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Airline kritisiert Air-Berlin Hilfen · 16.08.2017 08:19 Uhr

Ryanair reicht Kartellbeschwerde ein

Flugzeug von Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen
Quelle: fpfoto/Shutterstock
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Seit gestern ist es offiziell. Air Berlin ist insolvent. Dennoch scheint der Fall Air Berlin, zumindest für die Gerichte, noch nicht ausgestanden. Im Gegenteil…

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Ryanair geht juristisch gegen die Staatshilfen der Bundesregierung für Air Berlin vor. Die Iren reichten eine Kartellbeschwerde beim Bundeskartellamt, aber auch bei der Europäischen Kommission ein. Der irische Airline-Betreiber kritisiert den Ausschluss wesentlicher Wettbewerber beim Insolvenzprozess. So sei dieser vordergründig mit dem Ziel aufgesetzt worden, dass der Konkurrent Deutsche Lufthansa zumindest Teile von Air Berlin möglichst leicht und vor allem schuldenfrei übernehmen könne.

Ryanair fürchtet "Lufthansa-Monopol"

Aus Sicht von Ryanair stellt dies einen klaren Wettbewerbsverstoß dar und sei insbesondere aus kartellrechtlicher Sicht nicht ganz unbedenklich. So könnte die Deutsche Lufthansa durch die Übernahme von Air Berlin versucht sein die neue Marktmacht auszunutzen und die Ticketpreise anzuheben. Das von Ryanair kritisierte „Lufthansa-Monopol“ würde vor allem zu Lasten der Verbraucher gehen, da diese künftig mit teureren Ticketpreisen zu rechnen hätten. "Das wäre ein Verstoß gegen alle bekannten deutschen und europäischen Wettbewerbsregeln", so Ryanair.

Bunderegierung stellt 150 Millionen Euro zur Überbrückung bereit

Zum Hintergrund: Air Berlin hatte am vergangenen Dienstag offiziell Insolvenz angemeldet, nachdem der Großaktionär Etihad zuletzt weitere Finanzhilfen verweigert hatte. Im Zuge dessen kündigte die deutsche Bunderegierung an, der Airline kurzfristig finanziell unter die Arme zu greifen. Mit einem Überbrückungskredit in Höhe von 150 Millionen Euro, soll zumindest der kurzfristige Flugbetrieb aufrechterhalten werden, um Passagieren, die bereits ein Ticket gekauft haben, noch eine Beförderung zu gewährleisten.

Zukunft von Air Berlin weiter unklar

Wie es mit Air Berlin künftig weitergehen wird, ist bis dato noch nicht geklärt, weshalb der Vorwurf von Ryanair, zumindest gegenüber der Deutschen Lufthansa bis dato noch nicht greift. Aktuell sieht die Beschwere eher nach einem taktischen Manöver aus. Fakt ist allerdings auch, dass die Deutsche Lufthansa bereits Interesse an Teilen von Air Berlin geäußert hat. Mit der Deutschen Lufthansa, die im Rahmen einer sogenannten Wet-Lease-Vereinbarung 38 Air Berlin Maschinen in ihre Flotten integriert, und mit einer weiteren, nicht namentlich genannten Gesellschaft verhandelt die Airline über die Veräußerung von Betriebsteilen. Beobachter gehen davon aus, dass es sich bei der nicht namentlich genannten Airline um Easyjet handeln könnte.
Erstellt am 16.08.17 um 08:15 Uhr
Veröffentlicht am 16.08.17 um 08:19 Uhr