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nach der Insolvenz · 28.08.2017 13:26 Uhr

Drama um Air Berlin

Flugzeug von Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen
Quelle: fpfoto/Shutterstock
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Das Drama um die insolvente Air Berlin spitzt sich zu. Während sich neben der Lufthansa weitere Kaufinteressenten melden, brechen die Buchungszahlen dramatisch ein. Der Überbrückungskredit reicht kaum aus - sofern er denn kommt

-von Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichten-
Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer hat sich für eine Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin durch die Lufthansa ausgesprochen. "Ich bin dafür, im Rahmen des Rechts die Lufthansa zu stärken. Durch die Übernahme von Air Berlin können wir eine noch stärkere Lufthansa bekommen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntag).
Er sei immer dafür, "dass wir an unsere heimische Wirtschaft denken", sagte Seehofer. Das unterscheide ihn von vielen in der Europäischen Kommission, "die den Betrieben in Europa große Schwierigkeiten machen, obwohl es ihre Aufgabe wäre, die europäischen Unternehmen zu stärken gegenüber der amerikanischen und chinesischen Konkurrenz".
Air Berlin verhandelt mit der Lufthansa, Easyjet und Ryanair . Zum Stand der Verhandlungen wollte sich ein Air-Berlin-Sprecher am Samstag nicht äußern

Niki Lauda will seine Airline zurück

Niki Lauda, Ex-Formel-1-Star, Luftfahrtunternehmer und Gründer der Air Berlin -Tochter Niki, kann sich eine Übernahme seiner einstigen Gesellschaft vorstellen. "Ich habe einen Brief an den Insolvenzverwalter von Air Berlin geschrieben, in dem ich mein Interesse an FlyNiki bekunde", sagte Lauda der österreichischen "Kronen-Zeitung" (Samstag). "Jetzt bin ich gespannt, was passiert, ob ich überhaupt zu den Verhandlungen eingeladen werde."
Allerdings müsse er erst einen Blick in die Bücher der Niki werfen. "Erst einmal will ich die gleiche Chance haben wie die Lufthansa , die das von langer Hand geplant hat", sagte Lauda, der eine mögliche Übernahme durch die deutsche Airline schon zuvor scharf kritisiert hatte. Wie Ryanair -Chef Michael O'Leary fürchtet Lauda eine beherrschende Stellung der Lufthansa vor allem im deutschen Markt.

Überbrückungskredit fraglich

Die Air-Berlin-Rettung steuert möglicherweise auf noch größere Turbulenzen zu. Laut "Bild am Sonntag" (BamS) ist der wichtige Überbrückungskredit des Staates noch nicht unterschrieben. Dementsprechend ist  noch kein Geld an die insolvente Airline geflossen.
Bei Air Berlin wächst derweil die Nervosität. Man sei "zunehmend angefressen". Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte: Es laufe alles planmäßig, man sei in der "technischen Umsetzung"
Und ein weiteres Problem macht Air Berlin zu schaffen:
Die ohnehin mauen Buchungszahlen brechen zunehmend ein: Kunden sind nicht bereit, sich mit Tickets an die Airline zu binden. Denn anders als Pauschalreisende sind Passagiere, die ihre Tickets direkt bei der Fluglinie nicht durch eine Insolvenzversicherung abgesichert.
agr/bstv 28.08.2917 13:20