Nachrichten

Börsenparty schon vorbei? · 07. März 2017

Snapchat-Aktie fällt unter Startkurs

Nur zwei Tage nach dem fulminanten Börsendebüt scheint die Begeisterung für die Snapchat-Aktie schon verflogen zu sein. Am Montag fiel das Papier um mehr als zwölf Prozent auf 23,77 Dollar und rutschte damit unter den ersten Börsenkurs.

Snap hatte am Mittwoch 200 Millionen Aktien zu jeweils 17 Dollar bei Investoren untergebracht - deutlich mehr als die eigentlich erwarteten 14 bis 16 Dollar. Mit 24,50 US-Dollar war die Snap-Aktie an der New York Stock Exchange gestartet, mit der Begeisterung der Investoren konnte sie am Freitag bis auf 29,44 US-Dollar ansteigen.

Größtes IPO seit Alibaba

Die Börsenplatzierung erreichte ein Volumen von 3,4 Milliarden US-Dollar (3,2 Milliarden Euro). Snap war zum Börsendebüt insgesamt rund 24 Milliarden US-Dollar wert und damit der größte Börsengang eines US-Technologiewertes seit Facebook. Facebook spielte 2012 bei seinem Börsengang 16 Milliarden Dollar ein. Das entsprach einer Gesamtbewertung des Unternehmens von rund 104 Milliarden Dollar.
In der globalen Perspektive ist das Snap IPO der größte Börsengang seit der chinesischen Handelsplattform Alibaba im Jahr 2014.

Geschäftsmodell überzeugt Analysten nicht

Viele Analysten äußerten sich aber bereits vor dem IPO kritisch. Ihnen schmeckte unter anderem nicht, dass Anleger Aktien ganz ohne Stimmrechte bekommen. Die Gründer Spiegel und Murphy wollen die Kontrolle nicht teilen.
Zudem sehen Branchenbeobachter auch harte Konkurrenz von Facebook mit seinen Plattformen Instagram und WhatsApp. Snapchat war mit Fotos, die nach dem Ansehen von allein verschwinden, populär geworden und ist vor allem bei den 13 – 24 jährigen beliebt. Aktuell kommt Snapchat auf 160 Millionen Nutzer täglich.
Ein weiterer Kritikpunkt der Analysten ist, dass Snapchat nur über eine Einkommensquelle verfügt, nämlich Werbung, und das auch erst seit Oktober 2016. Überdies spreche Snapchat nur einen sehr kleinen Ausschnitt der Bevölkerung an. Das sei, so Analysten, in der Summe kein Geschäftsmodell, mit dem man an der Börse nachhaltig Erfolg haben könne.
Die Snapchat-Gründer verkündeten zum Börsengang allerdings, Snap verstehe sich als eine Kamera-Firma. Sie verkauften in den USA eine Sonnenbrille mit eingebauter Kamera.
 
CF