der EZB

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Das Ausbleiben einer weiteren Eskalation im Nordkorea-Konflikt stütz am Dienstag zunächst die Aktienkurse. Euro und Gold geben nach. K+S kassieren Ergebnisausblick und das Bundesverfassungsgericht hat Zweifel an den Anleihenkäufen der EZB

NEWS AUS DEM HANDEL 2:25min, 15. August 2017, 16:24 Uhr
Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichten
Der Dax ist am Nachmittag in die Knie gegangen, nachdem das Bundesverfassungsgericht Zweifel geäußert hat an den billionenschweren Staatsanleihen-Käufen der EZB.
Jetzt soll der Europäischen Gerichtshof (EuGH) prüfen.
Der Beschluss für die Transaktionen könnte das Mandat der Europäischen Zentralbank (EZB) überschreiten.
Die EZB verteidigte ihr Vorgehen. Es sei durch ihr Mandat abgedeckt.
Der Dax gibt daraufhin seine Gewinne wieder ab und pendelt um den Schlusskurs vom Montag.

K+S gibt Ziele für 2020 auf - Quartalsergebnis nahezu verdoppelt

Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S hat sein Ergebnis im zweiten Quartal nahezu verdoppelt. Der operative Gewinn kletterte auf 29 Millionen Euro nach 15 Millionen vor Jahresfrist. Analysten hatten im Schnitt mit gut 31 Millionen Euro einen Tick mehr erwartet. Der Umsatz stieg um 1,4 Prozent auf 742 Millionen Euro. Den Ergebnisanstieg hat K+S vor allem einer Erholung im Düngemittelgeschäft zu verdanken.
Vorstandschef Burkhard Lohr zeigte sich zwar zuversichtlich für das Gesamtjahr 2017, kippte aber das Ergebnisziel von K+S für 2020. Das Ziel eines Betriebsgewinns von rund 1,6 Milliarden Euro bis dahin sei aus heutiger Sicht nicht mehr realistisch. Die Preise ziehen nicht schnell genug an.
K+S Aktien sind mit einem Minus von 5 Prozent schwächster Wert im MDax

Deutsche Wirtschaft wächst langsamer

Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr nicht ganz so stark gewachsen wie erwartet. Zwischen April und Juni wächst das BIP um 0,6 Prozent. Ökonomen hatten mit plus 0,7 Prozent gerechnet. Allerdings wurde das Plus beim BIP für das erste Quartal auf 0,7 Prozent nach oben korrigiert. Anders als zu Jahresbeginn erwies sich der Außenhandel im Frühjahr als Bremse für das Wachstum: Impulse kamen hingegen aus dem Inland. Sowohl die privaten Haushalte als auch der Staat erhöhten ihre Konsumausgaben deutlich.

Air Berlin meldet Insolvenz an - Etihad zieht Reißleine

Air Berlin ist pleite. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hat heute Insolvenz angemeldet, nachdem ihr Großaktionär und Geldgeber Etihad Airways ihr den Geldhahn zugedreht hat. Der Flugbetrieb solle mit Hilfe eines Überbrückungskredits der Bundesregierung weitergehen, erklärte Air Berlin. Der Kredit ist mit einer Bundesbürgschaft abgesichert.
Verhandlungen unter anderem mit dem Konkurrenten Lufthansa über einen Verkauf von Betriebsteilen liefen bereits, erklärte Air Berlin. Die Fluggesellschaft will sich in Eigenverwaltung, also ohne einen Insolvenzverwalter sanieren. Lufthansa bestätigte, dass sich die Fluglinie mit Air Berlin bereits in Verhandlungen über den Erwerb von Teilen des Unternehmens befinde und sich damit auch die Möglichkeit zur Einstellung von Personal biete.
Die Air Berlin Aktie war kurz vom Handel ausgesetzt und verliert nach der Wiederaufnahme gut 50 Prozent.