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Marktbericht: update von 17:00 Uhr · 22.05.2017 17:00 Uhr

ZEW-Index fällt - DAX steigt - Spannung vor Treffen in Jackson Hole

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NadyaRa / shutterstock.com
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Nach einem schwachen Wochenstart tendiert der DAX heute deutlich fester. Allerdings gab der ZEW-Konjunkturindex den dritten Monat in Folge nach. Nun warten die Börsianer gespannt auf das Treffen der Notenbanker in Jackson Hole.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:25min, 21. August 2017, 16:23 Uhr
- von Andreas Groß und Holger Scholze - Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion - 22.08.2017 -
Zuletzt hatten geopolitische Spannungen rund um Nordkorea, das Polit-Chaos im Weißen Haus und der stärker tendierende Euro dem deutschen Aktienmarkt zugesetzt.
Asiens Börsen haben sich am Dienstag durch die Bank freundlich gezeigt. Am besten lief es in Hongkong, wo der Hang-Seng-Index im späten Handel um 1,1 Prozent zulegte. Japans Aktienmarkt zeigte sich dagegen kaum verändert. Der etwas geschwächte Yen erleichtert aber den Export. Insgesamt war der Handel allerdings von dünnen Umsätzen geprägt.
Der DAX notiert zur Stunde bei 12.219 Punkten mit 1,3 Prozent im Plus.
Daran konnte auch der Rückgang des ZEW-Konjunkturindex nicht ändern. Offensichtlich blicken die durch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten 213 Analysten und Anleger skeptischer auf die deutsche Wirtschaft als bisher. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen im kommenden halben Jahr fiel im August unerwartet deutlich um 7,5 auf 10,0 Punkte und befindet sich nun bereits den dritten Monat in Folge auf dem Rückzug. Ökonomen hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang auf 15,0 Zähler gerechnet.
Thomas Metzger vom privaten Bankhaus Bauer in Stuttgart kommentierte dies so: "Der Rückgang des ZEW-Index fiel zwar deutlicher aus als erwartet, war aber keine ganz große Überraschung mehr, nachdem im Vorfeld der ähnlich konzipierte Sentix-Konjunkturindex für Deutschland bereits gesunken war." Außerdem meint der Experte: "Langfristig stehen wir meines Erachtens vor konstruktiven globalen Konjunkturaussichten, was sich in den Gewinnen der Unternehmen und in Kombination mit der Dividendenstärke sowie der noch nicht extrem teuren Bewertung vieler Titel dann auch im Kursverlauf der Aktienmärkte positiv bemerkbar machen dürfte."
Nun warten die Börsianer aber erst einmal gespannt auf das alljährliche Notenbanker-Treffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming, welches am Donnerstag beginnt. Sie erhoffen sich vor allem Hinweise auf die weitere Geldpolitik in den USA.
Der Dow-Jones-Index zeigt sich aktuell bei 21.830 Punkten mit 0,6 Prozent fester.

BHP gibt nach

NEWS AUS DEM HANDEL 2:42min, 22. August 2017, 10:49 Uhr
BHP Billiton hat sich dem Druck aktivistischer Investoren gebeugt und den Verkauf seines amerikanischen Öl- und Gasgeschäfts angekündigt. Die Schiefer-Aktivitäten in den USA seien nicht Teil des Kerngeschäftes und der Konzern suche deshalb aktiv nach Möglichkeiten zum Ausstieg, hieß es.
Zudem wies BHP Billiton für das Gesamtjahr wieder schwarze Zahlen aus und verdreifachte die Dividende für das zweite Geschäftshalbjahr.
In den zwölf Monaten per Ende Juni stieg der Nettogewinn auf 5,89 Milliarden US-Dollar. Das war zwar weniger als Analysten erwarten hatten, aber eine massive Verbesserung gegenüber dem Vorjahresverlust von 6,39 Milliarden Dollar.
Neben hohen Abschreibungen für die On-shore-Ölsparte in den USA hatten den Konzern im Vorjahr Kosten für den verheerenden Dammbruch in Brasilien belastet. Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 38,29 Milliarden Dollar.

Analysten von Mainfirst stufen Bertrandt herab

Die Aktien von Bertrandt verloren bisher 5,9 Prozent an Wert und liegen nun bei 69,25 Euro. Zuvor waren sie von den Analysten der Investmentbank Mainfirst von "neutral" auf "underperform" herabgestuft worden. Das Kursziel senkten die Experten von 85 auf 65 Euro.
Seit Jahresbeginn haben die Titel von Bertrandt bereits ein Viertel ihres Börsenwertes verloren.

Zooplus kann Anleger nicht überzeugen

Zooplus hat im ersten Halbjahr den Umsatz um mehr als zwanzig Prozent auf 517 Millionen Euro gesteigert. Dabei sollen vor allem die treuen Stammkunden geholfen haben. Der Gewinn stagnierte dagegen auf dem Vorjahresniveau von 5,1 Millionen Euro. Zooplus bestätigt den Jahresausblick für Umsatz und Gewinn.
Die Aktien rutschten bisher um 2,9 Prozent auf 157,25 Euro ab.

Müller-Vertrauter wird wohl Audi-Vorstand

Volkswagen will angeblich einen Vertrauten von Konzernchef Matthias Müller zum Vorstand bei der VW-Tochter Audi ernennen. Wendelin Göbel solle Audi-Personalvorstand werden, berichteten die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Montagabend unter Berufung auf VW-Kreise. Sprecher von VW und Audi lehnten eine Stellungnahme ab.
Die Nachrichtenagentur Reuters will bereits Ende Juli erfahren haben, dass vier von sieben Audi-Vorständen demnächst gehen müssten. Neben Personalvorstand Thomas Sigi stünden Finanzvorstand Axel Strotbek, Produktionschef Hubert Waltl und Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter vor der Ablösung, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen damals.
Der angeschlagene Audi-Chef Rupert Stadler werde vorerst nicht ausgetauscht. Stadler wird eine unglückliche Hand bei der Aufarbeitung des Dieselskandals vorgeworfen.
 
agr/bstv
Erstellt am 22.08.2017, um 08:00 Uhr / Veröffentlicht am 22.08.2017, um 08:35 Uhr.
chs/bstv
Letztmalig aktualisiert am 22.08.2017, um 17:00 Uhr.