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Marktbericht: update von 17:00 Uhr · 28.05.2017 17:00 Uhr

Starker Euro und Hurrikan "Harvey" belasten den DAX

Illustration: Hurrikan erreicht Texas
Quelle: Sasa Kadrijevic / Shutterstock.com
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Der in Texas wütende Hurrikan "Harvey" sorgt für erschütternde Bilder menschlicher Schicksale. Außerdem stehen aufgrund der Sachschäden Versicherungswerte unter Druck. Der DAX wird aber auch vom erneut stärker tendierenden Euro ausgebremst.

NEWS AUS DEM HANDEL 1:37min, 28. August 2017, 16:46 Uhr
- von Holger Scholze - Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion - 28.08.2017 -
Jüngster Kurstreiber für den Euro ist das Treffen von Top-Vertretern der Notenbanken am vergangenen Wochenende in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Einige Investoren hatten darauf gesetzt, dass EZB-Präsident Mario Draghi versuchen würde, verbal gegen den jüngsten Anstieg der Gemeinschaftswährung vorzugehen. Doch das tat er nicht, so dass einige Anleger auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Der Euro notiert aktuell bei 1,1950 US-Dollar.
Dadurch werden viele exportorientierte Werte aus dem DAX eingebremst. Das deutsche Börsenbarometer notiert zur Stunde bei 12.123 Punkten mit 0,4 Prozent im Minus.
Der Dow-0Jones-Index zeigt sich unverändert bei 21.808 Zählern.

"Harvey" wütet in Texas

Mit der Hochstufung des Sturms "Harvey" zu einem Hurrikan vor der Küste von Texas geraten dort wichtige Förderanlagen in Gefahr. Einige Raffinerien sind bereits geschlossen worden. Rund die Hälfte aller Raffinerie-Kapazitäten der USA konzentriert sich auf den Bereich zwischen Alabama und Texas. Daher könnten mögliche Beschädigungen durch "Harvey" deutliche Auswirkungen haben. Zunächst stiegen die Benzinpreise in den USA.
Zudem haben erste Unternehmen Förderplattformen im Golf von Mexiko evakuiert und die Produktion gedrosselt. Nach aktuellen Berichten könnte es noch mehrere Tage lang weiterregnen. Bisher sind schon tausend Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen worden.
Die Ölpreise gaben nach. Ein Fass der US-Leichtölsorte WTI verbilligte sich um 2,3 Prozent auf 46,75 US-Dollar. Der entsprechende Kontrakt der Nordseesorte Brent fiel um 1,1 Prozent auf 51,84 US-Dollar. Weil zahlreiche Raffinerien in der oben beschriebenen Region geschlossen sind, kann das Rohöl dort bis auf Weiteres nicht verarbeitet werden.
Die gesamten versicherten Schäden durch "Harvey" könnten Experten zufolge ein ähnliches Volumen erreichen wie im Jahr 2005, als der Hurrikan "Katrina" in den US-Bundesstaaten Louisiana und Mississippi wütete. Damals waren es 15 Milliarden US-Dollar. Deshalb geraten Versicherungswerte wie Allianz, vor allem aber Rückversicherer wie Hannover Rück und Münchener Rück unter Druck.

Gewinnmitnahmen drücken Kurs von Borussia Dortmund

Nach dem jüngsten Höhenflug nutzen einige Aktionäre von Borussia Dortmund die Gelegenheit zu Gewinnmitnahmen. Dadurch verloren die Aktien heute 5,3 Prozent an Wert und liegen nun bei 7,16 Euro. Allerdings hatte der Kurs seit Anfang August um 25 Prozent zugelegt.
Nach lang anhaltenden Spekulationen wurde am Freitag bekannt gegeben, dass der Offensivspieler Ousmane Dembélé für eine fixe Transfersumme in Höhe von 105 Millionen Euro von Borussia Dortmund zum FC Barcelona wechselt. Darüber hinaus könnten in Abhängigkeit bestimmter Erfolge des Spielers Bonuszahlungen von rund vierzig Prozent der Transfersumme dazu kommen. Im besten Fall würden die Borussen also mehr als 140 Millionen Euro erhalten. Das ist der am zweitbesten dotierte Vertrag, der jemals beim Wechsel eines Fußballspielers abgeschlossen wurde.
Dembélé ist Franzose mit malischer und mauretanischer Abstammung. Er war erst vor einem Jahr für 15 Millionen Euro von Stade Rennes zum BVB nach Dortmund gekommen und hat in der vergangenen Saison mit herausragenden Leistungen geglänzt, damit zum Erfolg der Mannschaft beigetragen und seinen Marktwerk extrem gesteigert. Allerdings war sein persönliches Verhalten während der jüngsten Wechsel-Verhandlungen scharf kritisiert worden. Aufgrund seiner Verweigerung, am Training teilzunehmen, musste ihn die Vereinsführung des BVH sogar suspendieren. Somit stand er in den letzten Pflichtspielen auch nicht mehr im Kader.
Der einzige börsennotierte Fußballverein Deutschlands erzielte nun trotz allem mit diesem Spieler innerhalb von nur zwölf Monaten einen Gewinn von mindestens neunzig Millionen Euro oder 600(!) Prozent. Im besten Fall könnte ein Gewinn von mehr als 125 Millionen Euro bzw. mehr als 800(!) Prozent zu Buche stehen. Allerdings fließen wegen vertraglicher Verpflichtungen wohl noch zwanzig Millionen Euro an den vorhergehenden Verein Stade Rennes.
Ausgelöst wurde der Wechsel durch den Tranfer des Brasilianers Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain im Volumen von 222 Millionen Euro. Speziell dieser Betrag führte selbst in der von immer höheren Zahlungen bereits seit Jahren geprägten Fußball-Branche zu heftigen Diskussionen. Allerdings wurde dadurch offensichtlich eine Lücke im Spielerkader des FC Barcelona gerissen, die man nun u.a. mit Ousmane Dembélé schließen möchte. Die Gelder werden demnach zum Teil weitergereicht.
Auch Borussia Dortmund dürfte einen großen Teil des Erlöses in neue Spieler investieren. So wurde heute bereits die Verpflichtung des ukrainischen Nationalspielers Andrey Yarmolenko bekannt gegeben. Er kommt von Dinamo Kiew und soll 25 Millionen Euro gekostet haben.
 
agr/bstv - Erstellt am 28.08.2017, um 07:55 Uhr.
chs/bstv - Letztmalig aktualisiert am 28.08.2017, um 17:00 Uhr.