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Marktbericht: update von 16:00 Uhr · 29.05.2017 16:00 Uhr

Ernsthafte Bedrohung durch Nordkorea: Flucht in "sichere Häfen"

Portrait von Donald Trump und Kim Jong-un auf einer Vectorgrafik
Quelle: vector_brothers/Shutterstock
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In der Nacht hat Nordkorea eine Rakete abgefeuert, die über Japan hinwegflog und später in den Pazifik stürzte. Daraufhin suchen Anleger vermeintlich "sichere Häfen" wie Gold oder den Schweizer Franken. Der DAX rutscht unter 12.000 Punkte.

NEWS AUS DEM HANDEL 2:51min, 29. August 2017, 16:37 Uhr
- von Andreas Groß und Holger Scholze - Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion - 29.08.2017 -
Nach seinen beiden weltweit verurteilten Tests mit Interkontinentalraketen im Juli heizte Nordkorea den Konflikt jetzt weiter an: Die Regierung in Pjöngjang feuerte am Dienstagmorgen (Ortszeit) erneut eine Rakete ab. Damit wurde eine neue Eskalationsstufe erklommen, weil der Abschuss ohne Ankündigung vorgenommen wurde. Zudem flog die Rakete in 500 Kilometern Höhe über Japan hinweg, ehe sie nach insgesamt rund 2.400 Kilometern in den Pazifik stürzte.
Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einer "ernsthaften Bedrohung". Nun wird auf die Reaktion von Donald Trump gewartet.
Börsianer sind unsicher, ob US-Präsident die Lage beruhigen oder verschärfen werde.

Heftige Reaktionen an den Börsen

Die asiatischen Börsen haben größtenteils nachgegeben.
Am höchsten waren die Verluste in Südkorea. Dort fiel der Kospi-Index um etwas mehr als ein Prozent, nachdem er im frühen Handel zeitweise schon 1,6 Prozent verloren hatte.
In Japan sank der NIKKEI-225-Index zuletzt um 0,6 Prozent auf 19.331 Punkte. Der japanische Leitindex gab damit im August bisher um rund drei Prozent nach und steuert auf den höchsten Monatsverlust seit Juni 2016 zu.
Der DAX rutschte unter die Marke von 12.000 Punkten und notiert aktuell bei 11.918 Zählern mit 1,7 Prozent im Minus. Dabei wurde auch die von Charttechnikern stark beachtete 200-Tage-Linie durchbrochen, welche derzeit im Bereich von 12.000 Zählern verläuft.
Der Dow-Jones-Index liegt kurz nach der Eröffnung des Handels an der Wall Street in New York bei 21.761 Punkten mit 0,2 Prozent im Minus.

Euro klettert über 1,20 US-Dollar - Gold verstärkt gefragt

Gesucht sind die sogenannten "sicheren Häfen" wie das Gold oder der Schweizer Franken, in die Investoren bei zunehmender politischer Unsicherheit zumeist ihr Geld schieben.
Der Goldpreis kletterte bis auf 1.325 US-Dollar und damit den höchsten Stand seit November 2016.
Dabei half natürlich auch der schwächer tendierende Kurs des US-Dollars. Gold wird auf dem internationalen Markt in der amerikanischen Währung abgerechnet. Deshalb wird der Goldkauf für Investoren attraktiver, sobald der US-Dollar billiger wird.
Der Euro setzte seinen Aufwärtstrend fort und erreichte mit 1,2069 US-Dollar den höchsten Stand seit Anfang Januar 2015.
Hier laufen aber auch Spekulationen darauf, dass es in den kommenden Monaten nur zu einer moderaten Straffung der US-Geldpolitik kommen könne.

Gewinneinbruch von Daimler-Partner Baic

Der chinesische Autohersteller Baic hat trotz höherer Umsätze in der ersten Jahreshälfte einen Gewinneinbruch erlitten.
Der Joint-Venture-Partner von Daimler meldete einen Ergebnisrückgang von 59 Prozent auf 985,7 Millionen Yuan, umgerechnet 124,5 Millionen Euro. Höhere Kosten für Verwaltung und Vertrieb schlagen zu Buche.
Den Umsatz konnte die Beijing Automotive Group auf 66,74 von 49,04 Milliarden Yuan erhöhen.
Ganz unerwartet kommen die mauen Gewinnzahlen allerdings nicht: Baic hatte bereits vor einigen Tagen den Markt auf einen Gewinneinbruch in dieser Größenordnung eingestimmt.
Zur Begründung verwies das Unternehmen auf den zunehmend schärferen Wettbewerb und den schwachen koreanischen Markt.

Adva warnt

Adva Optical senkt wegen der schwachen Auftragslage seine Umsatz- und Ergebniserwartung für das dritte Quartal. Zudem sollen Jobs abgebaut werden.
Im Zuge des Stellenabbaus rechnet das Unternehmen mit einmaligen Aufwendungen in Höhe von neun Millionen Euro im laufenden Jahr.
Durch die Maßnahme erhofft sich Adva Einsparungen von 15 Millionen Euro jährlich ab Ende des vierten Quartals 2017.
agr/bstv - Erstellt am 29.08.2017, um 07:30 Uhr / Veröffentlicht am 29.08.2017, um 08:00 Uhr.
chs/bstv - Letztmalig aktualisiert am 29.08.2017, um 16:00 Uhr.