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Deswegen will Lufthansa Air Berlin · 21.08.2017 12:44 Uhr

Air Berlin ist tot – es lebe Air Berlin

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Air Berlin ist pleite und sucht einen Käufer. Die Interessenten stehen Schlange. Ganz vorne steht die Lufthansa. Sie will das Filetstück: die so genannten Slots. Doch das wollen andere auch. Vor allem Ryan Air.

Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichten
Das Ringen um die Zukunft von Deutschlands zweitgrößter Fluglinie hat begonnen und das schon vor langem: Lufthansa-Chef Carsten Spohr bot im vergangenen Jahr seine Unterstützung an, als er knapp 40 Flugzeuge inklusive Crew von Air Berlin anmietete – und so mit Liquidität lockte
Sekundiert wird die Lufthansa aus Berlin. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verkündete: „Wir brauchen einen deutschen Champion im internationalen Luftverkehr“. Dieser Champion soll die Lufthansa werden – und braucht dazu die wertvollsten Teile von Air Berlin.

Slots heiß begehrt

Das sind die sogenannten Slots. Also das Recht, in einem bestimmten Zeitfenster starten oder landen zu dürfen. Solche Slots sind an den großen Flughäfen begehrt und kosten Millionen.
Air Berlin hat zahlreiche dieser „Zeitfenster“. Vor allem in Berlin-Tegel und Düsseldorf. Das weckt die Begehrlichkeiten der Konkurrenten. Angeblich gibt es zehn Bieter. Darunter neben der Lufthansa auch die Ferienflieger TUI fly und Condor und der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl aus Nürnberg. Aber auch die ausländischen Billigflieger wie Easyjet oder Ryanair.

gute Verhandlungsposition

Lufthansa CEO Carsten Spohr hat sich in eine exzellente Verhandlungsposition gebracht: Air Berlin Maschinen angemietet, angebandelt mit Etihad und mit Winkelmann einen ehemaligen Lufthanseaten als CEO bei Air Berlin in den Chefsessel gebracht, der die Verhandlungen in Eigenregie führen darf – sehr zum Ärger den Wettbewerber, allen voran Ryanair.

Ryanair bleibt außen vor

Ryanair ist die größte europäischen Fluglinie und der schärfste Konkurrent der Lufthansa in Europa. CEO O’Leary wittert ein „völlig abgekartetes Spiel“ und hat rechtliche Schritte angedroht. Er will zum Beispiel Wettbewerbsklage bei der EU Kommission einreichen.

Showdown für Lufthansa

Aus Sicht der Lufthansa ist es wichtig die Slots über den Umweg „Air Berlin“ zu kaufen. Auch wenn das auf den ersten Blick teuer ist.
Denn anderenfalls würden über einen Verteilerschlüssel Slots auch an Ryanair fallen und deren Präsenz stärken.
Erstellt am 21.08.2017 um 10:00
Veröffentlicht am 21.08.2017 um 12:44