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Marktbericht: update von 17:00 Uhr · 30.05.2017 17:00 Uhr

Trotz Nordkorea-Konflikt: Leichte Entspannung an den Märkten

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Tonktiti / Shutterstock.com
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Die Börsianer zeigen sich wegen des vorläufigen Ausbleibens eines neuen verbalen Schlagabtausches zwischen den USA und Nordkorea erleichtert. Der Euro rutscht wieder unter die Marke von 1,20 US-Dollar. Der DAX pendelt bei 12.000 Zählern.

NEWS AUS DEM HANDEL 2:48min, 30. August 2017, 16:51 Uhr
- von Andreas Groß und Holger Scholze, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion - 30.08.2017 -
Am Dienstag hatte der DAX angesichts des nordkoreanischen Raketenabschusses 1,5 Prozent auf 11.945 Punkte verloren. Heute atmen die Marktteilnehmer etwas durch.
Der Euro fiel wieder unter die Marke von 1,20 US-Dollar und notiert aktuell bei 1,1925 US-Dollar. Der DAX liegt bei 12.002 Zählern mit 0,5 Prozent im Plus.
Der Dow-Jones-Index notiert aktuell kaum verändert bei 21.859 Punkten. Gestern hatten die Notierungen an der Wall Street im Handelsverlauf ins Plus gedreht.
Positiv wird gewertet, dass sich US-Präsident Donald Trump in der Angelegenheit bisher zurückhaltend gezeigt hat. Nun hoffen die Marktteilnehmer, dass die Lage doch nicht noch stärker eskaliere. Möglicherweise könne die Regierung in China beruhigend auf die Kollegen in Nordkorea einwirken, vermuten Experten.
Allerdings schwele der Konflikt weiter, warnten Händler. Nordkorea kündigte weitere Maßnahmen gegen die USA an, während der UN-Sicherheitsrat den Test vom Montag als ungeheuerliche Gefahr bezeichnete.
Der Inflationsdruck in Deutschland hat im August leicht zugenommen. Die Verbraucherpreise stiegen im Schnitt um 1,8 Prozent zum Vorjahresmonat. Dies gab das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen bekannt. Damit ist die Inflationsrate so hoch wie seit April nicht mehr. Zu den Preistreibern gehörten erneut vor allem Nahrungsmittel, welche sich um 3,0 Prozent verteuerten. Die Energiepreise zogen innerhalb eines Jahres um 2,3 Prozent an. Wohnungsmieten erhöhten sich um 1,7 Prozent.
Im Juli war die deutsche Teuerungsrate noch mit 1,6 Prozent gemessen worden. Ökonomen hatten für den August bereits einen leichten Anstieg vorhergesagt.
Unterdessen kamen aus den USA neueste Daten vom dortigen Arbeitsmarkt. Demnach haben die Firmen im August weit mehr Personal eingestellt als von Ökonomen bisher angenommen. Es entstanden 237.000 neue Jobs. Dies teilte der Personaldienstleister ADP heute unter Berufung auf seine monatliche Umfrage unter Privatunternehmen mit. Es war der stärkste Anstieg seit März. Ökonomen hatten lediglich mit 183.000 neuen Stellen gerechnet. Außerdem wurde die Zahl der für Juli entstandenen Arbeitsplätze um 23.000 auf 201.000 nach oben revidiert.
Nun sind die Börsianer vor allem gespannt, wie der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung ausfallen werde. Dieser ist für Freitag angekündigt und enthält neben den privaten Firmen auch die staatlichen Institutionen außerhalb der Landwirtschaft.

RTL erholen sich nach Zahlen

Die Aktien der RTL Group zogen bisher nach der Vorlage von Quartalszahlen um 2,1 Prozent an. Damit stehen sie an der MDAX-Spitze. Gleichzeitig konnte ein Teil der gestrigen Verluste aufgeholt werden. Am Dienstag hatten sich die Papiere im Sog der Kursverluste von ProSiebenSat.1 um fünf Prozent verbilligt. Wegen schwacher TV-Werbeeinnahmen waren die im DAX gelisteten ProSiebenSat.1-Aktien um mehr als 14 Prozent abgestürzt.

Bertrandt nach Zahlen schwächer

Der Ingenieurdienstleister Bertrandt beklagt wegen des Umstiegs auf die Elektromobilität Verzögerungen bei der Projektvergabe, zugleich sei der steigende Preisdruck deutlich zu spüren. In den ersten neun Monaten 2016/17 fiel das Betriebsergebnis um 36 Prozent auf 39,8 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 0,9 Prozent auf 734,8 Millionen Euro zu.

Lauda will Niki

Der Unternehmer Niki Lauda will nach eigenen Worten in den kommenden Wochen einen Kauf der von ihm gegründeten Gesellschaft Niki prüfen. "Also Mitte, Ende September sollte es Klarheit geben. Dann kann ich sagen, was machbar ist", sagte der frühere Rennfahrer der Zeitung "Österreich" laut Vorabbericht vom Dienstag. Ab Mittwoch würden die Zahlen der Air-Berlin-Tochter geprüft, was zwei bis drei Wochen dauere. "Dann wissen wir, was Sache ist, wie Niki dasteht, und können entscheiden."
Air Berlin hatte vor zwei Wochen einen Insolvenzantrag gestellt. Marktführer Lufthansa ist ein aussichtsreicher Bieter für einen Großteil des Flugbetriebs. Lauda hatte jedoch verlangt, die gleichen Chancen wie der Konzern zu bekommen. Auch die vergleichsweise kleine Gesellschaft Germania fürchtet, dass die Lufthansa bevorzugt werde und geht vor Gericht gegen einen 150 Millionen Euro schweren Staatskredit an Air Berlin vor.
agr/bstv - Erstellt am 30.08.2017, um 08:00 Uhr / Veröffentlicht am 30.08.2017, um 08:30 Uhr.
chs/bstv - Letztmalig aktualisiert am 30.08.2017, um 17:00 Uhr.